Weil am Rhein Eine Kämpfernatur voller Tatkraft

Dieter Wolf ist 75 Jahre alt. Foto: Siegfried Feuchter Foto: Weiler Zeitung

Wenn Dieter Wolf, ein Mann mit starkem kommunalpolitischem und sozialem Engagement, heute seinen 75. Geburtstag feiert, kann er auf ein bewegtes Leben zurückzublicken. Das gilt auch für sein berufliches Wirken, denn vielfältig und erfolgreich waren die Stationen des Werkzeugmachermeisters, Ausbilders, Schulleiters des Berufsfortbildungswerks in Lörrach sowie Unternehmers im Bereich Immobilien und Hausverwaltung.

Von Siegfried Feuchter

Weil am Rhein. Der langjährige SPD-Stadtrat, Fraktionsvorsitzende, ehrenamtliche OB-Vertreter, Kreisrat und ESV-Vorsitzende war nie bequem und wollte es auch nicht sein. Wenn Wolf von etwas überzeugt war, ging er gradlinig und konsequent seinen Weg und scheute keine Auseinandersetzungen. Er ist bekannt als Mann deutlicher Worte, als Zeitgenosse, der kein Blatt vor den Mund nimmt. Ein Leisetreter war und ist er nicht, aber stets eine Kämpfernatur voller Tatkraft.

Kritik an Rathausbau

Auch im Ruhestand verfolgt Wolf, der in Triberg geboren ist, seit 1958 in Weil am Rhein lebt, mit seiner Frau Brigitte seit 53 Jahren verheiratet und Vater von zwei erwachsenen Kindern ist, das kommunale Geschehen noch intensiv – trotz seiner angeschlagenen Gesundheit. „Ich könnte fast jeden Tag einen Leserbrief schreiben“, sagt er mit verschmitztem Lächeln. Die davongaloppierenden Kosten bei der Sanierung der Gemeinschaftsschule und bei der Rathauserweiterung nennt er als Beispiele. Und wenn es nach ihm ginge, bräuchte es kein erweitertes Verwaltungsgebäude, die Raumnöte ließen sich seiner Meinung nach anderweitig und kostengünstiger lösen.

Rauswurf aus der SPD

25 Jahre gehörte Dieter Wolf dem Gemeinderat an. Die SPD war immer seine politische Heimat. Daran änderte auch sein vorübergehender Bruch mit den Sozialdemokraten nichts. Anfang der 1990er-Jahre, als er zehn Jahre lang die damals stärkste Fraktion im Gemeinderat führte, hatte es heftige Turbulenzen und persönliche Animositäten gegeben. Der wochenlange Zwist innerhalb der Fraktion endete für ihn und seinen Fraktionskollegen Hans Herzer mit einem Rauswurf aus der Partei. „Im Nachhinein betrachtet war dieser Knatsch unnötig wie ein Kropf. Es hatte sich damals alles hochgeschaukelt“, sagt Wolf, der sich längst mit seiner Partei versöhnt hat und seit zwei Jahren wieder Mitglied der SPD ist. Während seines unfreiwilligen Ausscheidens blieb er innerlich der Sozialdemokratie verbunden – auch in der Zeit, als er zu den Gründungsmitgliedern der Neuen Weiler Stadtliste (NWS) gehörte.

Beim ESV und der IHK

Nicht nur die Kommunalpolitik hat das ehrenamtliche Engagement von Wolf geprägt, auch auf anderen Ebenen war er aktiv. Beim ESV Weil brachte er sich jahrzehntelang in verschiedenen Funktionen ein. 30 Jahre spielte er Handball, außerdem engagierte er sich ebenso lange im Vorstand, unter anderem 20 Jahre lang als Vorsitzender für Sport und Organisation. Acht Jahre stand er der IHK-Prüfungskommission für die Ausbilder-Eignungsprüfung vor, zudem hatte er für drei Jahre die Vormundschaft eines älteren Mannes übernommen.

Ein Institut gegründet

Der Werkzeugmachermeister bildete sich stets fort, unter anderem zum Refa-Fachmann (Organisation für Arbeitsgestaltung, Betriebsorganisation und Unternehmensentwicklung), wurde Ausbilder, Fachlehrer und schließlich Schulleiter beim Berufsfortbildungswerk des DGB in Lörrach, wobei der Schwerpunkt auf Integrationsmaßnahmen ausländischer Jugendlicher und Langzeitarbeitsloser lag. Als nach zwölf Jahren das Berufsfortbildungswerk geschlossen wurde, ließ sich Wolf aber nicht unterkriegen. Er gründete 1985 ein Institut für Sprach- und Berufsbildung, das Sprachkurse für Spätaussiedler im Landkreis Lörrach anbot. 14 Lehrkräfte beschäftigte Wolf. Als der Konkurrenzkampf immer größer wurde, schloss er nach vier Jahren das Institut.

Erneut brach er zu neuen Ufern auf. Er gründete die Firma Wolf&Partner – Immobilien und Hausverwaltung. Neben der reinen Immobilientätigkeit und Hausverwaltung baute die Firma 30 Reihen- und Doppelhäuser. Inzwischen führt Sabine Bauer die Firma allein, bis Anfang 70 hatte Dieter Wolf noch unterstützend mitgewirkt.

Keine Langeweile

Langeweile kennt der stets nach vorne blickende Jubilar nicht. Wöchentliche Skatrunden bei der AWO gehören ebenso zu den Hobbys wie Besuche von Heimspielen des SC Freiburg und Fernreisen, sei es nach Amerika, Brasilien oder nach Asien. Und „altersbedingt“ stehen auch Kuren im Marienbad in Tschechien auf dem Programm.

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