Weil am Rhein Erweiterte Anlage von jungen Männern gern genutzt

Fabian Lenz posiert im Handstand auf dem Parallelbarren, Leon Zeh „hängt“ darunter, mit dabei ist Trainingskollege Cem Yildirim. Stephan Fischer von der Grünplanungsabteilung des Rathauses und Verena Eyhorn, Leiterin der Stadtjugendpflege (im Hintergrund), lassen sich vorführen, was an den Stangen alles möglich ist. Foto: zVg Foto: Weiler Zeitung

Weil am Rhein. Beim Schlaichturm kann man sie immer öfter beobachten: Junge Männer, die sich an der Streetworkout-Anlage mit akrobatischer Leichtigkeit in die Höhe schwingen und dabei beeindruckende Figuren turnen. „Auf deutscher Seite ist das hier die einzige Anlage dieser Art weit und breit“, erklären die Jungs, die hier regelmäßig trainieren. Auf ihre Initiative hin hat die Stadt die Anlage erweitert.

Und diese Erweiterung, die im Frühjahr abgeschlossen wurde, hat sich gelohnt. Die Gruppe der Nutzer werde immer größer, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt. Die jungen Sportler sprechen von einer gut durchdachten Anlage. „Die Geräte bieten genau das, worauf es ankommt“, bestätigt Leon Zeh, einer der Initiatoren.

Damit meint er, dass die Stangen in ergonomisch sinnvoller Höhe angebracht sind und den richtigen Durchmesser zum Greifen haben. Dies sei nicht selbstverständlich, denn oftmals entstünden solche öffentlichen Plätze ohne abgestimmtes Konzept, so dass die Geräte sich am Ende nicht für eine effektive sportliche Nutzung eigenen.

Dank der engen Zusammenarbeit zwischen den Jugendlichen und der Stadt- und Grünplanungsabteilung ist jedoch eine effektive Anlage mit Klimmzugstangen, Parallelbarren, Hangelleitern und Sprossenwänden entstanden. Die Erweiterung hat rund 20 000 Euro gekostet, wovon die Stadt den Großteil bezahlt hat. 1500 Euro sind an Preisgeldern mit eingeflossen, die die Initiatoren des Projekts für ihr Engagement gewonnen haben. 500 Euro bekamen sie im Rahmen der „Goldenen Göre“ und 1000 Euro stammen aus dem „Junior Club Award“ des Europa Parks Rust.

Streetworkout – oder Calisthenics – ist eine freie Form des Kunstturnens. Trainiert wird mit dem eigenen Körpergewicht. Bei den Könnern mag das spielerisch aussehen: Calisthenics ist jedoch ein Leistungssport, für den es Disziplin braucht.

Und die haben die ehrgeizigen jungen Männer, von denen einige sogar an internationalen Wettkämpfen teilnehmen. Der 20-jährige Leon Zeh zum Beispiel hat vergangenes Jahr die Schweizer Meisterschaften gewonnen.

Der Sport ist zwar auch für Frauen geeignet, zur Weiler „Szene“, die sich entwickelt hat, gehören jedoch fast nur Männer. Inzwischen kommen auch Sportler aus dem Elsass oder aus Basel zum Training. Die Leidenschaft fürs Streetworkout, verbunden mit einer disziplinierte Lebensweise verbindet sie.

Im Winter wird auch in der Sporthalle der Realschule Dreiländereck oder im Kraftraum des Kraftsportvereins Blau-Weiß Weil am Rhein trainiert, dem die Gruppe beigetreten ist, und dort eine eigene Abteilung „Calisthenics“ bildet. Der Großteil trainiert das ganze Jahr draußen.

Die Weiler Anlage ist im Internet auf der Szene-Plattform calisthenics-parks.com aufgeführt. Mit vier Sternen gehört sie dort zu den qualitativ am besten bewerteten Anlagen deutschlandweit.

Von den beeindruckenden Kunststücken sollten sich sportlich Gewillte aber nicht einschüchtern lassen: Die Anlage steht auch jenen zur Verfügung, die nur ein paar Liegestützen machen oder Übungen in ihr Laufprogramm integrieren wollen.

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