Weil am Rhein Ein Zeichen der Hoffnung und des Zusammenhalts

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Bereits kurz nach der Eröffnung war beim Miteinanderfest viel los. Foto: Ingmar Lorenz

Weil am Rhein (ilz). Mit Gebeten, der Lesung von Suren aus dem Koran, meditativen Gedanken und Musik verliehen die Angehörigen verschiedener Glaubensrichtungen ihrer Hoffnung auf Friede und Toleranz Ausdruck. Die Plattform für diesen interreligiösen Austausch bot das Miteinanderfest, das erstmals seit Ausbruch der Corona-Krise am Sonntag wieder stattfinden konnte.

Bei der Eröffnung in der Friedenskirche betonten unter anderem Pfarrerin Dagmar Jetter und Pfarrer Michael Hoffmann die Bedeutung der Toleranz zwischen den Kulturen und Religionen. Es sei wichtig, zu sehen, dass die Kernaussage in den unterschiedlichen Ausprägungen des praktizierten Glaubens stets dieselbe sei: Friede und Nächstenliebe. Die Achtung des Menschen sei letztlich ein Ausdruck des Respekts vor dem göttlichen Prinzip und damit ein Spiegel des eigenen Glaubens, stellte Hoffmann heraus, der auch die vielfältigen Verbindungen der christlichen Religion zum Judentum aufzeigte.

Kriegerische Handlungen mit dem Deckmantel der Religion zu rechtfertigen, sei unerträglich, übte Hoffmann klare Kritik an der Haltung der russisch-orthodoxen Kirche zum Krieg in der Ukraine. Das Miteinanderfest sei ein Zeichen der Hoffnung in einer Zeit, „in der wir uns nach Frieden sehnen“, unterstrich Pfarrerin Jetter. Wie wichtig der Respekt vor dem Mitmenschen ist, ging darüber hinaus aus den vorgetragenen Koran-Suren hervor.

Für den Frieden

Und auch im Alevitischen Glauben ist die Liebe das alles bestimmende Element. Dies unterstrich Zeynel Arslan, der sowohl Gedanken anstellte über die Bedeutung der Eröffnung des Fests in der Friedenskirche und der Friedlingen darüber hinaus etymologisch als Ort des Friedens verstanden wissen wollte.

Mit einem beeindruckenden Liedvortrag unterstrich Arslan seinen Aufruf für Toleranz und Menschlichkeit. „Mögen wir alle in Frieden leben. Unser Feind ist der Hass. Wir hassen niemanden“, lauteten einige von ihm vorgetragene Verse.

Im Anschluss an den Gottesdienst wurde dann bei Fest auf dem Hof deutlich, wie das soeben beschworene Miteinander konkret aussehen kann. Gemeinsam wurde gefeiert, gelacht und gegessen, wobei das Angebot an Speisen so vielfältig war wie in die in Friedlingen vertretenen Kulturen.

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