Weil am Rhein Gegen die Verunsicherung

 Foto: Marco Fraune

Weil am Rhein - Die Händlervereinigung Weil-aktiv prüft, eine eigene Corona-Teststation zu errichten. Gleichzeitig setzt Vorstandsmitglied Bernd Hörenz auf eine steigende Impfquote und sinkende Inzidenzzahlen. Online-Aktivitäten wurden zugleich verstärkt (siehe Bericht hier). Was mit dem Einkaufstourismus wird, kann noch nicht beurteilt werden.

Die Verunsicherung auf Seiten der Kundschaft ist angesichts der Auflagen und Beschränkungen groß, bemerkt Hörenz beim Blick in die Weiler Innenstadt. War diese nach dem geltenden Landes-Lockdown in den wenigen Tagen der geöffneten Geschäfte schon wieder deutlich mehr gefüllt, kamen mit der Bundes-Notnotbremse wieder erheblich weniger Menschen zum Einkaufen. „Die meisten Kunden haben wieder abgewartet“, spürte auch der Händlervereinigungs-Sprecher die Verunsicherung.

Um diesen wieder mehr Sicherheit zu geben, sei die Idee des eigenen Testzentrums entstanden – und eine am Samstag gestartete Umfrage unter den Weil-aktiv-Mitgliedern. Obwohl sich die Verordnungen sehr schnell ändern würden, sei aktuell bei der Inzidenz von 100 bis 150 für den Hauptteil der Einzelhändler ein negativer Corona-Schnelltest vorgeschrieben.

Ein Schnelltest für Weil

Daher schlägt die Händlervereinigung den Mitgliedsbetrieben vor, als Gemeinschaft von Weil-aktiv eine Teststelle zu betreiben. „Ein Vorteil wäre, wir könnten eine einheitliche Bestätigung kreieren und unserer Kunden gezielt einen Schnelltest anbieten, der für Weil am Rhein gilt“, heißt es in den Anschreiben. Da das avisierte Projekt schnell umgesetzt werden müsste, bedürfe es auch einer umgehenden Rückmeldung.

Neben der Frage, ob dies befürwortet wird, wird auch die finanzielle Beteiligung durch die Betriebe abgefragt. Ebenso sollen die Betriebe mitteilen, ob sie Mitarbeiter dafür freistellen können, beziehungsweise ob es geschulte Mitarbeiter gibt, die einen Schnelltest durchführen und bestätigen dürfen. Wie viele Corona-Teststandorte sinnvoll sind und wo sich diese befinden sollen, will Weil-aktiv ebenso in Erfahrung bringen.

Erste Rückmeldungen

Auf die ersten Rückmeldungen der Mitgliedsunternehmen blickend, sieht sich Vorstandssprecher Hörenz in der Relevanz der Abfrage bestätigt. Einige der Betriebe seien aber auch schon selbst aktiv geworden. So nutze das Rheincenter die von der dortigen Apotheke angebotene Schnellteststation mit. Ein anderes Mitglied verweist auf ein fertiggestelltes Hygienekonzept und stehe mit der Stadt hier in Kontakt. Hörenz kann sich neben dem Testzentrum am Rheincenter auch gut ein weiteres in der Innenstadt sowie ein drittes in Alt-Weil vorstellen. Doch klar sei auch: „Sollten die Inzidenzzahlen weiter unter 100 fallen, brauchen wir diese Teststelle vorläufig nicht mehr.“

Spätestens nach Pfingsten könnte sich das Thema nach positiver Prognose von Hörenz erledigt haben. Die Aussage, dass der größte Teil der Durststrecke vorüber ist, will er aber noch nicht unterschreiben. Dennoch hofft er auf die positiven Wirkungen einer weiter steigenden Impfquote.

Überleben alle Betriebe?

Ob dann alle Betriebe in Weil am Rhein nach der Corona-Krise auch wieder öffnen werden, lässt sich laut dem Händlervereinigungs-Sprecher noch nicht prognostizieren. „Ich hoffe, dass dies der Fall ist, damit wir das vielfältige Angebot in Weil am Rhein aufrecht erhalten können.“ Noch falle beim Blick über die Grenze jedoch auf, dass angesichts der dortigen Lockerungen es den Eidgenossen wohl mehr Spaß mache, im eigenen Land einzukaufen.

Daher stellt sich für die Zukunft die Frage, ob ein Teil der Einkaufstouristen gar nicht mehr über die Grenze kommt. Auch Hörenz weiß: Ein Teil des Einkaufs habe sich ins Internet verlagert. Doch gleichzeitig würden sicher auch viele Schweizer an ihrem Budget merken, dass der Lebensunterhalt während des Lockdowns teurer geworden ist. „Das Kundenklientel freut sich über die Öffnung der Grenze.“

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