Weil am Rhein Ein richtig gutes Auge für die Dinge

Sparkassenchef Ulrich Feuerstein (rechts) und Müllheims Bürgermeister Martin Löffler (links) verleihen den Markgräfler Kunstpreis an den Weiler Künstler Patrick Luetzelschwab. Foto: Alexander Anlicker

Weil am Rhein/Müllheim  - Der Markgräfler Kunstpreis wurde am Dienstag an den Weiler Kesselhaus-Künstler Patrick Luetzelschwab verliehen. Die Übergabe erfolgte coronabedingt nur im kleinen Rahmen im Tanzsaal des Markgräfler Museums Müllheim, wo vom 29. Mai bis 4. Oktober die Ausstellung „Zeitwerk“ zu sehen ist, die erste museale Einzelausstellung des Künstlers, wie die Kunstsachverständige Filizitas Diering in ihrer Laudatio betonte.

„Sie haben ein richtig gutes Auge für die Dinge und wie Sie sie umsetzen“, ließ der Weiler Oberbürgermeister Wolfgang Dietz durch den Sparkassen-Vorstandsvorsitzenden Ulrich Feuerstein dem Künstler ausrichten. Feuerstein überreichte den mit 5000 Euro dotierten Markgräfler Kunstpreis der Stiftung der Sparkasse Markgräflerland zur Förderung von Kunst und Kultur.

„Tanz mit dem Tiger“

„Wenn man etwas nicht mehr hat, lernt man etwas zu schätzen“, stellte Müllheims Bürgermeister Martin Löffler fest und freute sich, dass wieder ein Kunstpreis verliehen wird und das Markgräfler Museum an Pfingsten wieder öffnet. Gleichwohl bezeichnete er die Phase der Lockerungen der Corona-Beschränkungen als „Tanz mit dem Tiger“ und mahnte, wachsam zu bleiben. Löffler gratulierte Patrick Luetzelschwab zum Preis und dankte der Sparkassenstiftung. „Die Förderung von Kunst und Kultur ist gerade in diesen Zeiten wichtig“, unterstrich Löffler.

„Selten war eine Stiftung in dieser Kategorie so wichtig wie heute“, betonte Ulrich Feuerstein und schlug den Bogen von den Liquiditätshilfen der Sparkasse zu den Kunstschaffenden, einer Gruppe, die es in diesen Zeiten schwer habe, an Aufträge zu kommen.

„Wir freuen uns, dass wir Sie als Kunstpreisträger auswählen durften“, wandte sich Feuerstein an Luetzelschwab und hob die Bedeutung des Preises hervor, der weit über die Region hinaus bekannt sei. „Uns ist wichtig, den Kunstpreis an jemanden zu vergeben, der ihn verdient hat“, betonte der Sparkassenchef und erinnerte daran, dass es aus diesem Grund auch schon Jahre gegeben habe, in denen kein Preis verliehen wurde.

Der Werdegang

„Ich freue mich, die Ausstellung eröffnen zu können. Patrick Luetzelschwab stand schon länger auf unserer ,Watchlist’, er ist als Preisträger fast zu jung“, begann Filizitas Diering, Kunsthistorikerin und Kunstsachverständige der Sparkassenstiftung, ihre Laudatio und ließ den Werdegang des Künstlers Revue passieren. Luetzelschwab wurde im Jahr 1976 in Freiburg im Breisgau geboren, lebt und arbeitet in Weil am Rhein. Er stammt ursprünglich aus der Graffiti-Szene und hat im Lauf der Zeit seine Arbeit von der Straße ins Atelier im Weiler Kesselhaus verlagert, auch wenn die Motive die Herkunft widerspiegeln.

Seit 2002 präsentierte er seine Arbeiten regelmäßig in Galerien und Kunstmessen im In- und Ausland, unter anderem bei der art Karlsruhe, beim Kunstverein Freiburg, im Museum für moderne Kunst Wien oder in den USA im Bradbury Art Museum. Im Jahr 2004 erhielt Luetzelschwab den Jugendkulturpreis der Sparkasse Markgräflerland. Von 2007 bis 2009 studierte er an der Fachhochschule für Gestaltung in Basel.

Die Ausstellung „Zeitwerke“ im Markgräfler Museum zeigt Siebdruckarbeiten aus den vergangenen 13 Jahren. Siebdruck wurde ursprünglich für Schilder und Textilien verwendet und von Andy Warhol in die Kunst überführt. Luetzelschwabs Ausgangsmedium ist die Fotografie, reduziert auf Schwarz und Weiß und mittels Siebdruck auf Holz und Leinwand aufgezogen und malerisch bearbeitet. Seine Motive sind urbane Landschaften, Grenzgebiete, Gleise sowie menschenleere und verlassene Objekte, stellt Diering fest und nennt exemplarisch die Stadt Weil am Rhein, die als ehemalige Eisenbahnerstadt von Gleisen und Zügen geprägt war und sich sehr verändert hat.

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