Weil am Rhein (js). Unter dem Hallo vieler Zuschauer wurde am Sonntag das vor dem Zollhäuschen am Deutsch-Schweizer Grenzübergang aufgestellte temporäre „Cuckoolus Nest“ (Kuckucksnest) des Frankfurter Künstlers Tobias Rehberger enthüllt, das sich als Werbegag für die bekannte Schweizer Uhrenmarke Swatch entpuppte.

Das mit einer Plane verhüllte Objekt war die Überraschung zum Abschluss des neuen Rehberger-Weges „24 Stops“, einem mit lauter farbigen Kunstobjekten gesäumten Weg, der in Riehen bei der Fondation Beyeler beginnt und auf dem Vitra Campus in Weil endet. Über eine Länge von rund fünf Kilometern verbindet er die zwei Länder und zwei Gemeinden.

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Fast wie ein Sternmarsch wirkte es, als eine Gruppe Leute samt den Initiatoren und zahlreichen Medienvertretern zu einem Spaziergang vom Beyeler-Museum aufbrach, über den Feldweg und an der Wiese entlang zum Zollhäuschen, dem Treffpunkt, marschierte, wo ihr aus der Weiler Innenstadt eine weitere Wandergruppe entgegenkam.

Auf dem grenzüberschreitenden Kunstweg in der einzigartigen Naturlandschaft hat Rehberger 24 Wegmarken gesetzt: abstrakte Bienen- und Vogelhäuser, Wetterfahnen und Kuckucksuhren. Gesponsert wurde das Projekt von dem Schweizer Uhrenhersteller Swatch, der am Grenzübergang das auffallende röhrenartige gelbe Objekt platziert hat, das sich als Verkaufsstelle herausstellte und etwa 14 Tage stehen bleiben soll. Es ist wohl das erste Mal, dass von einem deutschen Zollhaus etwas verkauft wird.

Die kurzen Reden von Sam Keller, dem Direktor der Fondation Beyeler, der die länderübergreifende Partnerschaft lobte, Carlo Giordanetti, Kreativ-Direktor von Swatch und dem deutschen Künstler Tobias Rehberger selber wurden in der gängigen Wirtschaftssprache – in Englisch – gehalten. In der Menge sah man die Weiler Rathausspitze mit OB Wolfgang Dietz und Bürgermeister Christoph Huber.

Nicht nur künstlerische Führungen werden auf dem Rehberger-Weg angeboten, sondern auch kulturhistorische, solche mit Winzern und Schnapsbrennern, um die Landschaft mit ihrer Geschichte zu erkunden. (Ein ausführlicher Bericht über den Rehberger-Weg folgt auf der Kultur-Seite).