Weil am Rhein Ein Traum geht in Erfüllung

Eine von drei Disziplinen beim Triathlon stellt das Rennradfahren dar. Foto: zVg

Weil am Rhein - Die Mühen und Entbehrungen haben sich für Jörg Kult gelohnt. Der Weiler Geschäftsmann hat sich für den Ironman Hawaii qualifiziert. Der Sommerurlaub ist gestrichen, dafür steht der älteste Triathlon über die Langdistanz mit 3,8 Kilometer schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 34 Kilometer laufen bei womöglich extremen äußeren Bedingungen an.

Die Augen funkeln, das Gesicht strahlt und die ganze Körperhaltung des 52-Jährigen verrät: „Ich freue mich riesig auf Hawaii.“ In den vergangenen Jahren hat er schließlich genau auf dieses Ziel hingearbeitet. Sukzessive steigerte der Handwerksmeister, der ein Maler- und Gipsergeschäft mit 30 Mitarbeitern führt, sein Pensum. In Irland bei einem offiziellen Qualifikationsrennen reichte seine Zielzeit von zehn Stunden, zehn Minuten und 46 Sekunden für den dritten Platz, mit dem der Weiler sein Ticket für Hawaii gelöst hat. Die ersten drei Bestplatzierten in seiner Altersklasse qualifizierten sich für den prestigeträchtigen Triathlon am 12. Oktober.

Mit dem sechsten Rennen über die Langdistanz erhielt Kult den Lohn für eine komplette Neuorientierung in seinem Leben. Vor gut einem Jahrzehnt hatte der heute 52-Jährige noch gar keinen Sport getrieben, bevor er dann mit dem Radfahren und später mit dem Laufen startete. Zuerst war es sein Traum, bei einem Ironman überhaupt ins Ziel zu kommen. Das hat er mittlerweile schon zwei Mal in Frankfurt, ein Mal in den USA, ein Mal in Schweden und nun in Irland geschafft. Nur in Orlando musste er im vergangenen Jahr völlig erschöpft aufgeben. Beim Qualifikationsrennen in Irland gewann der zielstrebige Sportler nun den Kampf gegen den starken Wind, den Dauerregen und auch gegen die Konkurrenten.

Fleißarbeit und eine Portion Talent sind laut Kult wichtig, um beim Triathlon bestehen können. Dass die Deutschen in den vergangenen Jahren auf Hawaii beim Ironman so erfolgreich waren, führt der Weiler denn auch auf den Fleiß zurück. Diesen hat auch Kult an den Tag gelegt. Ein halbes Jahr lang bereitete er sich auf die Qualifikation in Irland vor, zuletzt Mitte Mai in der Provence mit einem halben Ironman.

Von den drei Disziplinen ist der Handwerksmeister mit der Schwimmzeit stets am wenigsten zufrieden. „Ich schwimme gerne, aber von der Zeit ist das nicht meine beste Disziplin.“ Erst einmal aufs Rad gestiegen, überholt der Hobby-Sportler dann wieder viele Wettkampfteilnehmer, in Irland machte er beim Laufen noch den Sprung vom neunten auf den dritten Platz.

In dieser Woche konnte sich Jörg Kult vom Sport ausruhen. Ab Montag geht es dann wieder los, wobei ein Online-Trainer ihn beim Trainingsprogramm via Datenaustausch unterstützt und auch alle paar Wochen persönlich Tipps liefert. Etwa 15 Stunden intensives Training fallen in der Woche an. „Ich bin einfach vom Triathlon fasziniert“, erklärt Kult seine Beweggründe, sich auch zu quälen. „Ich will aufbauen, was möglich ist bis Hawaii“ – und das neben der Führung seines Unternehmens. In der ersten Hälfte des Teilnehmerfelds will der Weiler landen. Gleichzeitig weiß er: „Dort sind nur die Besten dabei.“

Umso glücklicher ist er, dabei zu sein. Denn ein Jahr lang hätte der 52-Jährige noch versucht, sich für Hawaii zu qualifizieren, ansonsten wäre der Traum begraben worden. Schließlich verzichtet der Sportler während der Trainingsmonate auf Alkohol, Ausgeh-Abende und der Urlaub richtet sich danach aus, wo das Radfahren möglich ist. Unterstützung erhält Jörg Kult von seiner Frau Jacqueline. „Sie gönnt mir auch die Trainingszeit. Sie muss aber auf viel verzichten.“

Das Paar und auch ihre beiden Kinder Jean-Luc, der in Frankfurt lebt, sowie Tochter Jeanne-Marie kommen mit nach Hawaii, um anzufeuern. Als Lohn lockt später für Jörg Kult nicht nur die Ziellinie, sondern für alle gemeinsam einige Tage Rundreise. „Den Hawaii-Urlaub haben wir uns genau für den Ironman bislang aufgehoben.“ Und dann realisiere er wohl erst richtig das Rennen. „Die nächsten Tage fühlt man sich auf Wolke sieben.“ Und auch auf den letzten Kilometer den Laufs freut er sich, denn diesen könne er dann richtig genießen. Erst einmal geht es nun aber an die Fitness: „Ich bin jetzt heiß aufs Training.“

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