Weil am Rhein-Haltingen (anl). Normalerweise ist die Haltinger „Juke“ (Jugend- und Kindereinrichtung) „elternfreie Zone“, sagt der Weiler Stadtjugendpfleger Reza Begas. Gestern konnten Eltern, Nachbarn und Interessierte einen Blick hinter die Kulissen des Jugendtreffs werfen. Anlass war der dritte Geburtstag, öffnete der Jugendtreff doch am 1. Februar 2014 zum ersten Mal seine Türen für die Haltinger Kinder und Jugendlichen.

Als die „Juke“ gebaut wurde, habe es viele Bedenken gegeben, beispielsweise dass die Jugendlichen abends mit lärmenden Mofas herumfahren, erinnert sich Begas. „Es gab in den vergangenen drei Jahren keinerlei Beschwerden und keine Probleme mit Nachbarn“, zieht der Stadtjugendpfleger ein positives Fazit. Mofas und Roller seien auch out, zudem kommen die meisten Besucher zu Fuß, weil sie in Haltingen leben. „Wir haben ein bunt gemischtes Klientel an Kindern und Jugendlichen aus verschiedenen Milieus und verschiedener Nationalitäten. Es ist bemerkenswert, dass man so eine bunt gemischte Vielfalt hat und es keine Probleme gibt“, hebt Begas hervor.

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Zum Tag der offenen Tür waren alle Räume zur Besichtigung offen, und es herrschte gewohnt reger Betrieb. Im Büro der Jugendagentur konnten Jugendliche einen Berufstest am Computer machen, und in den übrigen Räumen standen allerlei Spielgeräte bereit. Das Riesenmemory wurde ebenso rege in Beschlag genommen wie Tischkicker, Airhockey, Billard-Tisch und Tischtennisplatten. Es herrschte überall emsiges Treiben und in den ruhigen Sofaecken chillten die älteren Jugendlichen. „Mir gefällt es hier. Ich chill hier einfach mit Freunden und Kollegen“, sagte der 14-jährige Niko. Auch der gleichaltrige Deniz ist sehr oft hier und erklärte: „Ich komme zum Chillen und Playstation spielen“. Chillen scheint die Lieblingsbeschäftigung der Jugendlichen zu sein. „Bei den älteren Jugendlichen geht der Bedarf an Aktionen und Veranstaltungen zurück“, stellt Begas fest. Was die Jugendlichen brauchen sei ein „Rückzugsort“.

Dennoch wird für die Kinder und Jugendlichen einiges geboten. Das klassische Wochenprogramm hält zu unterschiedlichen Zeiten Treffs und Sportangebote für die einzelnen Altersgruppen bereit. Hinzu kommen Koch- und Kreativangebote sowie spezielle Angebote in den Ferien. Die Jugendagentur bietet Hilfe beim Schreiben von Bewerbungen und bei der Jobsuche. Zudem gibt es Sprechstunden und Beratungsangebote für Kinder und Jugendliche aber auch Eltern.

„Seit wir vor drei Wochen das Mindestalter von zehn auf acht Jahre gesenkt haben, kommen wöchentlich mehr als 200 Besucher“, freut sich Juke-Leiterin Verena Eyhorn von der Dieter-Kaltenbach-Stiftung über die große Resonanz. Etwa 70 Prozent der Besucher sind zwischen acht und 14 Jahre alt.

„Die Kinder und Jugendlichen können ihre Ideen und Wünsche einbringen, mitgestalten und Verantwortung übernehmen“, sagt Eyhorn.

„Die Mitarbeiter hier sind alle nett“, findet die 14-jährige Klara und spricht damit Eyhorn – und ihrer Kollegin Grit Lüthge sowie FSJ-lerin Johanna Greve ein großes Kompliment aus.