Weil am Rhein Feuerwehr Märkt in Alarmstimmung

Dem Feuerwehrbedarfsplan der Stadt und auch den zusätzlichen Personalstellen für die Feuerwehr hat der Ortschaftsrat zugestimmt. Foto: Marco Fraune

Weil am Rhein-Märkt - Der Ortschaftsrat Märkt setzt sich geschlossen für den Erhalt der Infrastruktur und eines Standorts der Freiwilligen Feuerwehr im Dorf ein. Sollte dies nicht kommen, wird ein großer Aderlass befürchtet. Dem Feuerwehrbedarfsplan der Stadt Weil am Rhein und auch den zusätzlichen Personalstellen für die Feuerwehr im Haushaltsplan 2021 wurde in der Sitzung am Mittwochabend aber zugestimmt.

Ortsvorsteher Stefan Hofmann beantragte, separat über die einzelnen Punkte der Beschlussvorlage abzustimmen. Auf Antrag von Ortschaftsrätin Elke Meier wurde außerdem die von der Verwaltung vorgeschlagene „Zwei-Standort-Lösung“, mit der Zentralen Feuerwache und einem weiteren Gerätehaus im nördlichen Teil des Stadtgebiets, in eine „Drei-Standort-Lösung“ abgeändert, davon ein Standort auf der Gemarkung Märkt.

„Wir sind moralisch kaputt“, berichtete Ortschaftsrat Rolf Rung zur Motivation seitens der aktiven Feuerwehrleute, die seit dem Jahr 2011 darauf hofften, dass sich etwas zum Besseren bewege, zumal 2017 sogar Gelder für einen Neubau eingeplant worden waren. Die Mannschaft warte noch die Entscheidung des Gemeinderats ab, und wenn der Standort in Märkt abgebaut werde, würden 80 Prozent ihren Dienst quittieren.

Vor dem Hintergrund der nunmehr seit Jahren andauernden Diskussion um den schlechten Zustand des Feuerwehrgerätehauses in Märkt und der bislang vergeblichen Lösungssuche für einen Neubau, der Festlegung auf einen Standort und dem Scheitern des Grundstückskaufs, entstehe nun der Eindruck, man habe einfach abgewartet und die Situation bis zur Fertigstellung des Feuerwehrbedarfsplans „ausbluten“ lassen, sagte Ortschaftsrat Christoph Schröder. „Dem Vorschlag der Verwaltung kann ich nicht zustimmen. Ich kann mir doch nicht den eigenen Metzger aussuchen. Ein neues Feuerwehrgerätehaus ist eine kostspielige Sache. Aber in Weil werden auch andere kostspielige Sachen gemacht“, stellte er fest. Die Feuerwehr gehöre zum Dorf dazu, beides könne nicht auseinandergerissen werden.

Im Fall von Märkt würden die dörfliche Struktur, die Integration und das gesellschaftliche Engagement der Feuerwehr wegbrechen, meinte Diana Kasper. „Ohne den eigenen Standort als Mittelpunkt fehlt die Identifikation mit dem Ort und den Menschen. Auch die Anerkennung und Wertschätzung für die Feuerwehr wäre nicht mehr das Gleiche“, meinte sie.

„Die Infrastruktur muss vorhanden sein und ist die Voraussetzung dafür, die Mannschaftsstärke zu erhöhen“, betonte Ortsvorsteher Hofmann. Als mögliche Ansatzpunkte, die auch im Bedarfsplan aufgelistet sind, nannte er den Einbezug externer Feuerwehrleute, die in Märkt beruflich tätig sind, oder Wohnraum bevorzugt Feuerwehrangehörigen zur Verfügung zu stellen. Hofmann bedankte sich ausdrücklich bei allen Feuerwehrkameraden, die trotz der örtlichen Umstände stets eine hervorragende Arbeit leisteten. „Die Sicherheit der Bevölkerung in Märkt wusste der Ortschaftsrat mit unserer Feuerwehr immer gut aufgestellt. Was jahrelang gut war, soll jetzt nicht mehr genügen. Das stimmt mich sehr bedenklich“, sagte er.

Lesen Sie zum Thema auch "Es gibt Hürden für den Erhalt aller Standorte".

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