Weil am Rhein Feste Größe im Dorfleben

Einen Jubiläumsabend wie den des Ötlinger Gesangvereins organisatorisch geschmeidig auf die Reihe zu bekommen, ist nicht einfach. Doch Vorsitzender Joachim Buck und seine erfahrenen Mitstreiter bewältigten die logistische Herausforderung souverän. Und wo immer auf Komplimente oder nicht ganz ernst gemeinte Anspielungen reagiert werden musste, war Buck um eine schlagfertige Replik nicht verlegen.

Von Walter Bronner

Weil am Rhein-Ötlingen. Als festen Bestandteil des Ötlinger Dorflebens würdigte Oberbürgermeister Wolfgang Dietz den Gesangverein, dessen Aktive nicht nur bei Probe und Konzert die Stimme erheben würden, sondern auch, wenn es um die Entwicklung des Dorfes gehe. Dietz erinnerte an die Gründerzeit, in der sich schon die Vorboten der demokratischen Revolution von 1848/49 bemerkbar machten, und das im selben Jahr, in dem der in Rheinfelden (Schweiz) geborene Jacob Christoph Rad seine Maschine zum Herstellen von Würfelzucker patentieren ließ.

Das Stadtoberhaupt hatte auch eruiert, dass bereits 15 Jahre vor Vereinsgründung in Ötlingen ein Chor mit zwölf Sängern bestand und hier von 1879 bis 1884 im gemischten Chor gesungen wurde. Erstaunlich sei auch aus heutiger Sicht, dass der Verein damals keine jungen Sänger aufnehmen wollte und diese deshalb einen eigenen Verein gründeten. „Die Jugend als Ausschlussgrund ist bei Gesangsvereinen heute eher nicht mehr zu erwarten!“, vermutete Dietz, der als Geschenk der Stadt einen ansehnlich dotierten Scheck mitgebracht hatte.

Den lange zurückliegenden Jugendausschluss thematisierte auch Ortsvorsteherin Helene Brombacher in ihrem Grußwort, in dem sie dem Jubiläumsverein attestierte, dass dieser dem Dorf seinen kulturellen Stempel aufgedrückt habe. Auch sie hatte noch Anekdotisches aus der Vereinsgeschichte in petto, etwa den ersten Konzertauftritt bei elektrischem Licht anno 1921 und die geldmäßig „horrende“ Dirigentenvergütung während der Inflationszeit plus eines Doppelzentners Weizen.

Seitens des Obermarkgräfler Chorverbands gratulierte Präsidentin Doris Ludin mit einer Liedspende sowie Urkunden des Deutschen und Badischen Chorverbands. Und als Sprecher der örtlichen Vereine hatte Feuerswehr-Abteilungskommandant Christoph Schäublin „bare Noten für singbare Noten“ mitgebracht.

Auch von den mitwirkenden Vereinen gab es viele Komplimente, gute Wünsche für die Zukunft sowie mancherlei Ermunterung zur weiteren Pflege alten und neuen Liedguts, auch in der momentan häufig prekären Situation so vieler Traditionsvereine. Dies war meist auch verbunden mit dem Austausch von Geschenken und Gegengeschenken. So von Président André Welter vom „Choeur d’Hommes de Saint Louis“, von der Frauensingkreis-Vorsitzenden Ingrid Martini sowie den Vorsitzenden der beiden Nachbarvereine, Rolf Itzin (Binzen), und Gustav Walliser (Haltingen).

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