Weil am Rhein Erkennen, prüfen, verbessern

Sigrid Fuchs und Gerd Möller freuen sich auf die Zusammenarbeit mit einem Ehrenamtskoordinator. Foto: Ingmar Lorenz

Wie und wo kann die katholische Kirchengemeinde Weil am Rhein beim Ehrenamt neue Wege beschreiten? Und was kann getan werden, um das bereits bestehende Engagement zu fördern? Ein Ehrenamtskoordinator wird sich künftig mit diesen und weiteren Fragen befassen.

Von Ingmar Lorenz

Weil am Rhein. „Es ist eine spannende Sache, die wir starten“, sagt Pfarrer Gerd Möller, der gemeinsam mit der Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Sigrid Fuchs erklärt, was es mit der neuen Stelle in der katholischen Kirchengemeinde Weil am Rhein auf sich hat. Ein Ehrenamtskoordinator soll ab dem kommenden Jahr Ansprechpartner für alle jene sein, die sich in der katholischen Kirchengemeinde bereits engagieren, erklärt Möller. Es gehe unter anderem darum, den ehrenamtlich Engagierten etwas zurückzugeben, ihnen zu zeigen, wie sehr ihre Arbeit geschätzt wird.

Allerdings umfasst die Arbeit des Ehrenamtskoordinators weit mehr als das. Denn die Kirchengemeinde erhofft sich auch, Ansatzpunkte für neue Projekte und mögliche Kooperationen aufgezeigt zu bekommen, die man bisher nicht im Blick hatte.

Veränderungen und Erweiterungen prüfen

Zwar sei die katholische Kirchengemeinde in den „klassischen“ Bereichen der ehrenamtlichen Arbeit gut aufgestellt – Möller nennt etwa die Angebote, die speziell auf Senioren, Jugendliche, Männer oder Frauen zugeschnitten sind, gleichzeitig aber weiß der Pfarrer: „Es gib noch mehr als das.“ Wie neue Formate aussehen könnten, ist daher eine der zentralen Fragen, mit der sich der Ehrenamtskoordinator auseinandersetzen wird.

In einem ersten Schritt, so erklärt Sigrid Fuchs, werde es darum gehen, sich genau anzuschauen, wie die bisherigen Angebote aussehen. „Den Ist-Zustand zu erfassen, ist die Grundlage für die weitere Arbeit.“ Im Anschluss wird dann geprüft, wo Veränderungen und Erweiterungen möglich und sinnvoll sind und wie diese gegebenenfalls auf den Weg gebracht werden können.

Im Zuge dessen soll auch Altbewährtes auf den Prüfstand kommen. Dass das möglicherweise nicht ganz reibungsfrei ablaufen wird, ist Fuchs und Möller klar. Die neue Stelle birgt Chancen und Risiken, sagt der Pfarrer, betont aber zugleich, wie wichtig es ist, die ehrenamtliche Arbeit weiterzuentwickeln, dabei neue Wege zu beschreiten und diese immer wieder auch kritisch zu diskutieren. „Wenn es anfängt zu knirschen, ist die Stelle angekommen“, fasst Möller die Bewegung und die damit verbundene Debatte, die er sich in Zukunft erhofft, zusammen. Bis dieser Punkt erreicht ist, werde es seiner Einschätzung nach aber mindestens ein Jahr dauern.

Kreative Lösung für Einrichtung der Stelle

Die Idee für den Ehrenamtskoordinator entstand in der Erzdiözese im Rahmen einer Studie, in der das Ehrenamt vor einigen Jahren unter die Lupe genommen wurde, berichtet Fuchs. Im Anschluss hatten die Gemeinden die Möglichkeit, sich für die Einrichtung der Stelle für einen Ehrenamtskoordinator zu bewerben. In zwei Runden wurden je acht Stellen vergeben. Wie Fuchs und Möller darlegen, habe die katholische Kirchengemeinde Weil am Rhein sich zweimal beworben, sei aber leer ausgegangen. Die Lösung bestand schließlich darin, das Stellenkontingent, das für die neue Gemeindereferentin zur Verfügung stand, gewissermaßen zu teilen. 50 Prozent des Kontingents entfallen auf die Gemeindereferentin, die übrigen 50 Prozent auf den Ehrenamtskoordinator. Auf diese Weise wird die Stelle über die Erzdiözese zwar refinanziert, ist inhaltlich aber an keine Vorgaben gebunden.

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