Weil am Rhein „Die Welt ist unruhig“

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Bei der Kranzniederlegung (v. l.) Jean-Marc Deichtmann, Bürgermeister der Partnerstadt Hüningen, Oberbürgermeister Wolfgang Dietz und Diana Stöcker (MdB) Foto: sc

Die Gedenkfeier zum Volkstrauertag in der Abdankungshalle des Hauptfriedhofs, verbunden mit dem Gedanken an den Frieden, war aktueller denn je.

Mit dem feierlichen Choral von Johann Sebastian Bach „So gehst Du nun mein Jesu hin“, eröffnete die Stadtmusik Weil unter der Leitung von Dirigent Kai Trimpin, die feierliche Stunde. „Die Welt ist unruhig“, sagten die Schüler der Gemeinschaftsschule. „An was werden wir uns später erinnern?“ An den Schulabschluss? An die derzeit aktuellen Themen? In Frieden leben, das dürfe nicht nur ein Wunsch bleiben. Vielmehr könne jeder dazu beitragen.

Friede beginnt mit einem Lächeln

Die Frage stelle sich, „was können wir tun, um in Frieden leben zu können. Mit einem Zitat von Mutter Theresa „Friede beginnt mit einem Lächeln. Lächle jeden Tag fünf Male einen Menschen an, dem du gar nicht zulächeln willst. Tue es um den Friedenswillen“, zeichneten die Schüler einen Lösungsansatz auf.

Das Existenzrecht Israels ist nicht verhandelbar

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Diana Stöcker erinnerte an die Anfänge im Jahr 1919, als der Volkstrauertag durch den Volksbund deutscher Kriegsgräberfürsorge für die im Ersten Weltkrieg verstorbenen Soldaten als Gedenktag entstand. 1934 wurde der Volkstrauertag zum Staatsfeiertag und 1950 wurde dieser Tag erstmals zum nationalen Trauertag. Versöhnung, Verständigung, Friede und ein Zeichen der Solidarität, das soll bewusst werden. Stöcker berichtete von einem Telefonat mit einer Israelin. Noch während diesem Anruf wurde die Familie überfallen. Menschen wurden getötet, andere entführt. Aber auch die Verschleppung der 240 Menschen im Gazastreifen mache deutlich, wie abscheulich und menschenverachtend das Handeln der Hamas sei. Und, es dürfe der „Krieg vor unserer Haustüre“ in der Ukraine nicht vergessen werden. Ein weiteres Beispiel der Entmenschlichung sei beispielsweise auch das aggressive Verhalten in den Gefängnissen im Iran. Todesurteile, oft an Minderjährigen durchgeführt, seien dort an der Tagesordnung.

Das Existenzrecht und die Sicherheit der Jüdinnen und Juden sei nicht verhandelbar, betonte die Bundestagsabgeordnete. „Aufgrund seiner Geschichte hat Deutschland historische Verantwortung.“ Der Intoleranz Grenzen setzen, die freiheitlichen Werte der Demokratie verteidigen, das sei das Gebot der Stunde.

Michaela Bongartz und Valeria Gleim von der Städtischen Sing- und Musikschule umrahmten die Feierlichkeiten mit einer Passacaglia von Händel und Berceuse von Gliere.

Es ist Auftrag für jeden, Frieden zu stiften

Vor dem Ehrenmal legte Oberbürgermeister Wolfgang Dietz gemeinsam mit der Reservistenkameradschaft Weil am Rhein einen Kranz nieder. Dietz dankte den Anwesenden dafür, dass sie sich die Zeit genommen haben, zu kommen. „In Frieden leben“, dieser Satz sei Auftrag für jeden, Frieden zu stiften. Sein Dank galt weiterhin der Trachtengruppe Weil am Rhein, die zahlreich erschienen war. Den Soldaten der Bundeswehr, namens auch an die Reservistenkameradschaft, die die Zivilgesellschaft schützten und sich damit für den Frieden einsetzten, sprach der OB ebenfalls seinen Dank aus. Eine besondere Freude sei ihm, dass Jean-Marc Deichtmann, der Bürgermeister der Partnerstadt Hüningen, auch in diesem Jahr zur Feier des Volkstrauertags gekommen war. Die Deutsch-Französische Freundschaft sei ein Zeichen des Friedens. Und, dieser Tag sei „eine Mahnung an die Menschen, die vor uns gelebt haben und die Lebenden“, schloss Dietz. Mit dem Kameradenlied durch die Stadtmusik Weil endete die Gedenkfeier.

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