Weil am Rhein Ein Sinnbild für vertane Chancen

Von Daniela Buch

Die Entscheidung über die Zukunft des Stadtjugendrings ist bei der Delegiertenversammlung am Dienstagabend mangels Beschlussfähigkeit vertagt worden: Nur drei der 25 Mitgliedsvereine drückten ihr Interesse durch Anwesenheit aus.

Weil am Rhein. Die Anwesenden kamen überein, eine außerordentliche Delegiertenversammlung einzuberufen. Als Termin für die Versammlung ist Dienstag, 19. Januar, um 19.30 Uhr im Don Bosco Raum im katholischen Gemeindehaus St. Peter und Paul vorgesehen. Etliche der 25 Mitgliedsvereine fehlten, einzig die Pfadfinder, der CVJM und der ESV hatten Delegierte geschickt, und Stadtjugendpfleger Reza Begas waren gekommen. Auch seitens der Schulen war niemand anwesend, dabei sind die Schülermitverwaltungen laut Satzung des Stadtjugendrings kraft ihres Amts berechtigt, einen Vertreter zur Delegiertenversammlung zu entsenden.

Erstes Jugendparlament im Land angeregt

Die Zusammenkunft am Dienstagabend war denn auch ein Sinnbild für vertane Chancen. Immerhin hat sich der Stadtjugendring als Dachorganisation von Jugendverbänden, Jugendorganisationen, Jugendgruppen und politischen Jugendorganisationen die Interessenvertretung der gesamten Jugend in Weil am Rhein auf die Fahnen geschrieben. So war es beispielsweise auch der Initiative des Stadtjugendrings zu verdanken, dass Weil am Rhein zu den ersten Gemeinden in Baden-Württemberg gehörte, die als kommunalpolitische Vertretung der Jugendlichen ein Jugendparlament besaßen.

2013 war Heinrich Lehr als Nachfolger von Günther Endres, der den Stadtjugendring zwei Jahrzehnte geleitet hatte, gewählt worden, und mit ihm ein ambitioniertes Team mit vielen Ideen. Aus beruflichen und gesundheitlichen Gründen sei es ihm nun leider nicht weiter möglich, den Vorsitz zu übernehmen, sagte Heinrich Lehr. Es sei ihm jedoch sehr daran gelegen, dass es mit dem Stadtjugendring nicht zu Ende gehe.

Genau dies sei auch vor zwei Jahren der Beweggrund für ihn gewesen, zu kandidieren, um die seinerzeit drohende Auflösung zu verhindern: „Ich möchte den Stadtjugendring, in dem ich selbst zwölf Jahre lang praktisch groß geworden bin, nicht sterben lassen. Mein Herzblut hängt daran.“

Auch bei den übrigen Vorstandsmitgliedern führten berufliche und private Veränderungen dazu, dass der erforderliche Einsatz nicht mehr erbracht werden konnte. Aktiv in der Vorstandsarbeit verblieben zuletzt nur noch Vorsitzender Heinrich Lehr und Kassiererin Nora-Lia Walliser.

„Die Energie und Gruppendynamik ist einfach nicht mehr da“, fasste Heinrich Lehr mit Bedauern die momentane Situation im eigentlich neunköpfigen Vorstand zusammen. Viele Pläne ruhten daher auf Eis oder seien wegen fehlender Zeit im Sande verlaufen. „Ich wünsche mir und hoffe, dass sich wieder ein Vorstand findet“, betonte Heinrich Lehr.

Potenzielle Kandidaten indes, die für den Vorstand kandidieren würden, gibt es mit Jörg Corsten und Armin Löchle bereits. Jörg Corsten regte an, auf die Einladung zur außerordentlichen Delegiertenversammlung hin auch auf persönlicher Ebene nachzuhaken, um so vielleicht mehr Beteiligung und Rückmeldungen zu erreichen. Vereinsrechtlich allerdings werden die dort Anwesenden per se beschlussfähig sein, erklärte er. „Es ist schade, dass es solche Vereine gibt, die immer nur fordern, aber dann nicht kommen. Wenn kein Interesse da ist, könnten sie auch austreten“, formulierte eine Teilnehmerin ihre Enttäuschung.

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