Weil am Rhein Eine Reserve gibt es nicht

Von Saskia Scherer

Das neue Schuljahr hat begonnen – und nach wie vor ist die Lehrerversorgung Thema. An den Grundschulen in Weil am Rhein ist diese auch durchaus noch ausbaufähig, wie die Schulleiter im Gespräch mit unserer Zeitung erzählen.

Weil am Rhein. Der Schulalltag funktioniert zwar überall im Großen und Ganzen – passieren darf allerdings nichts.

Rheinschule

„Wir müssen die Kinder von 8 bis 16 Uhr betreuen – wie, ist uns überlassen“, erklärt Rektor Bernhard Nopper. Allgemein sei die Lehrerversorgung aber schon „auf Kante genäht“. Es seien „gerade genug“ Lehrer da – wenn einer krank werde, entstehe ein Riesenloch. Die Auswirkungen seien etwa beim Musikunterricht spürbar, davon werde nur eine Stunde unterrichtet. „Aber da wir die Musikschule im Haus haben, leidet das nicht“, schildert Nopper. Auch der Französisch-Unterricht wurde von zwei auf eine Stunde reduziert.

Allerdings sei noch viel in der Schwebe, es laufen etwa Gespräche mit einem Französisch-Vertretungslehrer, und im November soll eventuell eine Lehrerin in Teilzeit dazukommen. „Mit dieser Situation könnte man arbeiten.“

Insgesamt besuchen 240 Schüler in elf Klassen die Rheinschule, darunter gut 60 Erstklässler. Die Grundschulförderklasse besuchen dieses Schuljahr auch die Schüler aus Haltingen. Die Kinder werden von rund 25 Lehrern betreut, außerdem gibt es auch FSJ-ler (Freiwilliges Soziales Jahr) und einen Praktikanten. Dieses Schuljahr steht unter anderem das Projekt „Klasse 2000“ an, ein Präventionsprojekt, das vom Lions Club gesponsort wird.

Hermann-Daur-Schule

Als „gut versorgt“ bezeichnet Rektorin Anna Kruse ihre Schule. „Aber nur dadurch, dass wir zwei Lehrer auf Krankheitsvertreter-Basis einstellen können“, erklärt sie. Diese Woche seien diese jedoch noch nicht vor Ort, so dass „wir alle mehr arbeiten müssen“. Insgesamt sei das Kollegium von vier Lehrern auf acht verdoppelt worden. „Deshalb haben wir aber nicht mehr Stunden“, stellt Kruse klar. 50 Schüler besuchen die Hermann-Daur-Schule, darunter 14 neue Erstklässler.

Da die Klassen eins und zwei sowie drei und vier jahrgangsgemischt unterrichtet werden, wurde ein neues Lehrwerk angeschafft. „Damit geht das differenzierter.“ Ansonsten ist ein Ausflug zur Partnerschule nach Frankreich im Gespräch.

Leopoldschule

Die Personalsituation ist laut Schulleiterin Alice Weeber „theoretisch gut“ – allerdings starte das Schuljahr mit Ausfällen aufgrund von Schwangerschaft, mangelndem Impfschutz oder Erkrankung. „Ich denke, dass der Generationswechsel vollzogen ist und das Land nicht darauf vorbereitet war, dass die jungen Kolleginnen Kinder kriegen“, kritisiert Weeber. An der Leopoldschule gebe es Ausfälle im Fach Sport, die nur vormittags aufgefangen werden können. Etwa 30 Lehrer sind für 250 Schüler, darunter 58 Erstklässler, zuständig.

Themen, die die Schule beschäftigen, sind unter anderem neue Medien, die mittelfristige Vorbereitung auf die Ganztagsschule sowie inklusive Bildungsangebote.

Karl-Tschamber-Schule

Schulleiterin Susan Leonhardt ist zufrieden. „Es könnte besser sein, aber wir können uns nicht beschweren.“ Sie habe zwar mit Unterrichtsausfall gerechnet – nach dem, was das Schulamt prognostizierte –, „aber vor den Sommerferien habe ich noch jemand Neues bekommen“, freut sich die Rektorin. Eine Krankheitsreserve gebe es allerdings nicht.

350 Schüler verteilen sich an der Karl-Tschamber-Schule auf 16 Klassen (inklusive Internationale Klasse und Grundschulförderklasse). 88 Erstklässler wurden eingeschult. Zuständig für die Kinder sind 25 Lehrer. Außerdem gibt es einen FSJ-ler. „Das ist Gold wert“, sagt Leonhardt.

„Wir beschäftigen uns nach wie vor mit dem neuen Bildungsplan“, beschreibt die Schulleiterin die anstehenden Aufgaben. Es wurde ein Schulcurriculum gebildet, das die Vorgaben auf die Schule zurechtzuschneiden versucht. „Wir sind noch mittendrin.“ Es stehen etwa wieder Fächer wie Musik, Sachunterricht oder Kunst/Werken auf dem Plan. Ein Werkraum befindet sich nach wie vor auf der Wunschliste und es laufen Gespräche, aber es gibt noch keine konkreten Pläne.

Weiterführende Schulen

Das Kant-Gymnasium besuchen zum Schuljahresanfang 840 Schüler, verteilt auf 36 Klassen. Darunter sind 136 Fünftklässler. Zuständig für die Schüler sind 66 Lehrer. Am Oberrhein-Gymnasium sind es 420 Schüler (60 Fünftklässler), die von 44 Lehrern betreut werden. Die Realschule Dreiländereck vermeldet 665 Schüler in 26 Klassen. 85 Schüler kamen neu dazu. Das Lehrerkollegium umfasst 48 Personen. 420 Schüler besuchen die Gemeinschaftsschule in Weil, sie verteilen sich auf 18 Klassen. Darunter sind 69 Fünftklässler. 45 Lehrer sind zuständig.

Die Schulleiter der weiterführenden Schulen sind alle zufrieden mit der aktuellen Lehrerversorgung.

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