Weil am Rhein Funktional und aufgeräumt

Weiler Zeitung, 13.09.2018 19:09 Uhr

Als Sieger eines Architektenwettbewerbs zum geplanten Sparkassen-Dienstleistungszentrum in Weil ist jetzt der Entwurf des renommierten Stuttgarter Büros „Lederer Ragnarsdottir Oei“ hervorgegangen, der am Mittwochabend im Rathausfoyer vorgestellt wurde. Gepunktet hat der Plan laut Jury mit hervorragender Funktionalität und sehr guter Arbeitsplatzqualität als auch in städtebaulicher Hinsicht.

Von Marco Fraune

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Weil am Rhein. Noch wird das städtische Grundstück auf dem Messeplatz zwar als provisorischer Parkplatz genutzt, doch künftig sollen hier etwa 190 Arbeitsplätze angesiedelt werden.

Zuerst ist Rat am Zug

Der Gemeinderat muss zuvor noch Grünes Licht für eine Bebauungsplanänderung geben, da hier bisher Wohnungsbau ausgewiesen ist. Auch entscheidet das Gremium darüber, ob das Grundstück verkauft wird. „Es ist nichts entschieden“, unterstrich Oberbürgermeister Wolfgang Dietz vor der Vorstellung des Siegerentwurfs. Verärgert war er aber, dass nur eine überschaubare Zahl an Gemeinderäten zur Vorstellung ins Rathausfoyer kamen, wobei Dietz besonders SPD-Fraktionschef Johannes Foege kritisierte, ohne ihn beim Namen zu nennen ( u separater Bericht).

Vierstöckiges Gebäude

Einen sehr kompakten viergeschossigen Baukörper sieht der Stuttgarter Entwurf vor, für den sich eine Jury mit Vertretern der Sparkasse, der Stadt und Fachvertretern unter Vorsitz von Zvonko Tukali, Architekt und Professor an der Leibniz-Universität Hannover, entschieden hat. Im Erdgeschoss hin zur Straße „Messeplatz“ ist eine Raumkante vorgesehen, sodass dieser Bereich zurückgesetzt liegt und die oberen drei Geschosse hier herausragen. So kann die Grün-Achse länger von der katholischen zur evangelischen Kirche gezogen werden, wobei dies als städtebauliche Zukunftsoption gedacht ist.

„Effizient entworfen“

Sowohl der Grundriss als auch die Fassade seien „sehr aufgeräumt“, erklärte der als neutraler Vorprüfer fungierende Freiburger Architekt Jürgen Spiecker. Es sei „präzise und effizient entworfen“. Positiv hervor hob er auch die sichtbaren Arbeitsplatzqualitäten, die offenen Bürolandschaften im breiten Bereich und zu den Stirnseiten hin bei den Einzelbüros. Der Schulungsraum ist in der Mitte des Gebäudes vorgesehen. Das Ordnungsprinzip überzeuge. Die offenen Treppenhäuser hätten zudem einen verbindenen Charakter, wo man sich auch treffen und sich ohne Termin austauschen könne.

Hochparterre in Kritik

Ein Kritikpunkt sei aber, dass es sich bei der Parterre um eine Hochparterre handelt, somit eine Barriere für Behinderte entstünde. Spiecker: „Da sind wir im Abstimmungsprozess.“ Marc Oei als Vertreter des Sieger-Architekturbüros begründete die Hochparterre damit, dass die Mitarbeiter in den Büros so weniger von vorbeilaufenden Bürgern gestört werden. Außerdem sei die Tiefgarage dann einfacher zu be- und entlüften. Zudem falle weniger Aushub bei der Baugrube an, womit Geld gespart werde. Dennoch signalisierte der Architekt Gesprächsbereitschaft, hier Veränderungen am Entwurf vorzunehmen.

Im Gegensatz zum zweitplatzierten Entwurf ist auch die Tiefgarage mit 58 Stellplätzen, die samstags für die Öffentlichkeit zur Verfügung stehen soll, an der Straße „Messeplatz“ und nicht noch weiter innerhalb des Quartiers vorgesehen.

Ulrich Feuerstein, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Markgräflerland, betonte auch, dass man sich bewusst sei, im Wohngebiet bauen zu wollen. Und hier setzt er auf Qualität. „Wir haben eine Verantwortung für den Städtebau.“

 Interessierte Bürger können das Sieger-Modell ab Montag in der Weiler Sparkasse betragen.

 
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