Weil am Rhein Eine Bereicherung für beide Seiten

Weil am Rhein - Jürgen Hässler hat Mitte April das Veranstaltungsmanagement im Pflegeheim Markgräflerland in Weil am Rhein von Hildegard Pfahler übernommen. Als eine seiner ersten Amtshandlungen hat er den Garten zum Veranstaltungsort gemacht, um auch in Zeiten von Corona etwas für die Bewohner bieten zu können.

Und das Konzept geht auf. „Man bekommt so viel zurück“, schwärmt Hässler im Gespräch mit unserer Zeitung. Ihm sei wichtig gewesen, etwas zu machen, was den Bewohnern Freude bereitet. „Das liegt mir sehr am Herzen.“ Vor dem Beginn der Corona-Pandemie fanden die Konzerte in der Cafeteria statt. Dort ist Hässler auch selbst schon aufgetreten – bereits seit acht Jahren ist er dem Pflegeheim musikalisch verbunden. Der Musiker gehört der Formation „Sax’n Key“ an. Als nun keine Veranstaltungen im Gebäude mehr durchgeführt werden konnten, entstand die Idee, in den sogenannten Demenzgarten auf der Rückseite des Pflegeheims auszuweichen.

Seitdem wird dort jede Woche ein Konzert unter Einhaltung der Abstands- und Hygienevorschriften organisiert. Meistens ist der Termin donnerstags ab 15 Uhr. „Die Ehrenamtlichen holen dann die Bewohner und bringen sie in den Garten, wo es auch Getränke gibt“, erzählt Hässler. Es wurden auch mehrere Sonnenschirme aufgestellt, die für Schatten sorgen. „Bisher hat das Wetter jedes Mal mitgespielt“, freut er sich. Rund 50 bis 60 Bewohner sind bei den Konzerten als Zuhörer dabei, auch Zaungäste gibt es. „Das kommt sehr gut an.“

Durch seine Tätigkeit als Musiker kann Hässler auf seine Kontakte setzen. „Wir haben sehr gute Künstler hier“, meint er. Trompete, Saxophon oder Akkordeon – verschiedene Instrumente erklingen. Auch die Sängerin und Tänzerin Barbara Wäldele ist schon aufgetreten. Und natürlich Hässlers Gruppe „Sax’n Key“. Beim jüngsten Konzert war das Duo „Tina & Jo“ zu Gast. Einmal im Monat findet sonntags ein größeres Konzert statt, beispielsweise mit einem Gospelchor.

Publikum und Künstler haben große Freude

„Es ist für beide Seiten toll“, schildert der Veranstaltungsmanager. „Die Bewohner haben eine Riesenfreude und die Künstler sind dankbar, auftreten zu können.“ Der Garten biete sich wunderbar für Veranstaltungen an, deshalb will Hässler diese „Freilichtbühne“ unter dem Baum auch künftig nutzen. „Die Atmosphäre ist toll, das finden alle.“

Die Konzerte sind zunächst einmal bis Mitte Oktober geplant. Als Abschlussveranstaltung soll es ein „Herbstsauserfest“ geben, mit Neuem Süßen und Zwiebele­waie. Eine kleine Blaskapelle sorgt für die musikalische Unterhaltung. Danach sollen die Konzerte wieder im Gebäude stattfinden.

Seit vergangener Woche kann außerdem wieder gemeinsam Geburtstag gefeiert werden. „Wir haben es all die Jahre schon immer so gemacht, dass es am Monatsende eine kleine Feier gibt für die, die in dem Monat Geburtstag hatten“, berichtet Hässler. Das ist nun wieder möglich. „Der Raum hat sich schnell gefüllt, die Atmosphäre war positiv.“

Und seit rund vier Wochen werden wieder die Gottesdienste jeden Dienstag in der Kapelle veranstaltet, im Wechsel katholisch oder evangelisch für bis zu 20 Bewohner. Mit im Boot ist die Pfarrgemeinde. „Auch da haben wir alles abgemessen, so dass es keine Probleme gibt, Abstand zu halten.“

Hässlers Vorgängerin Hildegard Pfahler, die sich rund 20 Jahre um die Veranstaltungen gekümmert hat, bleibt dem Pflegeheim übrigens erhalten. Sie gehört nun dem Kreis der rund 80 Ehrenamtlichen an.

Der Countdown läuft! Jetzt bis zum Jahresende gratis lesen. Schnell HIER anfordern.

  • Bewertung
    0

Umfrage

Alexej Nawalny

Der Fall Nawalny bringt die Bundesregierung in Zugzwang, sollte Moskau bei der Aufklärung weiterhin mauern. Ist eine Neuausrichtung der deutschen Russland-Politik jetzt unvermeidbar?

Ergebnis anzeigen
loading