Weil am Rhein Große Wirkung mit kleiner Fläche

Die Gründungsmitglieder des Vereins engagieren sich für den Erhalt tropischer Wälder (von links): Kai Reinacher, Marion Seger, Tobias Schrade und Matthias Lindemer. Foto: Joachim Pinkawa Foto: Weiler Zeitung

Der aus Haltingen stammende und jetzt in Basel lebende Kai Reinacher setzt sich für den Erhalt tropischer Wälder ein. Der 28-Jährige packt jetzt ein Jahr lang in Südamerika mit an. Grund zur Freude hatte er bereits, da die Gründung seines Vereins „Árbol ConRazón“ in Basel gefeiert werden konnte.

Von Joachim G. Pinkawa

Weil am Rhein-Haltingen. „Árbol ConRazón“ bedeutet sinngemäß übersetzt „sinnvoller Baum“. Und dass tropische Wälder erhalten und aufgeforstet werden, dafür machen sich Reinacher und der Verein stark.

In Zeiten digitaler Medien und sozialer Netzwerke ist es einfach und bequem, seine Meinung für oder gegen etwas mit einem „like“ zu artikulieren. Das reichte Reinacher nicht. Ein „Greenpeace-Spot“ verdeutlichte dem heute 28-Jährigen bereits als Schüler, dass es Menschen gibt, die mehr zu tun bereit sind. Dieses „mehr zu tun“ wuchs nach seiner Ausbildung in einem Pharmakonzern und anschließendem Biologiestudium in Basel zum Master Botanik stetig und führte jetzt nicht nur zur Gründung des Vereins, sondern auch zu einem jetzt beginnenden rund einjährigen Aufenthalt in Südamerika.

Vier Hektar aufforsten

Gemeinsam mit seiner Partnerin Marion Seger fliegt Kai Reinacher nach Ecuador, wo die beiden „Aktivisten“ in der Region Manabi vier Hektar Fläche mit natürlichem Baumbestand wieder aufforsten wollen, der das natürliche Ökosystem widerspiegelt und mit der einzigartigen Flora und Fauna tropischer Wälder wieder Rückzugsräume für alte und neue typische Arten bietet.

Brandrodungen

Den notwendigen Handlungsbedarf sieht Reinacher im praktischen Entgegenwirken zur immer noch vorherrschenden „slash-and-burn-agriculture“, also den Brandrodungen tropischer Wälder zur Gewinnung von Tropenhölzern und Schaffung landwirtschaftlicher Anbauflächen mit Monokulturen. Das direkte Engagement sieht der Botaniker als effizienteste Form an, da, entgegen anderen Nicht-Regierungs-Organisationen, die Beiträge und Spenden direkt und vor Ort, ohne nennenswerten Verwaltungsaufwand eingesetzt werden können.

Verschiedene Projekte

Die freiwillige Hilfe durch Wiederaufforstung in Ecuador wird während des einen Jahres ergänzt bei verschiedenen landwirtschaftlichen und sozialen Projekten in weiteren südamerikanischen Ländern wie Peru, Kolumbien, Panama, Costa Rica, El Salvador, Nicaragua, Guatemala, Belize und Mexiko. „Wir verfolgen mit unserem Verein ein ganzheitliches Ziel und wollen nicht nur die Primärwälder schützen, sondern mit der Wiederaufforstung Zeichen setzen“, erklärte Reinacher die Vereinsarbeit. „Als weiteres Handlungsfeld sehen wir darüber hinaus die Sensibilisierung der Menschen für die Ursachen und Auswirkungen der Probleme durch die kommerzielle Ausbeute der tropischen Wälder und werden mit drei kleinen Forschungsstationen sowie ansässigen Kleinbauern zusammenarbeiten, um ökonomisch und ökologisch nachhaltige Alternativen zum Raubbau an der Natur zu entwickeln“, ergänzt der Vereins-Präsident die Aufgabenstellungen.

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