Weil am Rhein Heiraten mit Abstand

Hochzeitspaare müssen weiterhin Einschränkungen bei ihrer Trauung hinnehmen. Foto: zVg

Weil am Rhein -  Während Hochzeitsfeiern erst seit Juni wieder in deutlich größerem Rahmen gestattet sind, war die standesamtliche Trauung trotz Corona-Pandemie stets möglich. Dennoch müssen die Hochzeitspaare weiterhin Einschränkungen bei ihrer Trauung hinnehmen, weiß die Weiler Standesbeamtin Jannika Kursawe.

Die standesamtliche Trauung gilt als eine Amtshandlung, die im staatlichen Aufgabenbereich liegt und nicht als Veranstaltung. Deshalb war sie auch zu Zeiten strengerer Corona-Regelungen möglich.

Abstand und Maskenpflicht

Auch nach über einem Jahr, seit die Pandemie in Deutschland grassiert, gelten nach wie vor gewisse Regeln für die Feier im Trauraum in der Ortsverwaltung Haltingen. „Der Mindestabstand von 1,50 Metern muss gewahrt werden“, erklärt Kursawe. Zusammen mit zwei weiteren Standesbeamtinnen führt sie die Trauungen in Weil am Rhein durch.

Nach wie vor gelte auch die Maskenpflicht. „Allerdings darf das Brautpaar während der Zeremonie die Maske abnehmen.“ Beim Betreten und Verlassen des Trauraums muss der Mundschutz aber wieder aufgesetzt werden, „und die Gäste müssen ihn auch während des gesamten Aufenthalts tragen“, beschreibt Kursawe das aktuelle Vorgehen.

Gäste sind wieder willkommen

Weniger streng sind die Regelungen mittlerweile, was die geladenen Gäste anbelangt. „Zu den Hochzeiten des Virus im vergangenen Jahr waren bei der Trauung lediglich die Eheleute und eine der drei Standesbeamtinnen als Anwesende erlaubt.“

Aktuell dürfen sich anlässlich der Feierlichkeit zehn Personen, und somit die Eheleute und acht geladene Gäste, versammeln, erklärt Kursawe. „Kinder zählen hier aber nicht mit rein.“ Bis zu vier Kinder können dem Geschehen, zusätzlich zu den erlaubten zehn Personen, beiwohnen. Auch die Standesbeamtin selbst wird, sowie falls erforderlich ein Dolmetscher, nicht zu den zulässigen Gästen gezählt.

Festgemacht wird diese Zahl an der Größe der zur Verfügung stehenden Räumlichkeit. „Auch unter Wahrung des Mindestabstands können wir problemlos zehn Personen im Trauraum platzieren.“

Wieder mehr Normalität

Nicht nur die Gäste tragen dazu bei, dass im Trauraum wieder etwas mehr Normalität herrscht: „Die Traurede ist wieder deutlich länger und auf das Paar gemünzt, auch dürfen wieder Musikstücke abgespielt werden.“ Im vergangenen Jahr hatte man die Zeremonie einschließlich der Rede verkürzt, sodass man sich nicht über Gebühr im Raum aufhalten musste.

„Großartig verschoben oder ganz abgesagt wird inzwischen kaum noch“, erklärt die Standesbeamtin mit Blick auf das zurückliegende halbe Jahr. Im Gegenteil – mittlerweile sei die Anfrage wieder deutlich gestiegen. „Die Leute wissen, wie die Situation zu händeln ist und verhalten sich entsprechend.“

Vom Virus nicht abhalten lassen

Dass das Virus die Paare von ihrem Vorhaben abhalte, empfinden weder Kursawe noch ihre Kolleginnen so. „Seit Juni sind größere private Feiern unter gewissen Regeln wieder möglich, was sich auch auf die standesamtliche Trauung auswirkt.“ Wenn gefeiert werden könne, würde auch im Vorfeld weniger verschoben oder umgeplant. Trotz Corona-Auflagen gebe es durchaus Gründe zu heiraten.

Heiraten in Zahlen

Die Zahlen des Weiler Standesamts zeigen, dass trotz diverser Einschränkungen in den Pandemiejahren geheiratet wurde. 2020 haben insgesamt 73 Eheschließungen stattgefunden, davon 37 bis Ende August 2020.

Im Jahr 2021 haben bisher 41 Eheschließungen stattgefunden. Weitere 17 Termine sind bis zum Jahresende bereits fest vereinbart. Zehn Brautpaare warten auf eine Terminzusage, die erst nach einem Befreiungsverfahren beim Oberlandesgericht oder einer Urkundenüberprüfung bei Deutschen Botschaften im Ausland erfolgen kann. Ebenso erreichen das Standesamt derzeit viele Anfragen von Brautpaaren, die noch in diesem Jahr heiraten wollen, weiß Kursawe.

2021 wurde für elf deutsche Staatsangehörige ein Ehefähigkeitszeugnis ausgestellt, um die Ehe im Ausland zu schließen.

Weitere 28 Paare haben in Weil am Rhein die Eheschließung angemeldet, die Eheschließung selbst findet jedoch wunschgemäß bei einem anderen Standesamt statt.

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