Weil am Rhein Glücksgefühle aus aller Welt

Ines Bode
Gut besucht war die Fotoausstellung im Atelier 5 des Kesselhauses. Foto: Ines Bode

Das „kleine Glück“ auf einem Bild festzuhalten war die Intention von 22 Mitgliedern der Fotografischen Gesellschaft Dreiland zur gleichnamigen neuen Ausstellung. Gut besucht war die Vernissage am Donnerstag im Atelier 5 im Kesselhaus.

Von Ines Bode

Weil am Rhein. Dem kleinen Glück auf der Spur, sollte es sich mal unverhofft finden, und mal bewusst gesucht werden. Eine dritte Option war eine Aufnahme, die auf Kosten der lieben Mitmenschen entstand. Das schlafende Paar am sommerlichen Strand zum Beispiel. Beide schlummern im Liegestuhl, sichtlich der Welt entrückt, wobei sie ihre Beine auf den Knien des Gatten parkt. Ein Bild, das ein Schmunzeln erzeugt, und das die stille Botschaft trauter Verbundenheit sendet.

Eine kleine Geschichte umgibt auch das „Lesestündchen im Refugium“. Zwei Kinder sitzen inmitten der dicken Äste eines Baumes – und lesen. Zu sehen sind weder Stamm noch Krone, der Fokus liegt auf dem ungewöhnlichen Plätzchen. Das Motiv habe sich in Fischingen anlässlich eines Familienausflugs ergeben, erzählt Börries von Oeynhausen. Es habe ihn ein wenig verwundert, dass die Enkel in den Baum gestiegen seien. Andererseits freute er sich, dass sie mal nicht am Handy waren, wie er anfügt.

Bilder zum Nachdenken

Andere Fotos wiederum veranlassen den Betrachter zu genauem Hinsehen und zu Überlegungen. Etwa der Blick auf eine Schneelandschaft in den Bergen. Eingefangen wurde eine zugeschneite Hütte, die förmlich im weißen Puder versinkt. Zwei winzige dunkle Striche entpuppen sich als Menschen, die die Hütte anstreben. Aber wo befand sich der Fotograf? Auf einem benachbarten Berg? Oder war eine Kamera-Drohne im Einsatz? Kein Rätsel geben hingegen die unzähligen Seifenblasen eines weiteren Bildes auf. Ein schöner Kosmos voller schillernder Gebilde, eingebettet in ein ansprechendes Farbenspiel. Als passender Kontrast erwies sich das Profil eines Kindes, das die rechte untere Ecke ausfüllt.

Zum regen Austausch animierten die gezeigten schwarz-weißen und farbigen Exponate dann auch die Anwesenden am Donnerstag. Die meisten Bilder sind titellos, nicht wenige entstanden auf Reisen, andere quasi vor der Haustür.

Glück in Gefahr

Die Idee zu „Kleines Glück?“ wurde bereits 2017 geboren, und stammt von Mathias Haydt. Ihm oblag auch die Begrüßung. Glück sei zum „Muss“ geworden, befindet er, es laufe Gefahr, seine Unschuld zu verlieren, und im Konsum zu enden.

Gleichwohl haben Pandemie und Lockdown womöglich die Sichtweise verändert. So ließe sich etwa jener Schnappschuss interpretieren, der inmitten einer grauen Steinlandschaft auf einen einzigen grünen Grashalm weist.

Die Ausstellung „Kleines Glück?“ ist anlässlich des Kunsthandwerksmarkt heute und morgen, 12. und 13. November, von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Anschließend ist sie immer sonntags von 14 bis 17 Uhr zu sehen, letztmals am 4. Dezember.

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