Weil am Rhein Deutsche Bahn plant große Veränderungen

Weil am Rhein-Haltingen - „Für Haltingen haben wir noch ganz viele Pläne“, lautet die Überschrift des aktuellen Sonder-Newsletters der Deutschen Bahn zum Aus- und Neubau der Strecke Karlsruhe-Basel. Was in den kommenden Monaten alles passieren soll, darüber wurde am Donnerstagabend informiert.

Georg Hell, Technischer Leiter im Planfeststellungsabschnitt 9.2 (Weil am Rhein–Haltingen), stellte die verschiedenen Maßnahmen vor.

Westliche Gleistrasse

Im April soll das zweite Gleis der westlichen Gleistrasse (Fahrtrichtung Freiburg) an das Netz angeschlossen und damit der gesamte Zugverkehr auf die neue Strecke verlagert werden. „Am 13. April fährt dort der erste offizielle Zug“, kündigte Hell an. Die Inbetriebnahme sei ein Meilenstein. Außerdem stehe die östliche Trasse dann als Baufeld zur Verfügung. Der Bahnsteig am Bahnhof wird ab diesem Zeitpunkt nicht mehr genutzt, stattdessen steht der Behelfsbahnsteig 1 Ost zur Verfügung, der über den Fußgängersteg erreichbar ist.

Bahnhof

Für Mitte April ist der Beginn der Rückbauarbeiten am Empfangsgebäude des Bahnhofs geplant. „Das wird optisch ein wesentlicher Einschnitt“, meinte Hell. Die bestehenden Bahnsteige Ost und West werden ebenfalls in diesem Jahr zurückgebaut und später neu errichtet.

Brückenbauwerke

Die Bauarbeiten für die Brückenbauwerke Heldelinger Straße und Kanderstraße beginnen laut Hell am 15. April und dauern bis Juli 2021. Bereits ab dem 23. März muss die Kanderstraße gesperrt werden. Kraftfahrzeuge werden über die Nordwestumfahrung umgeleitet, für Radfahrer und Fußgänger steht die Personenunterführung zur Verfügung. Diese wird ab Februar 2021 zurückgebaut, für Radler und Fußgänger wird temporär eine Ersatzroute über die Heldelinger Straße eingerichtet. Sie werden mittels eines Schutzgerüsts von den Bauarbeiten abgeschirmt. Tageweise seien auch Vollsperrungen nötig. „Aber das wird jeweils nur ein kurzer Zeitraum sein“, erklärte der Technische Leiter. Ab August 2021 sollen Bauarbeiten der Stadt folgen. Die Fertigstellung ist auf Ende des Jahres terminiert.

Die Sperrung stelle ein großes Problem dar, meinte Zuhörer und Ortschaftsrat Axel Schiffmann. Die Anbindung des Bromenackerwegs sei noch nicht fertig. „Das wird eine heiße Nummer.“ Beim Märktweg handele es sich um eine „brutale Engstelle“. „Da wird man mit dem Kinderwagen eingequetscht.“ Er bat darum, für Sicherheit zu sorgen. „Das nehmen wir mit“, versprach Hell. Ortsvorsteher Michael Gleßner sah den Ball bei der Stadt, die für die Verkehrsregelung sorgen müsse.

Jan Bautz, ebenfalls im Ortschafsrat, dankte für die Bemühungen, für Radler und Fußgänger eine Möglichkeit zu schaffen. „Alles über den Steg zu leiten wäre kein Zustand.“ Er bat darum, die Vollsperrungen eventuell in die Ferien zu legen. „Danach schauen wir“, sagte Hell.

Fachwerkbrücke

Die Fachwerkbrücke wird durch ein Stahlbetonbauwerk ersetzt. „Das wird man in Haltingen merken“, bemerkte Hell mit Blick auf „eine spürbare Verringerung der Lärmbelastung“. Dafür komme „einer der größten Mobilkräne auf dem Kontinent“ zum Einsatz, um die alte Brücke auszuheben. Die Arbeiten sind von April 2020 bis Mai 2021 angesetzt.

Überwerfungsbauwerk

Für das Überwerfungsbauwerk Haltingen-Nord, das den Süd-Nord-Nahverkehr künftig unter der Schnellbahntrasse hindurchführen wird, ist Baubeginn im vierten Quartal dieses Jahres. Die Fertigstellung ist für das erste Quartal 2023 geplant. Der Tunnel wird 258 Meter lang, die Länge insgesamt inklusive Rampe beträgt 600 Meter, die Tiefe zehn Meter.

Stützwand

Um eine kleine, „aber sehr wichtige“ Maßnahme handele es sich bei der Stützwand Ost 2. Diese stützt zwischen Bahnhof und Fußgängersteg auf einer Länge von 130 Metern die B 3 einschließlich des Gehwegs ab. Der Bau erfolgt ab Mitte des Jahres und soll rund ein Jahr dauern.

Der Gehweg dort sei „unangenehm schmal“, merkte Jan Bautz an. Gegenüber der ursprünglichen Planung würden noch 20 Zentimeter gewonnen werden, warf Projektingenieurin Lisa Eichling ein. Während der Arbeiten sei es möglich, dass die B 3 einseitig gesperrt werden müsse – „aber nur kurz“. Die Fußgänger müssten dann auf die andere Straßenseite wechseln. „Natürlich ist der Weg dann etwas länger.“

Schallschutzwand

Ebenfalls Mitte des Jahres beginnen die Arbeiten für die Schallschutzwand Ost 1 im Bereich zwischen dem Bahnhof und dem Bahnbetriebswerk Haltingen. Sie wird rund 1900 Meter lang und zwischen vier und fünf Metern hoch sein. Hell kündigte eine „besondere Gestaltung“ an, zu der noch gesondert informiert werden soll.

Baustellenverkehr und Lärmbelastung

Weil am Rhein-Haltingen (sas). Beim Info-Termin der Bahn ging Georg Hell, Technischer Leiter im Planfeststellungsabschnitt 9.2 (Weil am Rhein–Haltingen) auch auf den Baustellenverkehr und die Lärmbelastungen ein. Baustellenverkehr „Bei den Baustraßen wurde versucht, möglichst wenig Verkehr durch die Gemeinde zu führen“, berichtete er. Der Aushub des Überwerfungsbauwerks werde über den Eimeldinger Weg Richtung Nordwestumfahrung abtransportiert. Bei der Rückbaumasse der östlichen Gleise geschehe dies über den Eimeldinger Weg und teilweise über die Burgunderstraße Richtung B 3. „Aber eigentlich wird das alles wieder verbaut“, so Hell.

Über die Güterstraße wird der Aushub der Eisenbahnüberführung Heldelinger Straße weggefahren. Die Zufahrt erfolgt über die Heldelinger Straße. Lärmbelastung Eine Explosionsramme kommt in Weil zwischen dem 25. Februar und dem 2. März zum Einsatz. Für die Herstellung der Fundamente für Oberleitungsmaste sei dieses Arbeitsgerät nach DB-Regelwerk vorgeschrieben. Der Einsatz von Rottenwarnanlagen sei auch in Zukunft nicht ausgeschlossen. Wegen der Sperrpausenabhängigkeit seien teilweise auch in der Nacht Arbeiten notwendig. Sie werden rechtzeitig angekündigt. Die Abbrucharbeiten am Bahnhofsgebäude und für die Eisenbahnüberführung Heldelinger Straße finden tagsüber statt.

Weitere Informationen:  Kommende Woche wird der Sonder-Newsletter der Deutschen Bahn mit den anstehenden Maßnahmen im Überblick an alle Haltinger Haushalte verteilt.

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