Weil am Rhein „Es geht an die Substanz“

Für die Buchhändlerin Elke Gründler-Lindow steht die Gesundheit an erster Stelle. Zugleich spürt sie in Alt-Weil auch deutlich die wirtschaftlichen Coronavirus-Auswirkungen. Foto: zVg Foto: Weiler Zeitung

Weil am Rhein (mcf). Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise machen sich auf verschiedenen Ebenen bemerkbar. Auch die Buchhandlung Lindow in Alt-Weil musste aufgrund der neuen Vorgaben schließen. Im Gespräch mit Marco Fraune bietet die Buchhändlerin Elke Gründler-Lindow einen Einblick, wie sich dies in ihrem kleinen Betrieb auswirkt.

Frage: Sie mussten aufgrund der Corona-Bestimmungen Ihre Buchhandlung an der Hinterdorfstraße schließen. Was tun Sie nun?

Kunden können weiterhin per E-Mail Kontakt aufnehmen, mich anrufen oder über unseren Online-Shop einkaufen. Der Laden selbst darf aber nicht mehr als Verkaufsfläche genutzt werden. Niemand stöbert dort mehr nach neuem Lesestoff.

Frage: Wie viele Mitarbeiter sind denn betroffen?

Ich habe zwei Mitarbeiterinnen, die seit Mittwoch zu Hause sind und für die ich Kurzarbeit beantragt habe. Zum Glück befindet sich die Buchhandlung in einer eigenen Immobilie – da belastet die Schließung die Ertragslage nicht so sehr.

Frage: Wie groß sind Ihre derzeitigen Verluste?

Es handelt sich um einen 90- bis 100-prozentigen Rückgang. Das geht also an die Substanz. Ich kann außerdem nicht beziffern, wie es sich weiter entwickeln wird. Von einem auf den anderen Tag ist der Umsatz fast völlig eingebrochen.

Frage: Ein bis zwei Monate lassen sich überbrücken. Und dann?

Das weiß ich auch nicht. Unklar ist beispielsweise, wie sich die Situation mit den Schulen darstellen wird. Denn es werden auch viele Lehrbücher bei uns bestellt. Sind die Verlage in wenigen Wochen in der Lage, diese auch zu drucken?

Frage: Was kann Ihrer Einschätzung nach der stationäre Handel in Weil am Rhein aktuell tun?

Ich habe der Händlervereinigung „Weil-aktiv“ mit ihrem Vorsitzenden Wolfgang Raithel eine Idee übermittelt, dass Kunden jetzt Wertgutscheine für ein bestimmtes Geschäft kaufen können. Damit erhält dieses schon jetzt die dringend benötigten Einnahmen.Wenn die Geschäfte wieder öffnen dürfen, können die Kunden ihre Gutscheine in dem jeweiligen Laden einlösen.

Frage: Was stimmt Sie allgemein betrachtet erst einmal eigentlich optimistisch für die Zukunft?

Wie sich die Bürger verhalten. Ich bin bislang sehr stolz auf die Menschen. Ganz persönlich macht es mich hingegen betroffen, die sozialen Kontakte so einschränken zu müssen. Es muss aber aktuell sein.

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