Unermüdlich setzt sich seit 25 Jahren die Weiler Kinderhilfe KiHeV mit Thomas Harms an der Spitze für Kinder ein, die durch die Nuklearkata­strophe in Tschernobyl strahlengeschädigt sind. Diese wichtige Hilfe und das außerordentliche Engagement von Thomas Harms wurden nun bei einer Konferenz der Weltgesundheitsorganisation in Kiew gewürdigt. Weil am Rhein (sc/sif). Gestern waren es genau 30 Jahre, als die Reaktorkatastrophe in Tschernobyl, nur etwa 100 Kilometer von der ukrainischen Hauptstadt entfernt, die Welt in Atem hielt. Die Nuklearkatastrophe ereignete sich am 26. April 1986 in Block 4 des Kernkraftwerks Tschernobyl nahe der ukrainischen Stadt Prypjat. Viele Menschen leiden heute noch an den Spätfolgen der radioaktiven Belastung. Deshalb setzt sich die Weiler Initiative Kinderhilfe KiHeV seit nunmehr zweieinhalb Jahrzehnten für die Strahlenopfer ein und unterstützt die Kinderklinik in ­Kiew (siehe auch Interview mit dem Weiler Apotheker und Vorsitzenden des Vereins KiHeV, Thomas Harms). Sein beispielhaftes Engagament wurde jetzt im Rahmen einer internationalen Konferenz aus Anlass des 30. Jahrestags dieser Nuklearkata­strophe in Kiew gewürdigt. Das Nationale Medizinische Zentrum für Strahlenforschung dankte Harms stellvertretend für den Weiler Verein. Thomas Harms war zu der einwöchigen, von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie vom Nationalen Forschungszentrum für Strahlenmedizin ausgerichteten Konferenz eingeladen worden. Weit über 100 Wissenschaftler und Professoren aus Europa und Japan hielten Vorträge über die Folgen von Tschernobyl sowie die inzwischen gewonnenen Erkenntnisse über die aufgetretenen Erkrankungen und deren Behandlungsmöglichkeiten. Dabei hatte Harms Gelegenheit, Probleme anzusprechen und über Erfolge der Hilfsaktionen zu berichten. Zuvor hatte der Weiler KiHeV-Vorsitzende bei der Einreise Schwierigkeiten am Zoll. Die Beamten nahmen, wie gewohnt, das Gepäck gründlich auseinander. Nur durch die Unterstützung einer Mitarbeiterin des Krankenhauses, das KiHeV seit 25 Jahren mit Medikamenten, Geräten und Diagnostika unterstützt, gelang es schließlich, alles wieder einzupacken. „Das waren 90 Minuten Stress pur, in denen ich in Schweiß gebadet war“, sagte Harms nach seiner Rückkehr. Die nächste unangenehme Überraschung wartete bereits im Gästehaus auf ihn. Es gab keine Heizung und das Wasser war eiskalt. Doch letztlich sei das alles nicht so wichtig gewesen, berichtete Thomas Harms. Viel bedeutender war, dass die sehnlichst erwarteten und dringend benötigten Hilfsgüter aus Weil am Rhein mitgebracht werden konnten. Dazu gehörten auch kleine Geschenke und Süßigkeiten für die Kinder, die mit einem glückstrahlenden Lächeln dankten. Ob der kleine Portianko, der unter akuter lymphatischer Leukämie leidet und seit zwei Jahren mit einer hohen Dosis Chemotherapeutika behandelt werden muss, oder die Geschwister Palko und Chudova, die immer wieder zur Behandlung wegen hochgradiger Anämie ins Krankenhaus müssen: KiHeV bringt den Kindern und deren Familien etwas Hoffnung und ein kleines bisschen Lebensfreude. n Wer die Kinderhilfe KiHeV in Weil am Rhein unterstützen möchte, kann dies mit einer Spende unter folgender Kontonummer bei der Sparkasse Markgräflerland tun: IBAN DE22 683 518 65 000 81 31 112