Weil am Rhein Einsatz für den Sport zeigen

Saskia Scherer
Preisträgerin Lilly Wehner, die das Weiler Kant-Gymnasium besucht, mit ihrer Lehrerin Susanne Kraft Foto: zVg

Beim Schülerwettbewerb des Landtags von Baden-Württemberg zur Förderung der politischen Bildung unter dem Motto „komm heraus, mach mit.“ hat Lilly Wehner aus Weil am Rhein einen ersten Preis gewonnen. Als Beitrag hat die 14-Jährige einen Brief an Kultusministerin Theresa Schopper verfasst. Darin fragt sie sich: Wie kann die deutsche Sportförderung gerechter gestaltet werden?

Von Saskia Scherer

Weil am Rhein. Im Rahmen des Wettbewerbs sind jedes Jahr alle Schüler Baden-Württembergs ab 13 Jahren aufgerufen, zu brisanten politischen Themen Stellung zu nehmen. „Der Schülerwettbewerb will junge Leute auf Politik neugierig machen und sie zu kritischem und toleranten Engagement für die Demokratie anspornen“, heißt es auf der Internetseite.

Bei dem Wettbewerb gibt es acht Unterthemen, erklärt Lilly im Gespräch mit unserer Zeitung. „Ich habe mich für die Frage: Welches politische Thema brennt dir zur Zeit am meisten auf den Nägeln? entschieden.“ Zuvor hatte sie schon an einem Geschichtswettbewerb teilgenommen, allerdings nichts gewonnen. „Das war für mich aber ein Ansporn, nicht aufzugeben.“

Für den neuen Beitrag kam ihr direkt eine Idee. In dem Brief an Schopper geht die Schülerin, die die achte Klasse des Weiler Kant-Gymnasiums besucht, der Frage nach, wie man Sportarten politisch und finanziell besser unterstützen kann – stellvertretend am Beispiel Eiskunstlauf. Die Sportart hat Lilly nicht ohne Grund gewählt: Sie ist selbst Eiskunstläuferin (wir berichteten), trainiert mehrmals die Woche in Basel. „Meine Eltern kommen für die Fahrtkosten, die Kosten für das Training und die Ausrüstung auf.“ Und das gleich doppelt, denn der kleine Bruder Tom ist leidenschaftlicher Eishockeyspieler. Für die Unterstützung sei sie sehr dankbar. Aber andere hätten nicht so viel Glück: Für eine talentierte Freundin von ihr ist das Hobby zu teuer.

In dem Brief stellt Lilly sich und die Problematik vor, führt aber auch Lösungsmöglichkeiten wie Stipendien auf. Außerdem regt sie an, mehr Sportarenen zu bauen beziehungsweise die vorhandenen zu modernisieren.

Nicht damit gerechnet

Kurz nach den Osterferien hat sie dann erfahren, dass sie einen ersten Preis gewonnen hat. „Damit hätte ich niemals gerechnet“, sagt sie. Insgesamt 2700 Schüler haben an dem Wettbewerb teilgenommen. Lilly wurde von ihrer (mittlerweile ehemaligen) Geschichtslehrerin Susanne Kraft unterstützt, die Verbesserungsvorschläge einbrachte. Diese sei nun sehr stolz. Genau wie Lilly, als ihr Ergebnis von Schulleiter Martin Haas vor der ganzen Klasse verkündet wurde. „Es ist eine Riesenehre“, meint die 14-Jährige. Zu gewinnen gab es neben einer Urkunde plus Silbermünze eigentlich eine Reise nach Wien, die aber coronabedingt nicht stattfinden konnte. Als Entschädigung gab es 400 Euro. Die wird Lilly für eine Reise auf eigene Faust nutzen.

Durch den Wettbewerb habe sie erkannt, wie viel im Leben mit Politik zu tun hat. „Es ist wichtig, sich zu engagieren“, findet sie.

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