Der Altennachmittag ist in der Stadt Weil am Rhein eine Institution. Seit fast 30 Jahren organisiert Christel Stauß das Angebot. Doch wie kommt dies an?

Von Marco Fraune

Weil am Rhein. Im Gespräch mit unserer Zeitung schildert die 75-jährige Weilerin, was sich verändert hat und welches Engagement hinter solchen Veranstaltungen steckt.

Frage: Warum kommen die Senioren zum Altennachmittag?

Viele freuen sich über die Unterhaltung und das zweistündige Programm. Einige sind auch einsam und genießen dieses Angebot. Manchmal steht etwas Lustiges an, manchmal Musik, ein anderes Mal ein Diavortrag. Im Sommer kommt die Narrenzunft, die im Frühjahr wenig Zeit hat. Im Dezember singt natürlich ein Chor, manchmal auch mit Kindern.

Frage: Wie finanziert sich das Angebot?

Ich habe ein Budget bei der Stadt und komme damit auch gut hin. Auftretende Vereine erhalten einen kleinen Zustupf für ihre Kasse, die Helferinnen im Advent einen Weihnachtsstern. Und der Frauenkreis St. Peter und Paul gibt immer Kaffee und Kuchen aus. Das Stück kostet nur einen Euro, ein Tortenstück 1,50 Euro.

Frage: Erfüllt der Altennachmittag damit auch einen sozialen Aspekt?

Es kommen auch Leute, die weniger Geld haben. Ich kenne viele Besucher, die seit Jahren kommen und die nicht so gut betucht sind.

Frage: Spüren Sie die Altersarmut und Vereinsamung?

Eigentlich nicht. Doch es kommen wohl viele Leute, die sonst kaum einen Ansprechpartner haben.

Frage: Welches Alter haben die Besucher?

Ab 70 Jahre bis hoch in die 80er.

Frage: Ist das VHS-Angebot „Herbstzeitlose“, das Caro Lefferts auf die Beine stellt, in gewisser Weise eine Vorstufe zum Altennachmittag?

Das kann man so sagen. Unsere älteren Besucher können nicht mehr zwei Stunden laufen und die tollen Angebote der Herstzeitlosen wahrnehmen. Es ist aber wunderbar, was Frau Lefferts macht. Wir haben ein gutes Angebot für Ältere in der Stadt, schließlich bieten auch die Kirchengemeinden viel an. Man könnte fast jeden Tag irgendwohin gehen.

Frage: Was fehlt denn noch?

Es werden keine Wünsche an mich herangetragen. Das Angebot scheint gut zu sein.

Frage: Mit welchen Verkehrsmitteln kommen die Besucher eigentlich zu den Altennachmittagen?

Manche werden von den Angehörigen gebracht. Viele fahren mit dem Bus. Die Senioren abzuholen, ist aus versicherungsrechtlichen Gründen problematisch.

Frage: Was sind die Highlights bei den Altennachmittagen?

Die Nachmittage sind sehr unterschiedlich besucht. Im Herbst hat eine Gruppe alte Schlager gespielt. Ich kann auch nichts Modernes bringen, da die älteren Menschen etwas hören wollen, bei dem sie mitsingen können.

Frage: Sie sind seit fast drei Jahrzehnten im Einsatz. Wie lange bleiben Sie noch am Ball?

Ich hätte gerne einen Nachfolger, den ich zuerst einarbeiten würde. Doch die Suche dauert schon zwei Jahre. Der Nachfolger muss das Programm zusammenstellen und auf das Budget achten. Wer also Lust hat, kann sich bei mir melden oder im Rathaus.