Zwischen Volta-Platz und Rheinufer wird am kommenden Samstag nicht nur die modern gestaltete Rheinufer-Promenade mit dem Namen „Elsässer­rheinweg“ eingeweiht, sondern auch ein grenzüberschreitender „Dreyland-Dichterweg“, den neben dem Kanton Basel-Stadt auch die Städte Huningue und Weil am Rhein realisiert haben. Er befindet sich zwischen dem Rheinpark in Friedlingen und dem Novartis Campus.

Das Gedicht auf einer Tafel im Weiler Rheinpark, verfasst von Werner Richer, lautet:

Wiil am Rhii

E Fluss, wo trennt,

e Bruck, wo bindet,

kei Hass, wo brennt,

e Bruck, wo findet

e Fremde heim,

e Bruck zue eim.

Weil am Rhein. Angestoßen wurde das Projekt vor zwei Jahren von den Elsass-Freunden aus Basel, die von Dichterwegen aus dem Elsass in­spiriert worden waren. Gemeinsam mit Vertretern von Basel-Stadt, den Vereinsvertretern Dr. Robert Heuss, Ursula Schmitt, Dr. Hans-Jörg Renk, dazu aus Huningue Kultur-Adjoint Christian Keiflin und Bauamtsleiter Richard Horn, sowie auf deutscher Seite Kulturamtsleiter Tonio Paßlick, Benny Bielawski und Julia Donkel hat man sich darauf verständigt, insgesamt 24 Bronzetafeln entlang eines grenzüberschreitenden Wegs aufzustellen, die jeweils einen Mundart-Dichter porträtieren.

Als Mundartliteratur-Spezialisten fungierten auf deutscher Seite Markus Manfred Jung, auf französischer Seite Edgar Zeidler. Drei Infotafeln zeigen dem Besucher die Standorte der einzelnen Tafeln. So findet man am Rheinpark in Friedlingen eine große Tafel auf dem Weg zur Dreiländerbrücke und einen Parcours mit acht Tafeln, der durch den Park führt und bis zur Eröffnung am 23. April fertiggestellt sein wird.

Die Bevölkerung ist nach der offiziellen Eröffnung eingeladen, den Weg von 12 bis 17 Uhr genauer anzuschauen. Man kann den Weg von Friedlingen aus begehen oder mit dem Fahrrad befahren – in Friedlingen sind im Rheinpark acht Tafeln mit vier deutschen und jeweils zwei französischen und schweizerischen Mundart-Autoren befestigt – oder von 13 bis 17 Uhr mit dem Ölwehrboot „Bibo Regio (auch mit dem Fahrrad) von Weil nach Basel übersetzen. Zur Eröffnung spielt das Blechbläserensemble des Sinfonieorchesters Basel an der Grenze zwischen Basel und Huningue jeweils um 12.30 und 13.30 Uhr.

Der Elsässerrheinweg liegt zwischen der Dreirosenbrücke und der Grenze zu Frankreich. Großzügige Terrassen und vier Schwimmerausstiege laden zum Flanieren, Schwimmen und Verweilen ein. Archäologische Guckrohre gewähren einen Blick auf die Überreste einer keltischen Siedlung. Am Weg liegt das zum Novartis Campus gehörende, öffentlich zugängliche Restaurant „Lokami“, auf deutscher und französischer Seite aber ebenfalls Restaurants. Unten in der Böschungsmauer sind Unterstände für Biber untergebracht.

Es wurden 24 Tafeln realisiert, davon werden sieben auf der französischen Seite, acht auf deutscher und neun auf Schweizer Seite installiert. Die Autoren wurden so angeordnet, dass pro Land je vier Gedichte aus den Nachbarländern zu lesen sind.

Eine dreisprachige Übersichtstafel mit einem kurzen Text von Edgar Zeidler und einer englischen Übersetzung von Evelyne Troxler erläutert die dem gemeinsamen Weg zugrunde liegenden Überlegungen. Es werden insgesamt drei Übersichtstafeln erstellt, jedes Land wählte dabei für seinen Abschnitt ein geeignetes Auftaktgedicht.

Von der Basler Seite aus führt der Dreyland-Dichterweg vom Großbasler Brückenkopf der Dreirosenbrücke über den Elsässerrheinweg über die französische Grenze bis zur Dreiländerbrücke und von dort zum Rheinpark, wo eine „Wendeschleife“ der Mundart-Lyrik zurück zur Brücke führt. Vorläufig ist der Weg durchgängig nur am Wochenende (von Freitag, 17 Uhr an) geöffnet, ansonsten auf französischer und deutscher Seite täglich.

Durch einen auf den Tafeln angebrachten QR-Code wird es möglich, auf eine eigene Website des Dichterwegs zu gelangen, die weitere Informationen zu den Dichtern und den Gedichten enthalten soll. Die Website wird unter www.dreylanddichterweg.eu am 23. April online gestellt.