Weil am Rhein Für stimmige städtebauliche Abfolge

Der Bebauungsplan ist wegen des geplanten Baus der neuen Kita leicht geändert worden. Foto: Marco Fraune Foto: Weiler Zeitung

Mehr Wohnraum, mehr Bäume sowie weniger öffentliche Straßen und Wege resultieren aus der Änderung des Bebauungsplans „Hohe Straße“, den der Gemeinderat einstimmig verabschiedet hat. In diesem Zuge wird aus der S-Form eine lineare Ausrichtung. Gesprächsbedarf gab es sowohl im Rat als auch im vorberatenden Ausschuss vor allem hinsichtlich des Mikroklimas in dem Neubaugebiet.

Von Marco Fraune

Weil am Rhein. Anlass für die Änderungen ist das Bauvorhaben der Baugenossenschaft Haltingen-Weil, die am Rand des Mischgebietsstreifens eine Kindertagesstätte mit fünf Gruppen errichten will, wofür jetzt schon ein Bauantrag eingegangen ist, wie Erster Bürgermeister Christoph Huber informierte. Ein Reservierungsbeschluss liegt vor. Den Knackpunkt bildet vielmehr, dass die Kita ebenerdig auf einem Stockwerk betrieben werden soll. Doch damit wurde das Baufenster überschritten, sodass der Plan angepasst werden musste.

Die Änderungen

In diesem Zuge wurden direkt die Zuschnitte der Baufenster im bereits bebauten Mischgebiet entlang der Nordgrenze des Baugebiets an den Bestand angepasst und das noch verbleibende Baufeld hinsichtlich überbaubarer Fläche und Anzahl der Geschosse in die Straßenabwicklung eingefügt, womit laut Astrid Loquai, Leiterin der Stadt- und Grünplanungsabteilung, „insgesamt eine stimmige städtebauliche Abfolge entsteht“. Es werde bei den verbleibenden unbebauten Flächen im nördlichen Mischgebiet eine moderate Verdichtung erreicht, womit zusätzlicher Wohnraum geschaffen werde. Teilweise entfallen öffentliche Straßen und Wege sowie ein doppelter Radweg ist reduziert worden, so Huber.

Im Rahmen der Offenlage gab es kleinere Anregungen, die noch aufgenommen wurden. In einem Fall ging es um eine Ergänzung zu den Schallschutzvorkehrungen bei Wärmepumpen.

Weil mit der B-Planänderung auch höhere Gebäudestruktur erreicht werden kann, stellte sich zudem die Frage, ob dies verträglich mit den Emissionen der Heizzentrale ist. Eine Nachbegutachtung hat laut Erstem Bürgermeister ergeben, dass diese unter dem ausschlaggebenden Wert liegen.

Für Starkregen-Ereignisse sei man gewappnet, so Loquai. Eine große Retentionsfläche liege direkt angrenzend an den B-Planbereich. Es gebe überwiegend Flachdächer, die häufig begrünt seien. Die Erosionsgefahr verringere sich im Vergleich zur vorherigen Situation.

Das Mehr der aus dem geänderten Bebauungsplan resultierenden Wohnfläche hält sich aber in Grenzen. Doch: „Kleinvieh macht auch Mist“, meinte die Abteilungsleiterin.

Die Bewertungen

Als „moderat geglückt“ bezeichnte Axel Schiffmann (UFW) im Bau- und Umweltausschuss die Nachverdichtung. Bezüglich der Grünflächen im Neubaugebiet sei zudem wichtig, dass die Stadt hier aktiv beratend wirke – auf Augenhöhe und nicht als Polizei.

Johannes Foege (SPD), der sich sowohl im Ausschuss als auch im Gemeinderat als einziger Politiker bei den Abstimmungen enthielt, äußerte gleich mehrere Bedenken. Eine Durchwindung erfolge häufig von Norden aus, doch dort sei durch den höheren Baukörper eine Frischluftzufuhr eingeschränkt. Ein Luftaustausch erfolge zwischen Tüllinger und Rhein (Ost-West), sah Huber hier keine Probleme. Auch von der Gustave-Fecht-Straße (Nord-Süd) sowie zwischen den Gebäuden der städtischen Wohnbau gebe es genug Platz. Außerdem sei die angrenzende Halle der Vitra auch nicht niedrig.

An dem Wegfall der S-Form störte sich der SPD-Fraktionschef ebenso. Die lineare Variante sei eine „einfältige Form“, der Maxime folgend quadratisch und eckig. Dabei sei die geschwungene Form früher bewusst gewollt gewesen.

Kein „Fremdkörper“

Loquai schilderte, dass sie versucht habe, eine städtebauliche Struktur zu kreieren, die unter den schon bestehenden Verhältnissen halbwegs schlüssig ist. Ansonsten wäre ihrer Ansicht nach ein „Fremdkörper“ geschaffen worden. Positiv sei zudem, dass so ein Hochpunkt, der landschaftlich reizvoll sei, entstehe. Insgesamt seien es moderate Veränderungen.

Dazu zähle, dass mehr Bäume gesetzt werden können. Zugleich setzt die Stadt auf das Klimaschutzkonzept des Landes, das auch Vorgaben hinsichtlich der Steingärten mache. „Ziel ist, dass nicht Glutöfen vor den Haustüren entstehen“, unterstrich Foege. Stadtbauamtsleiter Christian Renner betonte jedoch, dass eine Positivfestsetzung besser sei als eine negative. So könne das maßgebende Grün definiert werden, wobei er hier eine Beratung der Eigentümer als wichtig erachtet.

Lesen Sie das OV ePaper bis zur Jahresmitte 2021 für nur einmalig 59 Euro! Gleich HIER anfordern.

Umfrage

aed480ce-3312-11eb-a822-e68bb9bf65d7.jpg

Bundeskanzlerin Angela Merkel fordert ein europaweites Wintersport-Verbot bis zum 10. Januar. Soll dieses Jahr Skifahren noch erlaubt sein? 

Ergebnis anzeigen
loading