Weil am Rhein Freude, Frust und „Freche Füchse“

Weil am Rhein - Es ist nicht immer einfach, Energie zu finden, gerade in diesen Zeiten. Und auch den Leiterinnen und Leitern der Weiler CVJM-Scoutgruppen ging in den vergangenen Monaten oft fast die Puste aus. „Aber nur fast. Irgendjemand besaß doch immer noch ein paar Funken Motivation, die er an die anderen abgeben konnte“, berichten die jungen Leiterinnen Isabella Leitherer und Magdalena Meiburg.

Zusätzlich spornten sie die positiven Rückmeldungen von Eltern und Kindern dazu an, nicht aufzugeben, sondern trotz Versammlungsverbot und anderen Restriktionen weiterhin ein regelmäßiges Programm von immer neuen Ideen anzubieten, heißt es. Und auch die Kinder seien tapfer dabei – online – und freuen sich auf Gesellschaft, Spiele und Abwechslung vom Homeschooling.

„Tatsächlich fällt uns dann doch immer etwas Neues ein“, berichten Leitherer und Meiburg. Ein erstes Projekt, das sie bereits im Frühling des Vorjahres gestartet hatten, waren zwei Wanderbilder, die von Kind zu Kind weitergereicht wurden. „Im Sommer freuten wir uns sehr, dass man sich zumindest einige Wochen draußen und persönlich treffen durfte. Drinsitzen ist ja eigentlich nicht das, was man in der Scoutarbeit macht.“

Als im Herbst wieder alle Stunden online stattfinden mussten, begannen die Mädchen anfangs wieder fleißig Briefe an die Jüngeren zu verteilen. In der Vorweihnachtszeit gab es besonders viele tolle Aktionen: eine Adventsrallye für die einzelnen Familien, eine Foto-Challenge, wer den besten Schneemann baut beziehungsweise bastelt und eine Überraschung für die Gruppen der „Füchse“ und „Zwerge“: Die Älteren hatten in zwei aufeinanderfolgenden Gruppenstunden für jedes der jüngeren Kinder je einen Holzfuchs oder Holzzwerg gebastelt.

„Nach Weihnachten wurden die Briefe für die Jüngeren endlich durch Online-Gruppenstunden ersetzt, was bei allen zu großem Enthusiasmus führte und die Gruppe der ,Frechen Füchse’, die erst seit Januar 2020 existiert, richtig zusammenschweißte“, heißt es weiter.

Die Älteren entdeckten das gemeinsame Kochen sowie zahlreiche Online-Spiele wie Codenames, Dixit, Gartic Phone (eine Art Flüsterpost) und Set für sich. „Aber trotzdem freuen sich alle schon jetzt auf die Zeit, in der wir uns wieder alle persönlich treffen, echtes Feuer machen und Geländespiele spielen können. Inzwischen haben wir festgestellt, dass alle so bescheiden geworden sind, dass sich jeder und jede schon über ein Stockbrotgrillen am Lagerfeuer in der Gruppe so sehr freuen würde.“

Großartige Events oder Angebote seien gar nicht notwendig, um alle glücklich zu machen, wissen die Leiterinnen. „Das ist vielleicht einer der positiven Effekte der Corona-Krise: Man wird genügsamer und lernt das Kleine zu schätzen.“

Und sie sehen noch weitere Chancen: Immer wieder bemerken sie, wie sich auf der anderen Seite des Bildschirms plötzlich Geschwisterkinder der Gruppenstunde hinzugesellen oder dass auch mal einzelne Freunde eingeladen werden. Und auch die älteren Scouts treffen sich jetzt viel häufiger spontan abends per Zoom zum gemeinsamen Plausch und Spiel. „Also machen wir weiter getreu unserem Motto: Mit Jesus Christus, Mutig Voran!“

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