Weil am Rhein Gegen die Fußgängerzone

Die Plakate sollen die Händler in ihre Schaufenster hängen. Foto: Marco Fraune Foto: Weiler Zeitung

Weil am Rhein (mcf). Die Einzelhändler und Gastronomen in der Weiler Innenstadt werden von „Weil-aktiv“ aufgerufen, sich für eine verkehrsberuhigte Einbahnstraße in Weil am Rhein zwischen Schlaufenkreisel und Sparkassenplatz zu positionieren. Hierzu haben diese DinA2-Plakate erhalten, die sich an das Einbahnstraßen-Schild mit einem weißen Pfeil auf blauem Grund mit schwarzer Schrift optisch anlehnen.

„Ziel unserer Schaufensteraktion mit Einbahnstraßenschildern ist es, unsere Vorstellung zur Innenstadtentwicklung nochmals in Erinnerung zu rufen“, heißt es in dem Begleitschreiben, das der Vorstand mit Wolfgang Raithel und Bernd Hörenz verteilt hat. Darin wird außerdem ein „Arbeitskreis Weil 4.0“ gefordert.

Gegen Umsatzeinbußen

Alle Hebel müssen laut der Händler- und Gewerbevereinigungs-Spitze in Bewegung gesetzt werden, damit die Frequenz in der Innenstadt nicht nach der Inbetriebnahme der Dreiländergalerie abnehme und es nicht zu einem laut Gutachten prognostizierten Kaufkraftabfluss komme. „Eine reine Fußgängerzone zwischen Kaufring und Sparkasse würde diesen Frequenzverlust jedoch noch verstärken“, betonen Raitel und Hörenz in dem Schreiben.

Als Kompromissvorschlag habe Weil-aktiv schon vor vielen Jahren den Einbahnring ins Gespräch gebracht, womit die Erreichbarkeit der Geschäfte sichergestellt werden würde, betont das Duo nun erneut. Eine reine Fußgängerzone könne nur funktionieren, wenn an beiden Enden der Zone starke Geschäftsmagnete für gute Kundenfrequenz sorgen.

„Im westlichen Bereich wird das zutreffen, im östlichen Bereich nicht. Hier müsste um den Sparkassenkreisel mehrere tausend Quadratmeter Einzelhandelsfläche entstehen.“ Weil-aktiv sieht angesichts der etwa 20 000 Quadratmeter neu entstehenden Verkaufsfläche an der Hangkante und der Einkauf-Insel „keine Chance, dies zu erreichen“. Geschäftsnahe Parkplätze, die für das Funktionieren einer Fußgängerzone ein wichtiger Faktor seien, gebe es in Weil nur sehr begrenzt.

Für „Arbeitskreis Weil 4.0“

Kritik übt Weil-aktiv in dem Schreiben an der Stadt. So führe man mit der Verwaltung regelmäßige Gespräche, „wenn es jedoch um wichtige Vorstellungen von Experten wie Professor Dr. Topp geht, werden wir hierüber nicht informiert“. Daher fordert die Händlervereinigung einen „Arbeitskreis Weil 4.0“, in dem die Innenstadtplanung mit den Betroffenen diskutiert wird. „Wir brauchen Planungssicherheit. Für die Zukunft muss definiert werden, wohin sich die Innenstadt entwickeln soll. Nur dann wird sich ein interessanter Branchenmix weiterentwickeln können“, heißt es. Wie berichtet, hat Erster Bürgermeister Christoph Huber erklärt, dass Anregungen von Weil-aktiv bei den Planungen mit im Blick seien.

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