Von Marco Fraune

Weil am Rhein. Auf ein Jahr mit Licht und Schatten hat die Friedlinger Stadtteilvereins-Spitze beim Neujahrsempfang im Mehrgenerationenhaus geblickt. Die erste Veranstaltung dieser Art konnte angesichts von etwa 70 bis 80 Besuchern als Erfolg gewertet werden. „Ich bin überwältigt“, freute sich Gabriele Moll, Vorsitzende des Stadtteilvereins, der vor zweieinhalb Jahren gegründet wurde. Für dieses Jahr sind auch wieder einige Aktionen geplant.

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Rückblick Die Vergewaltigung von zwei 14-jährigen Mädchen in der Silvesternacht und die im Frühsommer erfolgten Übergriffe von Rechten auf eine Friedlinger Familie brachten den Stadtteil in die Negativschlagzeilen. Ein eigentlich geplanter Aufmarsch von Rechten wurde hingegen nicht nur abgesagt, sondern sorgte für Bewegung. So wurde aus dem Stadtteiltreff heraus der Sternmarsch initiiert, bei dem hunderte Bürger für Toleranz und Vielfalt und gegen Fremdenfeindlichkeit Flagge zeigten.

Mit dem vorangetriebenen Programm „Soziale Stadt“ soll Friedlingen nicht nur städtebaulich aufgewertet werden, sondern Geld kann auch für Personalkosten fließen, erklärte Volker Hentschel, zweiter Vorsitzender des Stadtteilvereins.

Der Verein hat 2016 zahlreiche Aktivitäten umgesetzt: Dazu zählten der Start der neuen Homepage, ein Sommerferienprogramm für Kinder zusammen mit der Woge, eine Müllsammelaktion auf dem Bahn-Gelände, das Miteinanderfest oder auch ein Straßenfest. Im Stadtteil wurden auch Jubiläen wie zehn Jahre Frauencafé und 25 Jahre Kesselhaus gefeiert. Die Besiegelung der Fusion der Fußballvereine FC Friedlingen und FC Bosporus fallen in die Kategorie Neubeginn – ebenso wie der Start des neuen Ganztagsschulleiters Bernhard Nopper und der Pfarrerin Sabine Wagner. Ausblick Der Stadtteilverein will unter dem Motto „Friedlingen früher und heute“ einen Aktionstag auf die Beine stellen, bei dem am 6. Mai gezeigt werden soll, dass in Friedlingen Bewegung ist und sich der Stadtteil im Wandel befindet. Das zehnjährige Bestehen der Dreiländerbrücke wird Anfang Juli gefeiert, wobei sich der Stadtteilverein auch beteiligen will. Darüber hinaus ist eine Neuauflage des Stadtteilfestes Miteinander geplant. Auch Stammtische des Vereins, Stadtteilrunden, die Feier des Weltfrauentags und die Fortsetzung der Fahrradwerkstatt stehen auf der Agenda. „Am Stammtisch wird sicher die eine oder andere Idee noch geboren“, erklärte Moll, die auf das Engagement von Friedlingern setzt, von denen möglichst einige noch Verantwortung im Verein übernehmen sollen. Millionen fließen Die Stadt Weil am Rhein investiert laut Gemeinderat Andreas Rühle in den nächsten Jahren mehrere Millionen Euro in Friedlingen. Allein für dieses Jahr verwies er auf zehn Punkte und eine Million Euro. Unter anderem soll ein Pavillon im Rheinpark aufgestellt werden. Friedlingen ist zudem als Sanierungsgebiet erfasst, wobei hier über mehrere Jahre Positives bewirkt werden soll. Der Neubau eines Kinder- und Jugendhauses (Juno II), Straßensanierungen, die Aufwertung der Rheinschulsporthalle sowie die Rheinpark-Um- und Erweiterungsgestaltung benannte Rühle als Punkte.