Die Feuerwehr, ihre Ausrüstung und die Führungsspitze sind aktuell Themen der Gemeindepolitik: Einen neuen hauptamtlichen Chef wird es geben, der bisher ehrenamtlich Tätige soll Ehrenkommandant werden und für die Wehr gibt es neue Fahrzeuge.

Von Marco Fraune

Weil am Rhein. Das Lob für den bisherigen Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Weil am Rhein spart sich Oberbürgermeister Wolfgang Dietz zwar noch für die Wehr-Hauptversammlung auf, doch der Kultur-, Sport- und Verwaltungsausschuss (KSVA) stellte mit seiner Empfehlung für den Gemeinderat schon einmal die Weichen, dass Klaus Gempp direkt nach der Verabschiedung am 5. Mai zum Ehrenkommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Weil am Rhein ernannt wird. „Er hat diese Anerkennung ausgesprochen verdient“, betonte Dietz. Seit 1978 ist Gempp bereits in der Weiler Wehr, seit 1998 der Kommandant.

Künftig ein Hauptamt

Der Nachfolger von Gempp soll Frank Sommerhalter werden. Er wird die Funktion des Feuerwehrkommandanten künftig aber hauptamtlich wahrnehmen, gab es bereits positive Beschlüsse in den Ortschaftsräten und am Dienstagabend im KSVA, womit der Gemeinderatsbeschluss am Dienstag nur noch als Formsache gilt. „Es ist an der Zeit, dass wir uns einen hauptamtlichen Feuerwehrkommandanten leisten“, sprach FDP-Stadtrat Wolfgang Roth-Greiner für den Ausschuss. Es sei erstaunlich, dass die Änderung in ein Hauptamt erst jetzt erfolge. Daher verdiene der Einsatz von Gempp Respekt.

Hohe technische Kompetenzen und eine Führungsverantwortung seien laut Dietz gefragt. „Es geht im Zweifel um Leib und Leben der Wehrleute.“ Es sei zudem sehr anspruchsvoll, die Weiler Wehr zu führen, da es sich schließlich um Freiwillige handele.

Obwohl die genaue Stellenbeschreibung noch aussteht und damit auch die Neubewertung der Bezüge, klar ist, dass eine Menge Arbeit auf den hauptamtlichen Kommandanten wartet. Die Anforderungen der Weiler geht über die üblichen Anforderungen der Brandbekämpfung oder technischen Hilfeleistung hinaus, verweist die Verwaltung auf Hochhausbrände, Brände in Tiefgaragen, Einkaufszentren, Gefahrguteinsätze auf Schiene und Straße, Verkehrsunfälle auf der Autobahn oder auch Brandbekämpfungseinsätze oder Einsätze der technischen Hilfeleistung in Industriebetrieben und Einsätze auf dem Rhein. Ein Einsatzaufkommen von jährlich zirka 290 Einsätzen mit steigender Tendenz gebe es.

Der Feuerwehrausschuss hat die Bestellung von Sommerhalter bereits einstimmig befürwortet. Seit Mitte 2015 ist er Leiter der zentralen Feuerwache und der Abteilung Feuerwehr beim Rechts- und Ordnungsamt. Schon seit Mai 2000 ist Sommerhalte aktives Mitglied der Weiler Wehr, wobei er ab dem Jahr 2009 Führungsaufgaben übernahm.

Für Fahrzeugkonzept

Der KSVA hat aber nicht nur den beiden Personalien bei der Wehr zugestimmt, sondern auch dem Gemeinderat empfohlen, das Fahrzeugkonzept der Freiwilligen Feuerwehr Weil am Rhein zu beschließen. Zwar ergeben sich aus dem Beschluss noch keine unmittelbaren Kosten, doch dient es auch der Übersicht in der mittelfristigen Finanzplanung. Demnach soll ein neuer Gerätewagen „Logistik“ ( zum Beispiel bei Unwetter- und Gefahrstoffeinsätzen) und ein neues Auto angeschafft werden, um auch zu Aus- und Fortbildungsterminen zu kommen.

„Es ist ein atmendes Konzept“, erklärte OB Dietz. So werde sich zeigen, welche Anschaffung zu einem bestimmten Zeitpunkt wichtig ist. Klar sei aber, dass die Mittel für die Wehr fließen, „die sich auf uns verlassen kann“.

Fest einplanen kann die Stadt dabei nicht die Zuschüsse, die der Kreis zahlt, erklärte Ellen Nonnenmacher, Leiterin des Rechts- und Ordnungsamts. „Auf Zuschüsse gibt es keinen Anspruch.“ Darüber entscheide der Kreisbrandmeister. Mit diesem und der Führung der Freiwilligen Feuerwehr ist das Fahrzeugkonzept aber abgestimmt – „und findet dort einen breiten Konsens“.

Die Überarbeitung des 2011 aktualisierten und 2013 durch einen Gutachter bestätigten Konzepts wurde notwendig, da es Aktualisierungen bei den Fahrzeugnormen, Verschiebungen bei Einsatzschwerpunkten, Änderungen im Aufgabenbereich der hauptamtlichen Kräfte der Feuerwehr, steigende Einsatzzahlen und somit veränderte Belastungen der vorhandenen Fahrzeuge gibt.