Weil am Rhein (mme). Im Rahmen einer Weiterbildung führten Rolf und Heiko vom Verein „Surprise“ die Weiler Stadtführer in Basel an Orte, die in keinem Reiseführer stehen und die sie weder per Zufall noch absichtlich aufgesucht hätten.

Dabei erhielten sie Einblicke in eine Welt, die sie so nicht für möglich gehalten hätten. Von der Elisabethenkirche ging es ins Tageshaus und zur Werkstatt der Stiftung Sucht und weiter in und um den Bahnhof SBB bis zur Wärmestube „Soup & Chill“. Und überall gab es Themen, die jeder, der nicht armutsbetroffen ist, am liebsten überhaupt nicht sehen möchte.

Eines hatten Rolf und Heiko ihren Weiler Kollegen voraus – sie haben alles am eigenen Leib erfahren. Das machte den Rundgang noch eindrucksvoller und vor allem betroffener, weil sie kein Blatt vor den Mund nahmen und ohne Koketterie von ihrem Schicksal erzählten.

Im vergangenen Jahr nahmen die Stadtführer den Vorschlag auf, einen „Sozialen Stadtrundgang“ beim Verein „Surprise“ als Weiterbildungsmaßnahme zu buchen. Der Verein gibt nicht nur das bekannteste Straßenmagazin der Schweiz heraus, sondern organisiert auch Straßenfußball, einen Straßenchor und drei verschiedene Stadtrundgänge zu sozialen Brennpunkten. Dass es nun so schnell geklappt hat, liegt zum einen daran, dass durch die Weihnachtswunschkartenaktion von Weil-aktiv 150 Euro gewährt wurden und VHS-Leiter Tom Leischner anbot, den Rest draufzulegen.

Fast alle waren dabei, und die größte Anerkennung gab es für Rolf und Heiko, indem die eigentlich selbst sehr kommunikativen Weiler Stadtführer sich ganz auf deren Erzählungen konzentrierten und natürlich viele Fragen stellten.