Weil am Rhein Fokus liegt auf dem Tüllinger Berg

Weil am Rhein - Am Tüllinger Berg gibt es noch viel zu tun, dies wurde bei der Jahreshauptversammlung des Trinationalen Umweltzentrums (Truz) deutlich. Neben einer Auszeichnung, vielen Projekten und bevorstehenden Aufgaben gaben die Fachbereichsleiter für grenzüberschreitenden Naturschutz und Umweltbildung, Astrid Deek und Thomas Schwarze, einen tieferen Einblick in die Arbeit im vergangenen Jahr.

Eine erfreuliche Nachricht konnten sowohl Vorsitzender und gleichzeitig Erster Bürgermeister der Stadt Weil am Rhein, Christoph Huber, und Umweltbildungsleiter Thomas Schwarze den Mitgliedern des Truz am Mittwoch geben: Der Fachbereich „Umweltbildung“ hat gemeinsam mit der Leopoldschule SBBZ und dessen Förderverein für das Projekt „Soziale Natur – Natur für Alle“ mit dem Sundgauhausprojekt den Preis der „UN-Dekade Biologische Vielfalt“ im Januar 2019 erhalten.

Rückblick

Der Rangerdienst wurde im Frühjahr 2019 aufgenommen. Durch die Tätigkeitsberichte des vergangenen Jahres schloss Huber, dass der Rangerdienst gut aufgenommen wurde. Außerdem informierte der Vorsitzende, dass die Stadt Riehen bereits beschlossen hat, dass nach den geplanten zwei Jahren der Rangerdienst erweitert werden soll. „Ich hoffe, dass trotz der coronabedingten Finanzlage auch die Stadt Weil am Rhein diesen weiterführen wird“, sagte Huber.

„In Kürze soll auch der neue Mietvertrag für das Gelände mit der Stadt unterzeichnet werden“, teilte Huber mit. Derzeit würde man sich über die Miethöhe unterhalten, doch Huber war zuversichtlich, dass man zu einem Einvernehmen kommen werde.

Um die Arbeit des Fachbereichs „ Grenzenloser Naturschutz“ zu veranschaulichen, brachte Leiterin Astrid Deek, Bilder mit. So zeigte sie ein Foto von einem Astloch und erklärte: „Bei unserem Teilbereich Gutachten und Planung führen wir scheinbar kleinere Tätigkeiten aus, aber auch die Begutachtung eines Astlochs beeinflusst den Naturschutz stark, schließlich stellt es einen Lebensraum für Fledermäuse dar.“

Das Mobil-Projekt – Modellregion Biotopverbund Markgräflerland, bei dem Streuobstwiesen mit 6000 Bäumen auf dem Tüllinger Berg kartiert wurden, stellte Deek vor und fügte hinzu: „Es herrscht akuter Handlungsbedarf am Tüllinger, daher nehmen wir uns weiterhin der Kartierung von Streuobstwiesen an.“

Daraufhin gab sie ein Beispiel, was der Teilbereich Naturschutzdienst und Landschaftspflege im vergangenen Jahr geleistet hat: Eine Aktionsmaßnahme stellte die Freistellung von Flächen dar: „Damit soll eine strukturreiche Landschaft entstehen, um der Zaunammer (Vogel) ein Zuhause zu geben. Schließlich lebt am Tüllinger Berg die größte Population in ganz Baden-Württemberg.“

Im Rahmen des Interreg-Projekts „NaturErlebnis-grenzenlos“ wurde in Weilmatten ein Teich für Laubfrösche angelegt. Das Interreg-Projekt wäre eigentlich dieses Jahr ausgelaufen, doch nun wurde beschlossen, es zu verlängern, teilte Huber mit.

Die jüngste „Erfolgsgeschichte“ des Fachbereichs sei das Errichten eines sechs Meter hohen und 25 Meter breiten Sandhügels. Dieser stellt ein Ersatzhabitat für Uferschwalben dar, erklärte Deek. Er wird auch rege genutzt, denn bereits 90 Brutpaare haben sich dort eingenistet.

Den zweiten großen Eckpfeiler des Truz stellt die Umweltbildung dar, dessen Arbeit Fachbereichsleiter Schwarze vorstellte. 284 Kindergarten- und Schulgruppen nahmen an den Kursen teil, dies seien sieben weniger als im vergangenen Jahr. Auch wenn die grenzüberschreitenden Schulpartner-Projekte 2019 weniger waren, konnte Schwarze einen Zuwachs bei den Garten-, Energie- und Kindergartenkursen sowie Kindergeburtstagen feststellen. Die meisten Kinder kamen dabei aus Lörrach und Weil am Rhein, aber auch 27 Gruppen aus der Schweiz und sieben aus Frankreich.

Die Kooperation mit dem Kindergarten St. Elisabeth beschrieb Schwarze als nachhaltig, da die Kinder sechs bis siebenmal an einem Projekt teilnehmen anstatt dem üblichen einmaligen Besuch.

Weitere Aktionen des Fachbereichs waren zwei deutsch-französische Schulprojekte „Klasse la Nature“ , eine Ferienwoche mit dem Familienzentrum Wunderfitz, Kurse mit dem Kooperationspartner VHS, und eine Kursleiterfortbildung zum Thema „Naturspiel“.

Die Kindergeburtstage seien sehr erfolgreich, nicht zuletzt deswegen, weil ein neues Konzept „Tierranger“ vom Fachbereich entwickelt wurde. „Sonst liegt der Durchschnitt bei 16, doch im vergangenen Jahr hatten wir 29 Gruppen. Das ist eine wahnsinnige Steigerung“, sagte Schwarze.

Ausblick

Mit dem Blick in die nahe Zukunft sagte Schwarze, dass die bisherigen Projekte in diesem Jahr weitergeführt werden. Außerdem werden zwei neue Kurse angeboten zum Thema Insekten und Abfall. Des Weiteren nutze das Landratsamt für Jugend und Familie das Sundgauhaus für die sozialpädagogische Familienhilfe.

Finanzen

Die finanzielle Situation des Truz stellte Huber vor: So konnte der Verein 2019 Einnahmen von mehr als 818 000 Euro generieren. Allerdings standen diesen Ausgaben von etwa 895 000 Euro gegenüber.

Laut Huber stehen dem Verein ausreichend Mittel zur Verfügung, um Liquidität auch künftig zu gewährleisten.

Sonstiges

Unter den Mitgliedern kam vor allem die Situation am Tüllinger Berg zur Sprache, dabei wurde vorgeschlagen, dass eine Art Rangerdienst auch dort eingesetzt werden solle. Schließlich sei dies ein anspruchsvolles Gebiet, das eine Infostelle sowie eine Aufsichts- und Kontrollmöglichkeit brauche, hieß es in der Runde. Deek stimmte dem Vorschlag zu: „Die Menschen müssen für den Naturbereich am Berg sensibilisiert werden.“ Die Behörden würden nämlich dem unerlaubten Treiben nicht mehr hinterherkommen. „Es ist heftig, was am Tüllinger passiert“, fügt Deek hinzu.

Trinationales Umweltzentrum

Vorsitzender: Christoph Huber

Fachbereichsleiterin „grenzüberschreitender Naturschutz“: Astrid Deek

Fachbereichsleiter „Umweltbildung“: Thomas Schwarze

Kontakt: Tel. 07621/940780, E-Mail: info@truz.org, Homepage

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