Weil am Rhein Die Sprache als Schlüssel

Weiler Zeitung
Das Oberrhein-Gymnasium wurde ausgezeichnet. Foto: zVg

Beschert die europäische Zusammenarbeit dem Dreiländereck Vorteile? Welche Aufgaben erwarten die junge Generation bezüglich der Weiterentwicklung der deutsch-französischen Beziehungen? Was für Auswirkungen hatte die Corona-Krise auf den Arbeitsmarkt im Dreiländereck und auf die europäische Zusammenarbeit? Diese und ähnliche Fragen wurden am Oberrhein-Gymnasium (OGW) diskutiert.

Weil am Rhein. Ins Gespräch gekommen sind dabei OB Wolfgang Dietz und der Bürgermeister von Huningue, Jean-Marc Deichtmann, mit den Schülern der Kursstufe 2 des OGW. Die Podiumsdiskussion stand unter dem Motto „Das Leben im Dreiländereck: Gemeinsamkeiten, Perspektiven, Visionen“. Diese wurde anlässlich der Verleihung der Siegel „Label France“ und „BoriS“ organisiert. Beide Label sind dem OGW im vergangenen Schuljahr verliehen worden und zeichnen das besondere Engagement der Schule im bilingualen Bereich sowie im Gebiet der Studien- und Berufsorientierung aus.

Die Diskussion

Dem Anlass der Debatte entsprechend drehte sich die Diskussion vor allem um die Themen der beruflichen Zukunftsaussichten für junge Menschen im vereinten Europa sowie um die Bedeutung und Verantwortung der deutsch-französischen Beziehungen für die europäische und die globale Politik.

In großer Übereinstimmung betonten beide Politiker die Bedeutung von offenen Grenzen und von regem Austausch zwischen den Ländern für die Region, wie im Nachgang in einem Pressebericht dargelegt wird. Deichtmann erklärte, dass allein angesichts der Bevölkerungszahl von ehemaligen Schwellenländern wie China und Indien Europa zusammenarbeiten müsse, um eine Zukunftschance zu haben. Vielfalt und Unterschiede dürften nicht als Hemmschuh, sondern müssten als Bereicherung verstanden werden. Europa finde seine Stärke in der Vielfältigkeit seiner Mitgliedsstaaten, auch wenn manche Dinge komplexer würden. Beide Politiker warnten in diesem Zusammenhang vor einem Erstarken von Extremen, die suggerierten, dass sie einfache Antworten auf die komplexen Herausforderungen hätten.

OB Dietz verlieh dem einen noch persönlicheren Charakter, als er sich an seine Kindheit im 15 Meter von der Schweizer Grenze stehenden Elternhaus erinnerte: Als Kind habe er mit seinen Freunden mit einem Fuß in Deutschland, mit dem anderen in der Schweiz gespielt und dabei gemerkt, dass die Grenze keine Auswirkungen auf den Menschen habe. Außerdem betonte er, für berufliche und persönliche Perspektiven im Dreiländereck sei das Erlernen der Sprache des Nachbarn eine elementare Voraussetzung, weswegen ihm bei der Gründung des OGW der bilinguale Zug ein besonderes Anliegen gewesen sei. Gerade die Qualität dieses bilingualen Zugs wurde dem OGW durch die Auszeichnung mit dem „LabelFrance“ nun bescheinigt.

Schule ausgezeichnet

Seit 2012 verleiht das französische Europa- und Außenministerium Schulen mit herausragenden bilingualen Zügen weltweit die Auszeichnung „LabelFranceÉducation“. Ziel dieses von der Agentur für Französisch-Unterricht im Ausland (AEFE) betreuten Labels ist es, den Französischunterricht und die Beschäftigung mit der französischen Sprache und Kultur außerhalb Frankreichs zu fördern und zu unterstützen. Weltweit gibt es momentan 456 „LabelFrance“-Schulen, von denen sich 19 in Deutschland befinden, darunter nun das OGW. Für die durch das Siegel ausgezeichnete Qualität des Französischunterrichts sorgen neben dem verstärkten Französisch- und bilingualen Sachfachunterricht im bilingualen Zug die sprachlichen Qualifikationen der Französisch-Lehrer, das Delf-Scolaire, besondere pädagogische Konzepte sowie die vielfältigen Austausche und frankophonen Angebote/Aktivitäten des Gymnasiums.

Mit Siegel zertifiziert

Auch im Bereich der Berufs- und Studienorientierung gehen die Aktivitäten des OGW über die geforderten Standards hinaus, weshalb die Schule mit dem „BoriS“-Berufswahl-Siegel-zertifiziert wurde. Dieses wird Schulen verliehen, die in herausragender Art und Weise berufliche Orientierung in der Schule verankert haben und den Schülern durch vielfältige und individuell zugeschnittene Beratungs- und Informationsangebote die Wahl des für sie passenden Berufs erleichtern.

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