Weil am Rhein Helfende Hände vor und hinter den Kulissen

Norbert Sedlak

Sommerzeit ist dieses Jahr in der 3-Länder-Stadt auch wieder Kinozeit unter freiem Himmel. Dabei können die Besucher nicht nur einen Film auf der riesigen Freiluft-Leinwand ansehen, sondern auch Live-Musik lauschen, kühle Getränke genießen und sich mit einer Kieswerkwurst, Flammwaie oder Pfannkuchen stärken. Für einen reibungslosen Ablauf sorgen zahlreiche Helfer.

Von Norbert Sedlak

Weil am Rhein. „Im Kulturamt kümmert sich ein neues Team um die Organisation des Festivals“, informiert Kulturamtsleiter Peter Spörrer. Unterstützt werden sie von zehn Helfern, die alle sehr engagiert seien und Hand in Hand arbeiten. Jeden Abend sind sie vor und hinter den Kulissen bei der Organisation, der Einlasskontrolle, am Info-Stand oder bei der Technik im Einsatz. Weitere rund 70 Helfer wollen mit kulinarischen Genüssen das beliebte Kinoereignis unter dem Sternenhimmel zu einem besonderen Erlebnis werden lassen.

Filmrahmen statt Filmrolle

Mit der Firma Evented aus dem Saarland hat das Freilichtkino einen verlässlichen und professionell arbeitenden Partner, der für Bild und Ton sorgt. Bereits im vergangenen Jahr beim Autokino war der gelernte Veranstaltungstechniker Tim Feis dafür verantwortlich. Die Filme sind auf CRU-Filmrahmen gespeichert und nicht mehr wie früher auf mehreren Filmrollen. Mit dem Digitalprojektor werden sie auf die große Leinwand projiziert, der Regen und Wind bis Stärke fünf nichts anhaben können, erklärt Feis.

Seit beinahe 20 Jahren ist Sabine Theil mit dem Kieswerk-Open-Air verbunden. Mehrere Jahre half sie an der Wein- und Sektbar des Künstlers Volker Scheurer, bevor sie ins Festivalbüro wechselte. Dort ist sie erste Ansprechpartnerin und für alle Wünsche und Fragen der Gäste und Mitarbeiter zuständig. Um Decken oder Raucherzonen kümmert sie sich ebenso wie um Fundstücke oder verlorene Gegenstände.

Sophie Herbold sammelte als FSJlerin (Freiwilliges Soziales Jahr) im städtischen Kulturamt viel Erfahrung bei der Durchführung des Festivals. Sie übernahm die Eingangskontrolle. Ab Oktober wird sie Management und Marketing in Freiburg studieren.

Bevor das Freiluftkino im Jahr 2001 in das Areal des Kieswerks umzog, war das Kesselhaus Schauplatz der illustren Filmabende, erinnert sich Kieswerk-Künstler Volker Scheurer. Nach dem bescheidenen ersten Jahr übernahm er mit ehrenamtlichen Helfern die Bewirtung. Damals war es nicht üblich, beim Freilichtkino etwas zu trinken, geschweige denn etwas zu essen. Mit nur zwei, drei Mitstreitern wurde er an der Theke förmlich überrannt, einige Freiwillige aus dem Publikum halfen ihm bei der Ausgabe der Getränke.

Gerhard Kaiser gehörte dazu, seit mehr als 25 Jahren ist er mit Scheurer befreundet und unterstützt ihn von Anfang an. Das Angebot wurde jährlich verbessert, neben Erfrischungsgetränken wurde auch Wurst in Baguette angeboten – das Brot wurde extra in Frankreich besorgt. Beliebt war auch die Gemüsepfanne mit Halloumi-Käse, nicht nur bei Vegetariern.

Die Bands machten die ehemalige Transportbetonmischanlage mit ihrer mitreisenden Live-Musik zu einem Hexenkessel. Bis manchmal 4 Uhr in der Früh wurde getanzt und gefeiert. Kaiser ist vom Kieswerk-Festival „infiziert“ und noch heute mit Leib und Seele dabei.

Seit 2005 ist auch Andreas Dietrich mit im Boot der Kunstfreunde. Er hat die Weinbar ins Leben gerufen und legt sehr viel Wert auf Qualität. Gerne berät er seine – mittlerweile – Stammkunden bei der Auswahl des edlen Rebensafts. Die Kommunikation mit den Gästen ist ihm sehr wichtig. Seit Jahren gehört auch Gudrun Lesser zur fleißigen Helferschar, sie genießt die tolle Atmosphäre am Kieswerk-Tresen. Erstmals ist Angelika Schilling mit dabei, früher sah sie sich die Filme an und backte Torten für die Helfer. „Es herrscht immer eine tolle Atmosphäre und macht mächtig Spaß.“ Ihr gefällt es so gut, dass sie im kommenden Jahr auf jeden Fall wieder dabei sein will.

Kunst als Dankeschön

„Alle arbeiten ehrenamtlich und unterstützen somit die Restaurierung und den Erhalt der vermutlich ältesten Transportbetonmischanlage. Die jährlich etwa 30 bis 40 Helfer sind ein Abbild der Gesellschaft, von der Krankenschwester bis zur Lehrerin“, bemerkt Scheurer. Inzwischen helfen auch Söhne und Töchter der Ehemaligen mit. Als kleine Anerkennung erhalten die Unterstützer ein Kleinstkunstwerk sowie ein Relief („Betender Mönch auf globaler Landschaft“).

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