Weil am Rhein Die Projekte liegen derzeit auf Eis

Alisa Eßlinger

Weil am Rhein - Menschen zusammenbringen ist das Ziel des Stadtteilvereins Weil am Rhein-Friedlingen. Doch in einer Pandemie, in der Kontaktbeschränkungen oberste Priorität haben, ist das nahezu unmöglich. Viele der Veranstaltungen fielen darum im vergangenen Jahr aus. Auch für 2021 sieht es nicht besser aus, wie im Gespräch mit der Vorsitzenden Gabriele Moll deutlich wird. Doch sie bleibt positiv motiviert.

Eigentlich wollte Moll ihr Amt als Vorsitzende im Jahr 2020 abgeben und sich mehr auf das Quartierszentrum konzentrieren. So war geplant, die Vorstandswahlen im Sommer abzuhalten. Doch durch die anhaltende Krise musste ein neuer Termin gefunden werden. Allerdings fiel auch dieser wegen des zweiten Lockdowns aus. „Aber das ist für mich nicht so wild, da leider eh nicht so viel in diesem Jahr lief“, sagt Moll. Die Wahlen sollen aber, sobald es möglich ist, nachgeholt werden.

Einen Nachfolger gebe es bislang noch nicht. Zwar wurden bereits Gespräche geführt, aber bisher stehe noch niemand fest. „Es läuft uns nicht weg, da derzeit eh nichts stattfinden kann“, erklärt die Vorsitzende.

Geschenke zum Nikolaus

Bereits im ersten Quartal seien nur wenige Treffen möglich gewesen. „Wir konnten noch ein Fest mit sehr vielen Menschen veranstalten, aber dann kam auch schon der Lockdown“, erinnert sich die Vorsitzende. Sie habe aber die Mitglieder und Freunde des Vereins auch deutlich angewiesen, keine Treffen zu organisieren. Die Entscheidung sei laut Moll auf Verständnis bei den Mitgliedern gestoßen.

So fanden die gesamten Stammprojekte wie das Elternmentoring oder der Frauentreff nicht statt. Dass das Programm im Quartierszentrum „WiKi“ nicht umgesetzt werden konnte, findet Moll schade. „Gerade für viele der Kinder sind die Treffen immer ein Höhepunkt in der Woche.“ Für die Kinder hatte der Stadtteilverein dennoch eine kleine Überraschung vorbereitet: Bei der Nikolausfeier bekamen die Kleinen einen gefüllten Sack geschenkt. „Wir hatten extra ein Hygienekonzept dafür erstellt, sodass der Abstand gewahrt werden konnte“, fügt Moll hinzu.

Die Idee, einen Einkaufsservice anzubieten, wurde zwar intern beworben, sei aber nicht wahrgenommen worden. „Der Bedarf war nicht da, weil diejenigen, die ihn benötigt hätten, familiär versorgt waren“, erklärt Moll.

Die Vorsitzende bedauert auch, dass das Zugpferd des Vereins, das Stadtteilfest „Miteinander“, ausfallen musste. Gerade für die Integration sei dies ein wichtiger Termin im Kalender. „Wir wissen noch nicht, ob wir es in diesem Jahr veranstalten können, es kommen schließlich rund 500 Menschen zu dem Fest“, erklärt Moll. Allgemein wisse die Vorsitzende noch nicht genau, was 2021 umgesetzt werden kann. „Uns hat die Corona-Pandemie voll getroffen“, hebt sie hervor. Die Jahreshauptversammlung wurde vorerst für das Frühjahr terminiert und der Neujahrsempfang wurde komplett abgesagt. „Wir haben noch keine neuen Projekte geplant, weil vieles einfach noch zu unsicher ist.“ Ein großer Wunsch Molls wäre, dass zumindest das Themencafé erneut stattfinden kann und das Quartierszentrum wieder belebt würde.

Interesse bleibt bestehen

Gerade auch für die neue Quartiersmanagerin Sonia Bekhoucha-Held habe laut Moll das vergangene Jahr einen schwierigen Start bedeutet. „Sie hatte bestimmt viele tolle Projekte, die sie gerne in Angriff genommen hätte. Aber durch die Krise wurde ihr der Stecker gezogen.“ Allgemein sei es sehr schwierig gewesen, Treffen zu ermöglichen, besonders da viele der Aktionen mit den Kindern gewesen wären. Es sei nämlich keine leichte Aufgabe, die Kinder zum Abstand halten zu motivieren. „Aber auch bei den Erwachsenen muss man teilweise aufpassen, dass der Mindestabstand eingehalten wird“, meint Moll.

Bedenken, dass das Interesse an den Treffen des Stadtteilvereins abnehmen wird, hat Moll keine. „Wir haben bei der Nikolausfeier gemerkt, dass die Menschen nur darauf warten, wiederzukommen.“ Sie könnte sich allerdings vorstellen, dass der Stammtisch vorerst vorsichtig bleibt. Das würde sich aber bestimmt ändern, sobald man wieder im Freien sitzen kann.

Nun sei es erst einmal wichtig, dass alle Menschen gut durch die Krise kommen, um sich dann bald wieder treffen zu können. „Wenn es dann so weit ist, werden wir auch wieder schöne Projekte anbieten“, sagt Moll. Die Ideen würden nicht ausgehen. Zuerst sollen aber die bestehenden Projekte wieder anlaufen, um Gemeinschaft zu ermöglichen.

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