Weil am Rhein Die Vorfreude ist groß

Die Kinder und Jugendlichen sowie das Team der Stadtjugendpflege können sich freuen: Ab dem 15. Juni öffnen die Weiler Jugendhäuser wieder ihre Pforten. Teamleiterin Verena Eyhorn berichtet im Gespräch mit unserer Zeitung über die Maßnahmen und die geplanten ersten Schritte nach der Wiedereröffnung.

Von Alisa Eßlinger

Weil am Rhein. „Wir freuen uns sehr, dass wir endlich wieder unsere Arbeit trotz spezieller Verordnung aufnehmen können“, sagt Eyhorn. Auch wenn der Grundsatz der offenen Jugendarbeit nicht zu 100 Prozent umgesetzt werden kann, blicken die Betreuer positiv in die Zukunft. „Anders als üblich können nun die Kinder nicht mehr anonym kommen, sondern müssen ihre Kontaktdaten hinterlassen.“

Zu den Verordnungen für die Wiedereröffnung der Jugendhäuser gehört auch die Regel, dass sich maximal 15 Personen inklusive Betreuer treffen dürfen. Dabei gilt, dass der Raum mindestens zehn Quadratmeter Fläche pro Person aufweist.

Großer Raum in Haltingen

Umsetzbar ist das allerdings nur in Maßen: „In Haltingen haben wir einen recht großen Raum, da dürfte es kein Problem sein. In Friedlingen sieht es wieder anders aus. Aber dort wollen wir – so weit das Wetter es zulässt – draußen unser Programm anbieten“, schildert Eyhorn. Sie sagt aber auch, dass es selten der Fall war, dass 15 Kinder auf einmal in den Jugendhäusern waren. „Wir werden auf jeden Fall darauf schauen, dass wir unser Angebot an die Vorgaben anpassen, sprich nur Aktivitäten anbieten, bei denen die Abstandsregelungen eingehalten werden können.“ Aber auch auf das stetige Lüften der Räume werde geachtet.

Nicht bei allen Freiluft-Angeboten kann die Teamleiterin schon grünes Licht geben. „Das Programm für den Spielbus steht bereits, aber da ab dem 14. Juni neue Verordnungen auch im Bereich Jugendpflege anstehen, können wir noch keine Auskunft geben, ob der Bus im Sommer wieder für Abwechslung sorgt. Vielleicht gibt es auch ein Alternativ-Programm.“

Die Öffnungszeiten wollen die Stadtjugendpfleger im groben Rahmen beibehalten. Allerdings müssen sie nun jeweils eine halbe Stunde zwischen den drei Gruppen mit einplanen. „Die Kinder, Teenager und Jugendlichen sollen sich nämlich nicht begegnen. Außerdem sind wir angehalten, nach jeder Gruppe die Räume zu reinigen“, berichtet Eyhorn. Dabei sollen die Jugendlichen miteinbezogen werden. „Wir versuchen, sie zu motivieren, eigenverantwortlich die Gegenstände, die sie während dem Aufenthalt in den Häusern benutzen, zu desinfizieren.“ Auch wenn täglich eine Putzfirma die Räume der Stadtjugendpflege säubert, steht den Mitarbeitern ein größerer Aufwand bevor. „Dinge wie Türklinken müssen wir dann eben übernehmen“, erklärt Eyhorn.

Zwar wollen die Stadtjugendpfleger erst einmal schauen, wie das Angebot anschlägt, aber je nach Nachfrage könnte es zwei Kinder-Gruppen geben. Um das zu stemmen, hat sich das Team auch überlegt, die Öffnungszeiten zu erweitern: „Da noch kein Mittagsunterricht stattfindet, würde die Möglichkeit bestehen, früher anzufangen. Aber das ist jetzt erst einmal Zukunftsmusik und wir müssen schauen, wie das Ganze anläuft.“

Schließlich käme es den Jugendlichen zugute, denn die Jugendpfleger erhalten bereits jetzt individuelle Anfra-gen bezüglich Bewerbungsschreiben. Eyhorn könnte sich aber auch vorstellen, Unterstützung bei Schularbeiten anzubieten. Gerade den Familien, bei denen die Hilfe der Eltern nicht gewährleistet ist, könnte die Stadtjugendpflege unter die Arme greifen.

Die Häuser wieder zu füllen, darum geht es den Stadtjugendpflegern nun vorrangig. „Wir hatten zwar ein virtuelles Jugendzentrum angeboten, bei dem die Jugendlichen mit einem Avatar in die Juke gehen und sich im Chillraum austauschen konnten. Aber wir wollen so schnell wie möglich wieder den direkten Kontakt aufbauen.“

Auf der Straße unterwegs

Darum sind die Stadtjugendpfleger seit zwei Wochen in den Stadtteilen unterwegs, um zu schauen, wo ihre Schützlinge sind und was sie gerade umtreibt. Auch nächste Woche sind die Betreuer wieder draußen, um die Botschaft der Wiedereröffnung zu verkünden. „Wir werden aber schon immer von den Kindern gefragt, wann die Jugendhäuser wieder geöffnet sind“, erzählt Eyhorn. „Das Wichtigste ist die Beziehungsarbeit, und in der derzeitigen Situation müssen wir uns alle umstellen. Wir müssen flexibel bleiben, aber dafür haben wir jetzt die Chance, dass die Jugendlichen unser Angebot mehr schätzen und vielleicht auch verstärkt kommen.“ Schließlich biete es eine weitere Möglichkeit der Freizeitgestaltung.

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