Weil am Rhein "Dreiländerstadt“ oder „Stadt im Dreiländereck“?

Weil am Rhein hebt bei seinen Überlegungen auf die geografische Lage im Land ab. Foto: Marco Fraune

Weil am Rhein - Auf der Startseite der städtischen Internetseite steht bereits „Die Stadt im Dreiländereck“. Ob diese Bezeichnung künftig auch auf den Ortsschildern und auf weiteren Dokumenten und Materialien zu lesen ist, wird aktuell diskutiert. Die Politik unterstützt das Ansinnen der Verwaltungsspitze, eine Zusatzbezeichnung beim Land zu beantragen – eventuell könnte „Die Dreiländerstadt“ zum Zug kommen.

Geografischer, historischer oder aktueller Bezug

Freiburg ist die Universitätsstadt und Ulm die Wissenschaftsstadt, doch was ist Weil am Rhein? Mit dieser Fragestellung hat sich die Verwaltung zuletzt befasst. Denn die neuen gesetzlichen Regelungen ermöglichen es, eine Zusatzbezeichnung zu beantragen. Diese muss entweder auf den geografischen, historischen oder aktuellen Stellenwert abheben (siehe Info unten).

Die Stadt kann, muss aber nicht solch einen Zusatz tragen. „Es kostet nichts“, warb Oberbürgermeister Wolfgang Dietz im Kultur-, Sport- und Verwaltungsausschuss für diese Namensergänzung. Letztlich entscheide der Gemeinderat mit einer Dreiviertel-Mehrheit darüber, ob und welche Namensergänzung beim Land beantragt werden soll. Es müsse aber ein Alleinstellungsmerkmal sein.

„Wir sollten uns des Themas annehmen, auch bevor andere sich des Themas annehmen.“ Es solle nicht auf die lange Bank geschoben werden. Die Landesregierung könne schnell zustimmen.

In der Beschlussvorlage, welche der Ausschuss einstimmig dem Gemeinderat empfahl, heißt es aber erst einmal, dass die Verwaltung damit beauftragt wird, das Zusatzbezeichnungs-Projekt weiter zu verfolgen. Als Beispiel wird hier ausschließlich „Stadt im Dreiländereck“ angeben. 

Kulturamtsleiter Peter Spörrer warb jedoch für die Bezeichnung „Dreiländerstadt“. Angesichts der Überlegung, was Weil am Rhein von anderen Städten unterscheide, stelle sich heraus: Es gibt zwar einige Dreiländerecken in der Bundesrepublik, doch keine Stadt befinde sich direkt in einer solchen Ecke. „Der Name ,Dreiländerstadt’ verkörpert mehr als ,Die Stadt im Dreiländereck’, dass wir das leben.“

Außerdem gelte: „Je kürzer es ist, desto besser lesbar ist es auf den Ortsschildern.“ Außerdem spreche es sich besser, so werde nicht nur der örtliche Bezug akzentuiert. „Es drückt ein bestimmtes Lebensgefühl aus“, findet der OB.

Am Dienstag könne der Gemeinderat über den Plan abstimmen, in der Juli-Sitzung soll der Name festgelegt werden. „Wir haben das Eisen gefunden, es kann geschmiedet werden und wir sollten nicht mehr warten, bis es erkaltet“, kann sich Dietz gut vorstellen, bereits am Dienstag in der Ratssitzung über den Namen abstimmen zu lassen.

Idee kommt gut an

Im Ausschuss jedenfalls kam die Möglichkeit der Ortsnamen-Ergänzung gut an. Als „gute Zusatzmöglichkeit“ bezeichnete dies Peter Reinacher (CDU). Die Bezeichnung „Stadt im Dreiländereck“ passe zu Weil am Rhein.

Susi Engler (UFW) meinte: „Das kann man vielseitig nutzen.“ Auch SPD-Fraktionschef Matthias Dirrigl unterstützt das Anliegen. „Ich finde es gut, wenn wir einen Zusatz für die Stadt finden werden.“ Gefreut über die Idee hat sich auch Linn Fischer (Grüne), die aber dafür warb, angesichts der Tragweite nicht zu schnell darüber abzustimmen.

Vorschläge können von allen kommen

Die Vorschläge könnten von allen kommen, erklärte der OB auf Nachfrage. Doch er sei ein „gebranntes Kind“, da die Namenssuche sich bei der Trambrücke auch schwierig gestaltet habe. „Es sollte etwas Seriöses sein.“

Mit dem Beschluss werde erst einmal nur ein Pflock eingeschlagen, sagte der Oberbürgermeister. Klar sei aber, dass „Europastadt“ nicht passe, da Aachen diesen Titel bereits trage. „Da will ich nicht in die Liga, das wäre anmaßend.“

Als gute Idee, sich geografisch festzulegen, begrüßte Ulrike Fröhlich (Grüne) den Namen. Da die Lage im Dreiländereck auch von anderen Städten verwendet werde, könnten die Aspekte sonnig, warm und hell in irgendeiner Form Beachtung finden. Laut OB sei dies aber nicht möglich, da es nicht den Kriterien des Landes entspreche. Es soll außerdem kein Slogan sein, sondern eine Zusatzbezeichnung.

Aufruf an unsere Leser

Was halten die Weiler von der Idee, für die Stadt Weil am Rhein eine Zusatzbezeichnung zu verwenden? Schreiben Sie uns, welchen Namen Sie für den richtigen halten. Zu beachten ist, dass dabei lediglich auf die Kriterien geografische Lage oder historischer Bezug abgehoben werden darf. Die vielen Sonnenstunden zählen also nicht dazu. Lassen Sie sich nicht zu viel Zeit: Die Vorschläge sollen am kommenden Dienstag mit Namen der Einsender in dieser Zeitung erscheinen.

Kontakt: Sie können sich per Mail unter wz.redaktion@verlagshaus-jaumann.de melden, ein Fax schicken an 982030 oder eine Postkarte an Weiler Zeitung, Hauptstraße 286, 79576 Weil am Rhein schreiben.


Grundlage: Paragraf für Zusatzbezeichnung

Der Landtag hat am 2. Dezember 2020 im Rahmen des Gesetzes zur Änderung des Kommunalabgabengesetzes und der Gemeindeordnung eine Änderung von Paragraf 5 Absatz 3 der Gemeindeordnung (GemO) beschlossen. Das Gesetz ist am 12. Dezember  in Kraft getreten. Der neu gefasste Paragraf erleichtert es, neben dem Gemeindenamen auch eine sonstige Bezeichnung (sog. Zusatzbezeichnung) zu führen, die auf der geschichtlichen Vergangenheit, der Eigenart oder der heutigen Bedeutung der Gemeinde beruht.

Zusatzbezeichnungen sind Namenszusätze und keine Namensbestandteile. Die Gemeinden können kommunalrechtlich genehmigte Zusatzbezeichnungen aber umfassend im Rechtsverkehr führen; diese können damit dieselbe öffentliche Präsenz erlangen wie der Gemeindename. Insbesondere kann eine Zusatzbezeichnung unter Beachtung der straßenverkehrsrechtlichen Regelungen grundsätzlich auf den Ortstafeln an den Ortseingängen geführt werden.

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