Weil am Rhein Für den Lebensraum Tüllinger Berg sensibilisieren

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Die Naturschützer sind auf unterschiedliche Weise am Tüllinger aktiv. Foto: Armin Wikmann

Weil am Rhein (sas). Beim „Weinweg in Flammen“ am Samstag können die Besucher nicht nur zwischen den Ständen der Winzer flanieren, sondern sich auch über die Natur informieren, die sie dort umgibt. Armin Wikmann als Vorsitzender des Vereins „Streuobst-Klassenzimmer“ hat sich dafür erneut mit Gleichgesinnten zusammengeschlossen.

Für Verständnis sorgen

Mit im Boot sind das Trinationale Umweltzentrum (Truz), der Landschaftserhaltungsverband Landkreis Lörrach, der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) sowie die Gesellschaft für Vogelkunde und Vogelschutz Riehen. Sie alle haben sich auf die Fahnen geschrieben, zu sensibilisieren, um welch wertvolles Gebiet es sich beim Tüllinger Berg handelt, erklärt Wikmann im Gespräch mit unserer Zeitung. Es geht beispielsweise um die Aspekte Artenvielfalt, aber auch Nutzungs- und Freizeitdruck. „Wir wollen als Mittler für Verständnis sorgen.“

Dies sei gerade jetzt in der klimatisch angespannten Situation wichtig. „Wir müssen Lebensräume erhalten. Vieles geht durch die Hitze ein“, weiß Wikmann. „Es ist alles fragil.“ Aufgrund von Hitze und Trockenheit mutiert die Veranstaltung in diesem Jahr auch quasi wieder zum „Weinweg ohne Flammen“, denn es wird auf LED-Beleuchtung gesetzt.

Die Naturschützer haben Info-Material im Gepäck, aber auch ein Spiel für Kinder. „Erwachsene dürfen auch gerne mitmachen“, meint Wikmann mit einem Augenzwinkern. An Kordeln befinden sich Bilder von Vögeln. Er will dann von den Teilnehmern wissen, ob sie die Art kennen und ob diese am Tüllinger beheimatet ist. Zudem wird Apfelsaft von heimischen Streuobstwiesen ausgeschenkt.

Sich besinnen

„Es wird Gesprächsbedarf geben“, ist der Vorsitzende des „Streuobst-Klassenzimmers“ überzeugt. „Das Thema steht weit oben, trotz Corona, Krieg und Energiekrise.“ Beim Flanieren auf dem Weinweg gehe es um Genuss, Besinnung und auch um Gespräche, die vielen in den vergangenen zwei Jahren gefehlt hätten. Dabei stünden die Winzer auch für Regionalität. „Wir ergänzen uns“, betont Wikmann. Die Naturschützer seien zudem toll von ihnen und der WWT (Weil am Rhein Wirtschaft & Tourismus) aufgenommen worden. „Von nichts kommt nichts. Und wenn der Berg nicht intakt ist, kommt auch von dort nichts mehr.“

2018 erstmals dabei

Die Naturschützer waren erstmals beim „Weinweg in Flammen“ im Jahr 2018 dabei, blickt Wikmann zurück. „Ich habe die Veranstaltung früher kritisch gesehen“, gibt er zu. „Es wurde nicht die Schutzbedürftigkeit in den Vordergrund gestellt.“ 2016 gab es eine Umweltverträglichkeitsprüfung durch das Regierungspräsidium, wobei dann grünes Licht mit dem ornithologischen Gutachten gegeben wurde. Wikmann schaute sich das Event an und war positiv überrascht. „Alle sind auf den Wegen geblieben.“ Dennoch fehlte ihm der Bezug zur Natur und er nahm Kontakt zu den Verantwortlichen auf – und der eigene Stand folgte. „Wir wurden damals überrannt“, erinnert sich der Weiler. „Es war eine tolle Erfahrung. Alle waren von der Resonanz begeistert.“

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