Weil am Rhein Friedhof in Märkt wird als Waldfriedhof weitergeführt

Marco Fraune
Die Verwaltung ist vom Gemeinderat beauftragt worden, den Friedhof in Märkt als Waldfriedhof weiterzuführen. Foto: Saskia Scherer

Die Friedhofslandschaft in der gesamten Stadt Weil am Rhein wird breiter. So soll der Friedhof in Märkt als Waldfriedhof weitergeführt werden. Außerdem wird ein baum- und naturnahes Bestattungsangebot auf dem Weiler Friedhof angestrebt. Dass die Märkter Abdankungshalle als Veranstaltungsraum genutzt werden könnte, ist hingegen vom Tisch.

Von Marco Fraune

Weil am Rhein. Eigentlich hatten die Unabhängigen Freien Wähler die Errichtung eines Friedwalds in Märkt beantragt. Letztlich heißt dieser dort künftig nicht so, doch sei nicht viel anders, schilderte Rechts- und Ordnungsamtsleiterin Ellen Nonnenmacher. Noch geklärt werden müsse, ob neben Urnenbestattungen außerdem auch Erdbestattungen möglich sind. Die rechtlichen und sachlichen Grundlagen hinsichtlich des neuen Bestattungsangebots wurden bereits im Bau- und Umweltausschuss ausführlich beleuchtet (wir berichteten). Es gebe viele verschiedene Begrifflichkeiten, fasste OB Wolfgang Dietz zusammen. Die Friedhofssatzung biete insgesamt eine umfassende Lektüre. „Der Schlaf ist garantiert“, sagte er mit einem Augenzwinkern.

Ein Gestaltungsvorschlag

Die Verwaltung ist nun vom Gemeinderat beauftragt worden, von der Genossenschaft Badischer Friedhofsgärtner einen Gestaltungsvorschlag für ein baum- und naturnahes Bestattungsangebot auf dem Weiler Friedhof einzuholen. Ob darin beispielsweise die Pflanzung von neuen Bäumen enthalten ist, wie von Wolfgang Roth-Greiner (FDP) nachgefragt, wollte Nonnenmacher noch nicht vorweg nehmen. „Wir wollen der Kreativität nicht vorgreifen.“ Der Bereich in Richtung Römerstraße weise jedoch noch viele freie Flächen für Pflanzungen auf.

Märkt hat schon jetzt den stärksten Baumbestand im Vergleich der Weiler Friedhöfe und weise damit schon den Charakter eines Waldfriedhofs auf, erläuterte Dietz auf Nachfrage von Nicole Sütterlin (Grüne), die eine weitere Betrachtung anderer Ortsteile vermisste. Ein neuer Waldfriedhof brauche wegen der Wachstumsphase hingegen Zeit.

FDP kritisiert Bürokratie

Anstoß an der Bürokratie nahm die FDP, die sich abschließend als einzige Fraktion dagegen aussprach beziehungsweise enthielt, was Thomas Harms zum Ausdruck brachte. „Wir haben gesetzliche Vorgaben, an die wir uns zu halten haben“, erklärte der OB. Doch tatsächlich sei auch festgelegt, dass die Grabsteine nicht glänzen dürfen. Hintergrund sei, dass das Flugzeugscheinwerferlicht nicht reflektiert werden soll.

Keine Veranstaltungen

Die neuen Möglichkeiten im Weiler Bestattungswesen wurden von Elke Gründler-Lindow (UFW) begrüßt, sie vermisste aber Ausführungen hinsichtlich der vorgeschlagenen Nutzung der Abdankungshalle für kulturelle Abende. Dies sei tatsächlich ad acta gelegt, räumte Bürgermeister Martin Gruner ein. So fehle es an den notwendigen ausreichenden Sanitärräumen oder auch an weiteren Stellplätzen. Hier müsste dann viel Geld in die Hand genommen werden. „Das deckt sich nicht mit dem Ziel, das wir für Märkt haben.“

Autorenlesungen oder auch Flügelkonzerte seien sicherlich eine schöne Option, warb Martin Fischer (Grüne) hingegen weiter für die Veranstaltungsnutzung. Es könne doch einfach ein Toilettenwagen hingestellt werden. Doch auch das Bedauern von Susi Engler (UFW), dass die Idee nicht aufgegriffen werde, teilte Dietz nicht. Vielmehr verwies er auf die Altrheinhalle in Märkt, die für Veranstaltungen bereit stehe. „Es gibt baurechtliche und bauplanungsrechtliche Dinge, an denen kommen wir nicht vorbei“, sieht er für die Bestattungshallen-Nutzung für Veranstaltungen keine Möglichkeiten. Auch aus dem Ortschaftsrat Märkt sei kein Wunsch diesbezüglich laut geworden.

Gegen die Veranstaltungsoption in der Abdankungshalle sprach sich auch Johannes Foege (SPD) aus. Mit der neuen Bestattungsform reagiere man außerdem auf den gesellschaftlichen Trend, auch zu frei gestalteten Trauerfeiern.

Weiler auch in Märkt

Weil der Waldfriedhof voraussichtlich auch stadtweit Bürger anspricht, ihre Angehörigen künftig in Märkt bestatten zu lassen, wie von Thomas Bayer (Grüne) angemerkt, soll die Satzung noch voraussichtlich angepasst werden. Bislang ist hierfür laut Nonnenmacher noch eine Ausnahmegenehmigung erforderlich, wenn ein Weiler in Märkt bestattet werden will. Die Grabpflege müsse aber sichergestellt sein. Und das ist laut dem dortigen Ortsvorsteher Stefan Hofmann auch kein Problem, da in Märkt schon gärtnerisch gepflegte Gräber angeboten werden. Er rechnet zugleich mit einer höheren Nutzung der Abdankungshalle bei der Weiterführung als Waldfriedhof.

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