Die Schweizer suchen den Anschluss an Europas Güter-Korridor und wollen deshalb südlich des Weiler Umschlagbahnhofs auf Schweizer Hoheitsgebiet ein großes Containerterminal mit dem Namen „Gateway Basel Nord“ bauen. Das Planverfahren wir jetzt eingeleitet, zuvor wurden im Rathaus die Weiler Räte über diese neue Drehscheibe für den Güterverkehr informiert. Von Siegfried Feuchter Weil am Rhein. Die drei Schweizer Logistik- und Transportunternehmen SBB-Cargo, Hupac und Contargo wollen das Projekt an der Landesgrenze, nur 167 Meter vom Weiler Umschlagbahnhof entfernt, gemeinsam realisieren. Dabei werden in der ersten Baustufe 73 Millionen Schweizer Franken investiert. Martin Haller, der bei SBB Cargo den kombinierten Verkehr leitet, und Beat Lampart, der Projektleiter von „Gateway Basel Nord“ ist, stellten das Großterminal vor und lobten den Standort. „Der ist für ein solches Projekt optimal und einzigartig in der Schweiz“, sagte Haller und wies auf die Autobahnanschlüsse nach Norden und Süden, auf den Bahnanschluss und die Nähe zum Rhein hin. Außerdem liegt das Terminal an der Hauptachse Rotterdam – Genua. In der Startphase werden 140 000 TEU-Einheiten (international standardisierte Einheit bei Containern) pro Jahr umgeschlagen. Wenn das Terminal 2019 in Betrieb genommen wird, werden zwei Kräne im Einsatz sein. In der zweiten Aufbaustufe, die 2021 abgeschlossen sein soll, werden es drei bis vier Kräne sein, wobei 210 000 TEU-Einheiten umgeschlagen werden. Und die trimodale Aufbauphase, die die drei Verkehrsträger Straße, Bahn und Schiff miteinander verknüpft, ist für 2022 vorgesehen. Dann wird die Kapazität bis zu 390  000 TEU-Einheiten betragen, und es werden vier bis fünf lärmoptimierte Krananlagen im Einsatz sein. Der Schienenanteil beim Gütertransport liegt derzeit noch bei 25 Prozent, Ziel ist es laut Haller, diesen auf 50 Prozent zu steigern, das heißt, wesentlich mehr Güter auf die Schiene zu bringen. In der Anfangsphase rechnen die Verantwortlichen mit 15 Zugbewegungen pro Tag auf dem Terminal. Es können 750 Meter lange Güterzüge abgefertigt werden. Projektleiter Beat Lampart versicherte: Weder Otterbach noch Friedlingen, die nur einen Steinwurf von dem Containerterminal entfernt liegen, würden durch die Anlage stärker belastet oder: „Es kommt zu keiner wahrnehmbaren Mehrbelastung“. Das gelte für den Lkw-Verkehr, der über die A 2 geführt wird, ebenso wie für die Lärmbelastung. Auch der zusätzliche Bahnverkehr dürfe nicht zu „einer wahrnehmbar stärkeren Lärmimmission“ führen. Die nach Schweizer Recht geltenden Grenzwerte würden eingehalten. Auch werde es keine Ausgleichsflächen auf deutscher Seite geben, sagte Lampart. Auf Fragen von Stadtrat Johannes Foege bestätigte Lampart, dass die Anlage sieben Tage in der Woche rund um die Uhr in Betrieb ist. Über Nacht sollen die Güterzüge be- und entladen werden, um eine optimale Auslastung zu erreichen. Auch können und werden auf der Anlage Gefahrgüter umgeschlagen. Stefan Grüter wollte wissen, warum nicht das bestehende Terminal in Muttenz ausgebaut werde. „Eine solche Anlage, wie sie hier nach NEAT-Standard geplant ist, gibt es in der Schweiz noch nicht. Das ist ein einzigartiges Projekt“, lautete die Antwort von Martin Haller. Mittelfristig werden durch das neue Großterminal in Basel zwei Anlagen entfallen. Die Pläne für Gateway Basel Nord werden vom 16. August bis 14. September öffentlich ausliegen. Ende September wird dann auch der Gemeinderat seine Stellungnahme zu dem Projekt abgeben.

Fotostrecke 2 Fotos