Weil am Rhein Digitalisierung schreitet voran

 Foto: sba

Weil am Rhein - Die Corona-Krise hat der Digitalisierung an den Schulen einen kräftigen Schub verpasst. Sowohl kurzfristige Maßnahmen zur besseren Bewältigung der Pandemie als auch Schritte für das mittel- beziehungsweise langfristige Konzept sind laut Hauptamtsleiterin Annette Huber eingeleitet worden.

Die Standardisierung bei der mittel- beziehungsweise langfristigen Planung sei der Verwaltung und den Schulen ein Anliegen. So soll die Administration und Wartung erleichtert werden. Von zentraler Bedeutung ist die neue IT-Administratorenstelle, die derzeit ausgeschrieben ist (siehe nebenstehenden Bericht). Von dort aus könne beides erledigt beziehungsweise koordiniert werden, so Huber.

Die Verwaltung schlägt vor, den Schulbeirat einzuberufen, um dort die Medienentwicklungspläne der einzelnen Schulen sowie das Medienentwicklungskonzept für die gesamte Weiler Schullandschaft vorzustellen und zu beraten. Dem Kultur-, Sport- und Verwaltungsausschuss wurde am Mittwochabend dann auch schon mitgeteilt, dass diese Pläne und das Konzept nach Fertigstellung im Gremium vorgestellt werden.

Durch die Corona-Pandemie hat sich die Erstellung des Medienentwicklungskonzepts insgesamt verzögert, da Termine laut Huber teils nicht möglich waren beziehungsweise viele andere Aufgaben erledigt werden mussten. „Gleichzeitig hat die Pandemie aber auch deutlich gemacht, dass die Digitalisierung der Schulen notwendig ist und schnellstmöglich ausgebaut werden soll.“

Fördertöpfe angezapft

Vorgezogen wurden daher die Themen externe Internetanschlüsse der Schulen sowie interne Infrastruktur mit W-Lan. So konnten alle weiterführenden Schulen zwischenzeitlich an das Glasfasernetz des Zweckverbands Breitbandversorgung angeschlossen werden. Bei den Grundschulen sei im Moment ein Anschluss an das Glasfasernetz noch nicht möglich. „Sie werden beim weiteren Ausbau aber auf jeden Fall mitberücksichtigt“, versicherte Huber. Aktuell werde versucht, die Anschlüsse über bestehende Anbieter zu verbessern.

Eine Erhebung hat außerdem gezeigt, dass an fast allen Schulen zumindest eine Teilvernetzung und auch W-Lan vorhanden ist. „Allerdings entspricht es in vielen Fällen nicht den heutigen Anforderungen.“ Aktuell werden die Kosten für jede Schule ermittelt.

Im Oberrhein-Gymnasium und in der Gemeinschaftsschule sei die Vernetzung recht gut, beim Kant-Gymnasium sind größere Maßnahmen erforderlich, die im Zuge der aktuellen Brandschutzsanierung mitgeplant sind. „Für die weiteren Schulen wird aktuell eine Prioritätenliste und eine Zeitplanung erstellt“, so die Hauptamtsleiterin.

Über einen Fördertopf hat Weil einen Zuschuss von gut 300 000 Euro erhalten. Insgesamt 631 mobile Endgeräte (444 Tablets und 187 Laptops) wurden für 330 000 Euro angeschafft. Anschaffungen zur Verbesserung der Raumlufthygiene oder für die weitere Digitalisierung waren über einen anderen Fördertopf möglich, aus dem gut 89 000 Euro fließen, wobei die Beschaffungen noch nicht abgeschlossen sind.

Leihgeräte für Lehrkräfte werden ebenso bezuschusst. 150 000 Euro können darüber bis März nächsten Jahres ausgegeben werden. Die Beschaffung der Geräte läuft auch hier noch.

„Auf dem richtigen Weg“

Die Grünen hatten im Februar einen Antrag zur Digitalisierung der Schulen gestellt. In einer ersten Reaktion zeigte sich Fraktionsmitglied Ulrike Fröhlich zufrieden mit dem gelieferten Sachstandsbericht. Wichtig war ihr, dass auch die Schüler mit befragt werden. „Wir bewegen uns in die richtige Richtung“, lobte die Gemeinderätin.

Ebenfalls zufrieden war Matthias Dirrigl (SPD). „Es ist der richtige Weg, den wir beschritten haben.“ In Euphorie verfiel er dabei nicht. Denn: „Wir brauchen einen langen Atem.“

Weil am Rhein (mcf). Die Stadt sucht aktuell einen IT-Experten für die Systemadministration der Weiler Schulen. Aktuell läuft das Ausschreibungsverfahren für eine Vollzeitstelle, wie Hauptamtsleiterin Annette Huber in einem von den Grünen eingeforderten Sachstandsbericht über die Digitalisierung der Schulen schilderte (siehe nebenstehenden Bericht).

Finanziert wird die wohl frühestens zur Jahresmitte besetzte Stelle nur dieses und nächstes Jahr noch über den Digital-Pakt Schule des Landes, womit rund 150 000 Euro nach Weil fließen sollen. Doch da das Aufgabengebiet dauerhaft bestehen bleibt beziehungsweise weiter anwachsen wird sowie so eher Chancen auf eine Besetzung mit einem Experten erfolgen kann, ist die Anstellung unbefristet.

Hoffnungen auf eine Bezuschussung hegt die Stadt. So wurden nun laut Huber Gespräche zwischen den Kommunalen Landesverbänden und dem Land angekündigt, in denen die Finanzierung ab dem Jahr 2023 geklärt werden soll.

Betreuung und Wartung Der Stelleninhaber der IT-Administration soll auch die Betreuung und Wartung der im Digital-Pakt Schule geförderten Anschaffungen sichern. Bisher erfolgte die Administration sowie der Support und die Wartung durch die Netzwerkbetreuer der Schulen sowie durch externe Fachfirmen. Huber: „Dies wird in Zukunft nicht alleine ausreichen.“ Die Schulen würden hier dringend weitere Unterstützung benötigen, insbesondere da die digitale Infrastruktur deutlich erweitert wird.

„Man sollte Hoffnung haben, aber nicht zu große Erwartungen“, erklärte Oberbürgermeister Wolfgang Dietz hinsichtlich der Gewinnung eines Administrators. Ausgelöst wurde dessen Finanzierung durch Corona, wie eine Übersicht über die aktuellen Fördertöpfe zeigte. Es handele sich um keine Pauschalzuweisungen, wobei genaue Förderbedingungen noch nicht bekannt seien.

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