Weil am Rhein Es gibt Licht und Schatten

Marco Fraune
Vater Hansi und Sohn Stephan Ritter setzen auch auf das Angebot in der Hütte. Foto: Fraune

Der „Schwanen“-Wirt Stephan Ritter und sein Vater, der Senior-Chef Hansi Ritter, blicken jeden Morgen auf die aktuellen Corona-Zahlen. Beide legen trotz der Pandemie noch Optimismus an den Tag. Wie unterschiedlich die Gästefrequenz tatsächlich sein kann, zeigt sich in ihrem Traditionshaus in Alt-Weil.

Von Marco Fraune

Weil am Rhein. Alle Tische sind Mitte dieser Woche stilvoll gedeckt. Es handele sich nicht um Platzfüller, sondern im Gasthaus werden die Tische tatsächlich später am Tag belegt, erzählen beide im Gespräch mit unserer Zeitung. „Aktuell voll ausgelastet“ bei Anwendung der 2G-Regel, heißt es. Zur Sicherheit werden die Gäste im Rahmen der Reservierung an diese Maxime erinnert, also Impf-Ausweis nicht vergessen. Rund 100 Plätze füllen sich so sukzessive.

Wenn es hingegen eine Etage höher geht, sieht es anders aus. Der „Engelisaal“, Ort für das fasnächtliche Rotsuppeessen bleibt verweist. Das wird wohl beim kommenden Rosenmontag 2022 so bleiben. „Die Hoffnung stirbt zuletzt“, meint Hansi Ritter. Sohn Stephan weiß zwar, dass es sich alles um geladene Gäste handelt, womit noch unklar sei, ob 2G oder 2Gplus greift, doch dass jeder Gast stundenlang Maske tragen will, das glaubt er nicht. Ein „To-go-Angebot“ mit Suppe, Waie & Co., wie in diesem Jahr schon, ist daher in der Überlegung.

Hütte soll Gäste locken

Hinter dem Gasthaus-Gebäude ist seit Anfang November aber eine Hütte aufgebaut, wo es Käsefondue, Raclette und einen „wochenaktuellen Hit“ gibt – und coronakonform eine Frischluft-Heizung. Die 54 Plätze stehen außer mittwochs am Abend zur Verfügung, doch: „Wir hoffen, dass es besser wird“, setzt Stephan Ritter auf eine höhere Nachfrage.

Ein Kernproblem, das sich zeigt: Schon insgesamt acht Weihnachtsfeiern wurden wegen der 2G-Regel beim „Schwanen“ abgesagt, so die Wasserstandsmeldung. Die Firmenchefs wollten die Ungeimpften aus der Belegschaft nicht ausschließen.

Jüngere Besucher in der Hütte fehlen zudem, da sie noch nicht in dem Maße durchgeimpft sind, weiß der junge Wirt. Auch sein Vater meint: „Ich hoffe, dass sie sich schnell impfen lassen. Mit 2G haben wir kein Problem, bei 2G-Plus hätten wir ein großes Problem.“

Ex-Teststation und Hotel

Mit der alten 3G-Regel und dem Testen kennt sich Stephan Ritter angesichts der zurückliegenden Monate gut aus. So gab es am „Schwanen“ in Alt-Weil bis vor vier Wochen noch eine eigene Corona-Teststation. 450 Tests kamen seit dem Frühjahr zusammen. Mittlerweile blicken Vater und Sohn Ritter nur noch auf die Ergebnisse der kreis-, landes- und bundesweiten Corona-Testtabellen. Denn wer in den Schwanen kommt, ist geimpft. „Die anderen bleiben daheim.“

Nur getestete Hotelgäste dürfen nur auf ihrem Zimmer bleiben, das Essen werde dorthin serviert, schildert Ritter junior. 54 Betten stehen zur Verfügung. In jüngster Zeit sei die Nachfrage wieder gut, auch im Sommer konnte der „Schwanen“ bei Touristen punkten. Über Schwarzwaldtourismus oder einfach auf dem Weg in Richtung Süden kamen die Gäste.

Aktuell treibt Vater und Sohn die Sorge vor weiteren Verschärfungen bis hin zum Lockdown um. „Man hat immer Angst und hängst in der Luft.“ Es wird wohl ein schwieriger Winter werden, schätzt der junge Wirt. „Für die Zeit danach kann man Hoffnung haben.“

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