Weil am Rhein Fasnacht endet mit Online-Feuer

Das Fasnachtsfeuer-Video ist das letzte von insgesamt zwölf. Foto: /Screenshot: Marco Fraune

Weil am Rhein -  Nahezu geräuschlos ist die Weiler Buurefasnacht am Wochenende zu Ende gegangen. Der alljährliche Schlusspunkt wurde – wie schon bei den vorherigen Veranstaltungen – lediglich im Internet auf Youtube gesetzt.

Dass sich an dem digitalen Fasnachtsfeuer nur relativ wenige Nutzer erwärmt haben, stellt für Uwe Wissler, Initiator und Vorsitzender der IG Weiler Straßenfasnacht, kein Problem dar. Seine Hoffnungen ruhen in realer statt digitaler Form auf 2022.

259 Besucher für den Film über den großen Weiler Buurefasnachtsumzug standen bis Dienstagmittag in der Abrufe-Statistik von Youtube. Mehrere zehntausend Interessierte säumen üblicherweise die Straßen während des Höhepunkts der Weiler Fasnachtssaison. „Die Zahl der Abrufe wurmt mich nicht“, versichert der IG-Chef im Gespräch mit unserer Zeitung. Auch bei nochmaligen Nachfragen unterstreicht Wissler: „Das stört mich überhaupt nicht.“

Vielmehr freute er sich über positive Rückmeldungen aus den Reihen der 20 Mitglieds-Cliquen, die häppchenweise in fünf verschiedenen Youtube-Videos vorgestellt wurden. „Das ist Genugtuung und gefällt einem, ich gucke aber nicht auf die Online-Analysen.“ Im Gegensatz zu den humoristischen Beiträgen der Saalfasnächtler, also der Narrenzunft Wiler Zipfel, die vereinzelt deutlich in den 2000er-Abrufbereich kamen, liegen die von Wissler produzierten IG-Videos nur im mittleren 200er-Bereich.

Für den Vorsitzenden der Interessengemeinschaft hat nicht das Generieren von Klicks Bedeutung, wie er betont, sondern es gehe ihm um eine Alternative zur Fasnacht. „Wer Lust hat, kann sich ein paar Bilder ansehen und Informationen dazu erhalten. Wichtig ist, dass die Fasnacht nicht vergessen wird und wir uns in Erinnerung rufen.“ Insgesamt ein Dutzend Videos zu den eigentlich in jedem Jahr anstehenden Veranstaltungen hat er daher produziert, also Bilder gesichtet, ausgewählt, zusammengefügt und dann als Moderator eingeordnet. „Es war auch wichtig, die Cliquen und Veranstaltungen vorzustellen.“

Trotz der bislang noch überschaubaren Resonanz soll an dem Video-Format auch im nächsten Jahr ein Stück weit festgehalten werden. Zum Abschluss wird ein „Best-of“-Video erstellt, so der Plan für 2022.

Dass die Fasnacht in digitaler Form nicht zündet, will Wissler nicht unterschreiben. „Die Fasnacht ist online anders.“ Doch auch er setzt auf die analoge Form. Denn das Zusammensein, zusammen Spaß haben, singen, trinken und gemeinsam etwas erleben, schätzt auch Wissler enorm. „Es gibt auch eingefleischte Fasnächtler, die sich bewusst die Videos nicht angesehen haben“, hat er entsprechende Rückmeldungen erhalten.

Ebenso wie seine Fasnachts-Mitstreiter sehnt Wissler auch die von Veranstaltungen geprägte Fasnacht herbei. „Es muss und wird im nächsten Jahr eine Fasnacht geben.“ Eventuell finde diese nicht in vollem Umfang statt. „Ich gehe von Corona-Nachwehen aus.“ Wichtig sei aber, endlich gemeinsam und öffentlich feiern zu können, also dass man sich in Weil wiedersieht.

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