Weil am Rhein Händler müssen zusammenrücken

Der Lockdown brachte und bringt viele Herausforderungen mit sich.Foto: sba Foto: Weiler Zeitung

Weil am Rhein - Die Frage, was das zu Ende gehende Jahr für den Weiler Einzelhandel gebracht hat, beantwortet Bernd Hörenz, Vorstandsmitglied der Händlervereinigung Weil-aktiv, mit einer gehörigen Portion Optimismus. Selbstverständlich sieht er in der Rückschau die vielen Herausforderungen, stellt aber dennoch die sich bietenden Möglichkeiten in den Vordergrund.

„Wir haben viel geschafft und viel in Bewegung gesetzt“, sagt Hörenz. Denn immer wieder galt es für die Weiler Einzelhändler, sich im zu Ende gehenden Jahr auf neue Situationen einzustellen. „Ich finde es spannend, wie sich manche Mitglieder von Weil- aktiv dabei entwickelt haben.“

Auf verschiedene Situationen reagiert

Insgesamt war es ein – vorsichtig ausgedrückt – schwieriges Jahr für den Einzelhandel: Im Frühling der erste coronabedingte Lockdown, im Sommer die Pop-Up-Fußgängerzone und inzwischen die nächste Schließung und die damit verbundenen Einbußen beim Weihnachtsgeschäft. Diese für den Weiler Einzelhandel zu beziffern, sei schwierig, sagt Hörenz. Generell könne man sich an den von der IHK veröffentlichten Zahlen orientieren, wobei manche Geschäfte möglicherweise aber auch stärker betroffen seien.

Prägend war für den Weiler Einzelhandel im Jahr 2020, sich auf Situationen einzustellen, auf die man im Grunde keinen Einfluss hatte. Das betraf die Schließungen im Lockdown ebenso wie die Einrichtung der Pop-Up-Fußgängerzone entlang der Weiler Hauptstraße. Zugleich habe sich für die Einzelhändler an letzterer gezeigt, dass durch gemeinschaftliche Anstrengungen Veränderungen möglich sind. „Wir wurden vor eine Tatsache gestellt, konnten zusammen aber etwas bewegen“, fasst Hörenz zusammen. Man vermittelte gegenüber den Verantwortlichen, dass der Zeitpunkt für die Fußgängerzone aus Sicht der Händler falsch gewählt war und erreichte damit schließlich, den Versuch vorzeitig zu beenden.

Neue Projekte ins Visier nehmen

Auf diese Gemeinschaft der Einzelhändler muss aus Sicht von Hörenz auch in Zukunft stärker gesetzt werden. Vieles sei im abgelaufenen Jahr schon angestoßen worden, sagt er. „Ich würde mir aber trotzdem wünschen, dass wir noch enger zusammenrücken.“

Obwohl der Blick voraus in der derzeitigen Situation schwierig ist, sei die Stärkung der Zusammenarbeit auf jeden Fall ein Thema, das die Händlervereinigung beschäftigen wird, glaubt Hörenz. „Wir müssen auch weiterhin die Herausforderungen annehmen und das Beste daraus machen.“ Dabei wird es vor dem Hintergrund der Corona-Krise zunächst weiterhin darum gehen, die von politischer Seite gestellten Forderungen umzusetzen.

Zugleich müsse man aber auch die Entwicklung neuer Projekte ins Visier nehmen, die dem Einzelhandel dabei helfen, sich gegenüber dem Online-Handel zu behaupten. Dass die Geschäfte in den Innenstädten gestärkt werden müssen, habe man inzwischen auch seitens der Politik besser verstanden und es werden zunehmend entsprechende Angebote entworfen. „Wir müssen uns fragen, wie wir für die Kunden attraktiver sein können“, erklärt Hörenz. Dabei könne man auch die Möglichkeiten des Internets verstärkt nutzen, was aber nicht heißen soll, dass jedes kleine Geschäft einen eigenen Online-Shop aus dem Boden stampfen muss. „Das geht einfach nicht von heute auf morgen“, beschreibt Hörenz, dass die für die Einrichtung eines Online-Handels notwendigen Ressourcen immens sind. Gerade für inhabergeführte Unternehmen sei es schwer, sich in die Materie einzuarbeiten und die notwendigen finanziellen Mittel aufzubringen. Und selbst wenn die Einrichtung gelingt, sei ein Online-Shop kein Selbstläufer. „Man muss auch gefunden werden“, so Hörenz. „Es gibt viele kleine Online-Shops die einfach untergehen.“

In Online-Auftritten Stärken betonen

Trotzdem kann das Internet für die Weiler Einzelhändler künftig zu einem noch bedeutenderen Mittel in Sachen Kundenbindung werden, ist sich Hörenz sicher. Wie das funktionieren kann, zeige zum Beispiel in beeindruckender Weise die Facebook-Seite des Weiler Schuhhauses Wachenheim, wo es neben Gewinnspielen auch Videos gibt, die einen Blick in den Alltag in Lockdown-Zeiten gewähren.

An eben solche Ideen gelte es, in Zukunft weiter anzuknüpfen. Zunächst aber blicken die Weiler Einzelhändler dem angekündigten Ende des Lockdowns nach dem 10. Januar entgegen. Diesbezüglich wünscht sich Hörenz, dass die weiteren Entwicklungen von politischer Seite möglichst frühzeitig kommuniziert werden. „Erst drei Tage vorher zu wissen, wie es weitergeht, erschwert die Planung“, sagt er. Und gerade die sei in unsicheren Zeiten eigentlich besonders nötig.

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