Weil am Rhein Gegen den surrenden Plagegeist

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Gegen die Ausbreitung der Tigermücke müssen Maßnahmen ergriffen werden. Foto: Pixabay

So mancher Bürger in Weil am Rhein blickt nur ungern auf die Sommermonate in seinem eigenen Garten zurück. Warum? Die Asiatische Tigermücke machte ein Verweilen im Freien fast unmöglich. Dieses Jahr hat der aggressive Eindringling vor allem in der Gartenstadt zugestochen. Aber auch Friedlingen war stark betroffen.

Weil am Rhein. Damit im nächsten Sommer wieder auf der Terrasse gegrillt und im Garten gesessen werden kann, sind im Herbst Bekämpfungsmaßnahmen notwendig.

Die Stadtverwaltung Weil am Rhein um die zuständige Diplom-Biologin Petra Koops lässt derzeit einen Handlungsfaden verteilen, um die Menschen in den betroffenen Gebieten zu informieren und ihnen Tipps mit an die Hand zu geben. Aber warum sollten die Bürger nun aktiv werden, jetzt da der Sommer vorbei ist? „Weil Tigermücken jetzt Überwinterungseier legen, die fünf Jahre bei bis zu minus 20 Grad Celsius intakt bleiben. Jetzt haben wir die Chance, die Anzahl der Tigermücken im nächsten Frühjahr zu reduzieren. Je besser jetzt geputzt wird, umso weniger Mücken wird es im nächsten Sommer geben“, macht Koops deutlich.

Koops und die sechs Mitarbeitenden der Bekämpfungskampagne sind seit Monaten im Einsatz, informieren die Einwohner, geben Ratschläge und weisen auf die Gefahren hin. Dabei sind sie auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen. Das gilt auch für die Bekämpfungsmaßnahmen im Herbst, heißt es in einer Mitteilung.

„Alle sind aufgerufen, Maßnahmen zu ergreifen, da sie sonst verpuffen. Die Tigermücken, so erklärt Koops, finden dann Brutstätten in wenigen Gärten, werden aber alle Anwohner rundherum stechen.“ Sie erinnert daran, dass diese Insekten auch Krankheiten wie das Dengue-Fieber übertragen können und, da sie aus Asien kommen, hier kein Teil der heimischen Nahrungskette sind. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin des Rathauses empfiehlt dringend eine gründliche Reinigung. Und zwar von allem dort, wo Tigermücken Eier ablegen können. Das können Blumentöpfe, Untersetzer, Gullys, Ablauf- oder auch verstopfte und verbogene Dachrinnen sein oder auch Kinderspielzeug, Gießkannen, Regenfässer oder Eimer. „Oftmals sind es auch Gegenstände, die in den Ecken der Gärten herumstehen, so wie Planen, Autoreifen, Baumaterialien oder andere Dinge, auf denen das Wasser stehen kann“, sagt Koops. Das alles müsse gereinigt und in Kellern oder Schuppen gelagert werden.

Wie reinigt man richtig? Auch dazu hat Koops eine Antwort parat: „Alle Gegenstände, an denen die Eier festkleben können, sollten sehr gründlich mit einer harten Bürste oder einem Hochdruckreiniger gereinigt und mit sehr heißem Wasser nachgespült werden.“ Als wirkungslos erweise sich ein normaler Wasserschlauch, hält sie fest. Das Wasser sollte dann auf den Boden und nicht in den Abfluss gekippt werden.

„Wassertonnen, Siphons oder Rohre von Sonnenschirmständern sowie Brunnen, die über den Winter nicht laufen, sollten nach der Reinigung jetzt sorgfältig mit Netzen abgedeckt werden“, führt Koops weiter aus. Und hohle Rohre sollten mit Korken, Klebefolie oder kleinen Blumentöpfen verschlossen werden. „Je mehr mitmachen, desto besser“, macht Koops deutlich und bringt es auf den Punkt: „Jetzt handeln, im Sommer profitieren.“

Der Handlungsleitfaden liegt im Rathaus aus und ist auf der Homepage der Stadt Weil am Rhein zu finden. Dort wird es bald auch vereinfachte Anleitungen in mehreren Sprachen geben, kündigt die Stadt an. Zudem steht die Verwaltung steht für Rückfragen zur Verfügung und hat eine E-Mail-Adresse eingerichtet: tigermuecke@weil-am-rhein.de.

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