Weil am Rhein Großes Engagement wird belohnt

Deborah Schweizer ist Stipendiatin von „Talent im Land“. Foto: zVg/Björn Hänssler

Weil am Rhein - 53 Geförderte gehören dem Jahrgang 2020 des Programms „Talent im Land“ der Baden-Württemberg-Stiftung und der Josef-Wund-Stiftung an – darunter auch Deborah Schweizer, die das Kant-Gymnasium in Weil am Rhein besucht. Im Gespräch mit unserer Zeitung erzählt sie, wie sie zum Stipendium kam und welche Vorteile es mit sich bringt.

Die Elftklässlerin erhält nun nicht nur eine monatliche finanzielle Förderung, sondern kann auch an Seminaren zu verschiedenen Themen teilnehmen – wie Zeitmanagement oder Studienorientierung. „Das Wichtigste ist aber der Kontakt zu den anderen Stipendiaten und auch den Betreuern, die einen beraten und einem helfen“, findet Schweizer. Mit den anderen Geförderten schätzt sie besonders den Austausch. „Da entstehen tolle Diskussionen.“ Erst am vergangenen Wochenende trafen sie sich online und sprachen mit einer Ärztin über das Thema Corona-Impfstoff.

Wie man Stipendiatin wird

Aber wie wird man überhaupt Stipendiatin? „Das ist ein recht langes Verfahren“, berichtet die Schülerin. Ihre Lehrerin habe sie angesprochen und gefragt, ob sie sich bei dem Programm bewerben wolle.

Zunächst sende man einige Informationen über sich, in der nächsten Runde sind ein Schreiben vom Lehrer, Nachweise über soziales Engagement und ein schriftlicher Lebenslauf erforderlich. „In der letzten Runde stand eine Fahrt nach Stuttgart an, wo ich mich vor einer Jury vorgestellt habe. Außerdem galt es, eine Gruppenaufgabe zu erledigen.“ Von 100 Kandidaten wurden 53 ausgewählt, Schweizer zählte dazu.

Die 16-Jährige ist Mitglied im Schulsanitätsdienst, spielt Querflöte im Musikverein, in der Big Band der Schule, hat die Co-Leitung der Theater-AG inne und engagiert sich in der Kirche. Ganz schön viel neben dem Schulunterricht. „Aber es geht, wenn es einem Spaß macht. Das ist ein Ausgleich“, findet die engagierte Schülerin. Sie schätzt den Kontakt zu ihren Mitmenschen sehr. „Das gibt einem ganz viel.“

Berufliches Ziel vor Augen

Ein berufliches Ziel hat sie sich bereits gesteckt: Am liebsten würde die 16-Jährige Medizin studieren. „Ich würde gerne in die pädiatrische Richtung gehen, weil ich gerne mit Kindern und Jugendlichen arbeiten möchte.“ Plan B wäre ein Lehramtsstudium, da sie sich auch für Literatur und Sprache interessiert und als Lehrerin ebenfalls mit Kindern arbeiten könnte. „Das ist mir ganz wichtig.“

Zunächst heißt es aber noch, die Schulbank zu drücken. Im kommenden Jahr stehen für Schweizer die Abiturprüfungen an. Dass der Unterricht aktuell coronabedingt oft online stattfinden muss, stelle wirklich eine Ausnahmesituation dar. „Aber Homeschooling hat auch Vorteile“, findet die Gymnasiastin. „Wenn man für sich allein arbeitet, ist man zeiteffizienter.“ Trotzdem freue sie sich, dass es diese Woche wieder losging: Denn als Oberstufenschülerin darf sie nun wieder im zweiwöchigen Rhythmus in die Schule kommen.

Bei „Talent im Land“ unterstützen die Baden-Württemberg-Stiftung und die Josef-Wund-Stiftung begabte Schüler, die aufgrund ihrer sozialen Herkunft auf ihrem Weg zum Abitur oder zur Fachhochschulreife Hürden zu überwinden haben, heißt es in einer Mitteilung.

Bereits seit dem Jahr 2003 erhalten besonders talentierte Jugendliche finanzielle Förderung, Beratung bei der Berufsorientierung sowie Bildungsangebote. Die Stipendiaten haben in ihren jungen Jahren bereits großes Engagement gezeigt oder Auszeichnungen für ihre Leistungen erhalten. Sie sind vielseitig interessiert und haben oftmals bereits klare berufliche Ziele vor Augen.

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