Weil am Rhein Fast wie ein neues Schulgebäude

Weiler Zeitung, 09.08.2018 19:55 Uhr

„Das ist die bislang größte Sanierungsmaßnahme an einem städtischen Gebäude.“ Das sagte gestern Erster Bürgermeister Christoph Huber, als er bei einer Baustellenbesichtigung das Gemeinschaftsschul-Projekt vorstellte. Für 10,6 Millionen wird derzeit das Gebäude aus dem Jahr 1967 umfassend saniert. Bis Ende nächsten Jahres soll die Schule rundum erneuert sein.

Von Siegfried Feuchter

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Weil am Rhein. Die Frage, warum die Stadt bei einer solchen Summe nicht gleich einen Schulneubau geplant hat, beantwortete Huber in Anwesenheit von Hauptamtsleiterin Annette Huber, Thomas Klug und Ryad Bounedjar vom städtischen Gebäudemanagement sowie Rektor Burkhard Keller, Konrektor Dieter Steininger und Hausmeister Andreas Schröder gleich selbst: „Ein Neubau mit Abriss des bestehenden Gebäudes würde nach Kostenschätzungen mehr als 18 Millionen Euro kosten.“

Wie viele Bauhandwerker verschiedener Gewerke während der Sommerferien auf der Großbaustelle zugange sind, verdeutlichte Thomas Klug. Angefangen vom Brandschutz in dem mehr als 50 Jahre alten Gebäude, der auf den neuesten Stand der Technik gebracht wird, über Elektroarbeiten, Schadstoffsanierung bis hin zur Fassadenerneuerung reichen die vielfältigen Sanierungsmaßnahmen.

An der Fassade werden die Waschbetonplatten samt der alten Styropordämmung demontiert, außerdem die schadstoffbelasteten Bauteile wie PCB-Fugen, Zementfaserplatten und künstliche Mineralwolle entfernt. Die Schadstoffsanierung begleitet und koordiniert die Ingenieurgesellschaft für Luft-, Abgas- Bodenanalytik und Umweltfragen.

Für die Demontage der Zementfaserplatten sowie der Asbestplatten gelten genaue Vorschriften, wie Klug sagte. Die Maßnahmen müssen nämlich beim Gesundheitsamt angemeldet werden und sie werden auch überwacht. Die Schadstoffsanierung soll noch während der Schulferien abgeschlossen werden, ebenso alle anfallenden lärmintensiven Demontagearbeiten.

Im September wird mit dem ersten Bauabschnitt der Fassadenerneuerung an der Nordseite begonnen. Es wird insgesamt vier Bauabschnitte mit je zwölf Wochen Dauer geben, so dass die komplette Sanierung der Gemeinschaftsschule bis Ende 2019 abgeschlossen sein soll. Durch die neuen Fassadenelemente, die passgenau eingehängt werden, wird das Gebäude leichter und damit nach Darstellung der Fachleute auch statisch stabiler.

Es werden neue Fenster (KfW 70-Standard) eingebaut, außerdem soll eine neue Be- und Entlüftungsanlage für ein besseres Raumklima sorgen. Verbesserter Wärmeschutz und automatische Verschattung des Gebäudes, neue Decken und komplett neue Elektroleitungen und deren geänderte Verteilung sind weitere Maßnahmen.

„Ursprünglich hatten wir bei den Elektroarbeiten gedacht, für Anpassungen mit 80 000 Euro auszukommen, jetzt liegen wir bei mehr als einer Million Euro“, sagte Erster Bürgermeister Huber. Als nämlich die Decken geöffnet wurden, sah man erst, was alles erneuert werden muss – so gut wie alles.

Dies wird als ein Beispiel dafür gewertet, dass es bei der Sanierung eines alten Gebäudes immer wieder Überraschungen gibt, zumal alte Pläne zuweilen nicht mit dem übereinstimmen, wie tatsächlich in manchen Bereichen gebaut worden ist. Auch müssen im Zuge der Digitalisierung rund drei Kilometer EDV-Leitungen verlegt werden, ebenso wird es eine neue Beleuchtung im Schulgebäude geben.

Während der monatelangen Sanierungsarbeiten müssen immer wieder einzelne Klassen in einen der neun Container ausgelagert werden. Das gilt auch für das „Lehrerzimmer“.

 
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