Weil am Rhein Endlich wieder Begegnungen vor Ort

Ingmar Lorenz

Nach einer langen Zeit, die geprägt war von Telefonanrufen und Videokonferenzen, konnten am Mittwochabend die Städtepartner aus Trebbin und Bognor Regis wieder im Weiler Rathaus begrüßt werden. Die Gäste nutzten die Gelegenheit, um darüber zu informieren, was bei ihnen aktuell alles ansteht.

Von Ingmar Lorenz

Weil am Rhein. Zunächst aber ergriff der Gastgeber, Oberbürgermeister Wolfgang Dietz, das Wort. Die Gäste seien in eine Stadt gekommen, die von Bautätigkeit geprägt ist, führte Dietz mit Blick auf die Arbeiten am Rathaus aus. Man könne derzeit im Weiler Verwaltungsgebäude sehen, wie im Jahr 1962 gebaut worden sei, wies er auf die an mancher Stelle offene Decke im Rathaus-Foyer hin. Neue Maßstäbe, unter anderem in Sachen Brandschutz, machen die Arbeiten jedoch notwendig. Auch an der Erweiterung des Rathauses führe kein Weg vorbei. Durch diese werde der Tatsache Rechnung getragen, dass Weil am Rhein seit den 1960er-Jahren enorm gewachsen ist.

Aus seiner Verstimmung über die Verzögerungen bei den Baumaßnahmen machte der OB indes keinen Hehl. Erst sei diesbezüglich seitens der ausführenden Firmen mit der Corona-Krise argumentiert worden, inzwischen gebe es Lieferschwierigkeiten aufgrund des Kriegs in der Ukraine. Fast könne man meinen, der russische Überfall erklärte sich durch die enorme Bedeutung der Ukraine für den Bausektor, sagte Dietz mit einer gehörigen Portion Sarkasmus. Aber Handwerker seien – ebenso wie Politiker – noch nie um Ausreden verlegen gewesen.

Gäste erleben die Stadt und die Regio

Ein Vorzeigeprojekt sei hingegen das neue Jugendzentrum in Friedlingen, durch dessen Errichtung ein Kurs fortgesetzt werden konnte, der bereits in Haltingen eingeschlagen worden war. Was die übrigen Entwicklungen in der Stadt anging, so verwies der Rathauschef auf die Weiler Mitglieder des Städtepartnervereins, die die Gäste aus Bognor Regis und Trebbin en Detail ins Bild setzen würden. Er sei froh, dass man sich nach so langer Zeit wieder persönlich treffen kann. „Es war allerhöchste Zeit“, betonte Dietz.

Die Grüße aus Bognor Regis überbrachte Heather Perrott. Der Bürgermeister der englischen Stadt habe selbst nicht kommen können. Erst kürzlich habe er sein Amt angetreten und sei nun mit vielen organisatorischen Angelegenheiten beschäftigt. Der Bürgermeister in Bognor Regis wird jährlich gewählt, erklärte die Perrott. Sie betonte abschließend ebenfalls die Bedeutung des persönlichen Kontakts der Städtepartner.

Auch Bürgermeister-Stellvertreterin Ina Schulze aus Trebbin erklärte, dass sich der Bürgermeister Thomas Berger entschuldigen müsse. Sein Terminkalender lasse eine Reise in die Partnerstadt derzeit nicht zu. Denn in Bälde stehen auch in Trebbin Bürgermeisterwahlen an, bei denen sich Berger neben sieben Gegenkandidaten um das Amt bewirbt.

Übereinstimmend lobten die Redner das Programm des Städtepartnervereins für den Besuch in Weil am Rhein. Durch die Ausflüge in die Schweiz und nach Frankreich werde der europäische Charakter der 3-Länder-Stadt hervorgehoben, befand Dietz, der im Anschluss an den offiziellen Teil das Buffet eröffnete. Allerdings erst, nachdem die Bond’s Big Band, die musikalisch durch den Abend führte, eine Zugabe gespielt hatte. Christian Leitherer, der in der Big Band den sprichwörtlichen Ton angibt und gleichzeitig Vorsitzender des Weiler Städtepartnerschaftsvereins ist, nutzte denn auch noch die Gelegenheit, um den Gästen aus Trebbin und Bognor Regis nochmals für ihr Kommen zu danken.

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