Weil am Rhein Die meisten tragen ihren Mundschutz

Weil am Rhein - Von einer gespenstischen Leere wie im Frühjahr ist die Weiler Innenstadt zwar weit entfernt. Dennoch: Gemessen an Wetter und Wochentag ist an diesem Samstag vergleichsweise wenig los. An die nochmals verschärften Corona-Regeln aber halten sich die meisten Menschen.

Die viel zitierte zweite Welle der Corona-Pandemie rollt weiter durch die Region: Die Infektionszahlen steigen stetig, die Abstands- und Hygieneregeln sind nochmals verschärft worden. Auch auf dem Weiler Wochenmarkt, in der Innenstadt sowie auf der Dreiländerbrücke sind die Bürger angehalten, eine Mund-Nase-Maske zu tragen, da dort der geforderte Mindestabstand kaum oder nur schwer einzuhalten ist.

Disziplin auf Wochenmarkt

Eine große Disziplin bei den Marktbesuchern hat Jürgen Thüring beobachtet. Gemeinsam mit seiner Frau gehört der Isteiner mit seinem Honig- und Kerzenstand zu den treuen Beschickern des Wochenmarkts auf dem Rathausplatz. „Schon in den vergangenen Wochen haben viele schon Masken getragen“, schildert er im Gespräch mit unserer Zeitung seine Erfahrungen. Allerdings habe er jüngst auf dem Markt in Efringen-Kirchen auch schon drei Jugendliche beobachtet, die ohne Mund-Nase-Schutz einen Einkaufsmarkt betreten wollten. Zwei hätten sich durch eine Kassiererin zurückhalten lassen, aber einer hätte dennoch den Markt betreten. „So etwas muss doch derzeit wirklich nicht sein“, sagt Thüring und appelliert an alle, aufeinander Rücksicht zu nehmen und die Regeln einzuhalten.

Die Nachfrage auf dem Weiler Wochenmarkt sei vergangenes Wochenende „wahnsinnig groß“ gewesen, sagt Thüring. Ob dies auch mit der Sorge vieler Menschen vor einem zweiten Lockdown zu tun habe, könne er nicht beurteilen. Dieses Wochenende jedenfalls habe sich der Ansturm wieder etwas gelegt.

„Man kann sich an jede Situation gewöhnen“, ist eine 73-jährige Marktfrau aus Tannenkirch, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen will, überzeugt. Sie bietet seit Wochen erstmals wieder Nüsse, Äpfel, Zwiebeln und Kartoffeln an und lässt selbst im privaten Bereich Vorsicht walten. „Bei mir in der Familie steht demnächst ein 30. Geburtstag an, aber ich glaube, die Feier fällt aus“, sagt sie. Auch Enkelbesuche seien dieses Jahr schwierig. „Aber wir zeigen uns auf andere Weise, dass wir füreinander da sind“, freut sie sich.

Was das Markttreiben angeht, ist sie froh, dass jetzt erst einmal die Winterpause ansteht. „Die Corona-Entwicklung beunruhigt mich schon, und sie ist natürlich auch bei den Kunden ein sehr großes Thema und Anlass zur Sorge.“

Innenstadt relativ ruhig

Weiter geht es durch die Weiler Innenstadt. Besonders im Bereich ab dem Sparkassenkreisel sei der Mindestabstand nicht gewährleistet, das Tragen einer Maske daher von großer Bedeutung, hatte Oberbürgermeister Wolfgang Dietz an die Weiler Bürger appelliert. Zwar ist wie eingangs beschrieben trotz des spätsommerlichen Wetters mit Temperaturen um die 20-Grad-Marke am Wochenende vor den Herbstferien auffallend wenig los, aber die meisten halten sich doch an das Masken-Gebot. Ein älteres Ehepaar etwa geht seiner Wege, die Frau trägt Mundschutz, der Mann nicht.

An und auf der Friedlinger Dreiländerbrücke weisen Schilder auf das Masken-Gebot hin. Eine Maske tragen denn auch viele – mitunter aber nicht an Mund und Nase, sondern etwa am Kinn oder um den Arm. Gerade jüngere Leute, welche die Brücke von Frankreich her überqueren, gehen in kleinen Gruppen und zeigen sich unbekümmert. Bei anderen sorgt das für Unverständnis. „Das Elsass ist ziemlich von Corona gebeutelt, und eine Grenzschließung wie im Frühjahr kann niemand wirklich wollen“, sagt eine ältere Weilerin, die ihren Mundschutz auf der Brücke trägt. Je mehr man sich die Regeln jetzt zu Herzen nehme, desto schneller normalisiere sich die Situation auch wieder, ist sie überzeugt.

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