Weil am Rhein Emotionale und finanzielle Belastung

Weil am Rhein - Das Familienzentrum Wunderfitz hat 2019 zwar ein Finanzvolumen von gut 900 000 Euro verbucht und noch 466 Euro plus gemacht, doch im Corona-Jahr 2020 fehlen Einnahmen in fünfstelliger Höhe. Auch treibt die Sorge um einen zweiten Lockdown die Verantwortlichen um. Mit einer dreiköpfigen Führungsspitze statt einem großen Vorstand will der Verein personell für die Zukunft gewappnet sein.

Weil auch die Kinderbetreuung durch das Familienzentrum während des Lockdowns eingestellt werden musste, wurde den Eltern ein Gesamtbetrag in Höhe von 33 000 Euro zurückgezahlt. „Das Geld fehlt uns“, erklärte Geschäftsführerin Ingrid Weinmann am Donnerstagabend bei der Jahreshauptversammlung. Der Verein hofft, dass die Stadt den Betrag übernimmt, worüber die Gemeindepolitik im November entscheiden muss.

Doch auch aktuell laufen kontinuierlich Mehrkosten durch Corona auf. Im Hort müssen wegen der erforderlichen Gruppentrennung drei statt vier Erzieherinnen arbeiten, was mit 4000 Euro monatlich zu Buche schlägt. Zugleich wurde die Zeit der Betreuung verkürzt, um die Hygieneanforderungen zu erfüllen. Eine emotionale Belastung sei die Corona-Zeit ebenfalls. So sind Eltern auch häufig auf die Betreuungsangebote angewiesen.

Programm und Umzug

Ein neues Veranstaltungsprogramm hat der Verein zwar geplant. Doch: „Ich hoffe, dass wir es auch umsetzen können“, weiß Weinmann um die Corona-Unwägbarkeiten. Mit Abstand und Maske werde der Offene Treff jedenfalls noch angeboten.

Der Umzug in das neue Domizil an der August-Bauer-Straße ist zudem für Juni/Juli ins Auge gefasst und soll dann im August durchgeführt wein, kündigte die Geschäftsführerin an. „Je nach Situation“ werde es eine kleine Einweihungsfeier geben. Ein großer Punkt stelle noch die Gartengestaltung dar, da die Spielgruppen des Familienzentrums hier Möglichkeiten erhalten; auch an neue Angebote wie Brunch oder Open-Air-Kino ist schon gedacht worden. Eine Schwierigkeit bildet laut der Geschäftsführerin: „Es wird sehr teuer werden.“ Daher gelte es, Sponsoren zu finden und Fördertöpfe anzuzapfen.

Alte Vorsitzende im Trio

An der Spitze dabei aktiv sein werden künftig drei gleichberechtigte Vorstände statt ein mehr als doppelt zu großer Vorstand mit klassischer Konstellation. Hierzu wurde zuerst einstimmig eine neue Satzung verabschiedet. Auch die Wahl des Führungs-Trios lief einstimmig ab. So kehrt die frühere Vorsitzende Halka Dupy an die Spitze zurück, gemeinsam mit Stefanie Bridge und Andreas Arndt.

Eigentlich ein Betrieb

Die bisherige Vorsitzende Patrizia Schellhammer hatte zuvor darauf verwiesen, dass das Familienzentrum eigentlich ein Betrieb mit 25 Mitarbeitern sowie Ehrenamtlichen und Übungsleitern sei, doch dahinter der 220 Mitglieder starke Verein stehe. Dies wird auch anhand von 905 000 Euro auf der Einnahmenseite (fast die Hälfte Zuschüsse) und dem gleichen Betrag auf der Ausgabenseite (vor allem Personalkosten) deutlich.

„Das Wunderfitz ist gewachsen und verändert sich“, so Schellhammer, die ebenso wie ihr Stellvertreter Thomas Asal nicht mehr zur Wahl antrat. Um die Abläufe angenehmer zu gestalten, werde auf die neue Führungsstruktur gesetzt. So habe der Verein außerdem auch nicht so große Schwierigkeiten, künftig ausreichend viele Vorstandsmitglieder zu finden.

Um die Mitarbeiter finanziell abzusichern, wurde auch der Passus, dass die Bezahlung der Geschäftsführung sowie der Bereichsleiter nach Aufwand und Geschäftslage erfolgt, abgeändert. Dies gilt künftig nur für die Geschäftsführung.

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